Die Boeing 787 von Vietnam Airlines nach der Landung in München: Die Blackbox wird ausgewertet.

Flughafen MünchenHeck am Boden, Reifenspuren am Pistenende: Deutsche Unfallbehörde nennt erste Fakten zu Vietnam-Airlines-Zwischenfall

Die Boeing 787-9 von Vietnam Airlines hinterließ beim missglückten Start in München Spuren am Ende der Piste und setzte während der Rotation mit dem Heck auf. Das bestätigt nun die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. Die Ermittelnden untersuchen neben technischen und menschlichen Faktoren auch mögliche organisatorische Einflüsse.

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Am Samstag (15. August) hob eine startende Boeing 787-9 von Vietnam Airlines am Flughafen München erst deutlich hinter dem Ende der Piste ab - Schätzungen liegen bei rund 120 Metern. Das Flugzeug kreiste anschließend, landete rund zwei Stunden nach dem Start wieder in München und wurde mit Schäden an Reifen und Rumpf abgeschleppt.

Am Dienstag (18. August) äußert sich erstmals die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, kurz BFU. Am 15. August 2026 startete eine Boeing 787-9 der Vietnam Airlines um 13:57 Uhr (lokale Zeit) auf der Piste 26L am Verkehrsflughafen München und hob spät ab», schreibt die deutsche Unfallermittlungsbehörde. «Während der Rotationsphase berührte das Heck den Boden. Es wurden Reifenspuren am Ende der Piste identifiziert, die dem Luftfahrzeug zugeordnet werden konnten.» Um 15:58 Uhr sei der Dreamliner dann auf Piste 26R gelandet.

Was beim Start in der Rotationsphase geschieht

Die Rotationsphase ist der Moment, in dem der Pilot oder die Pilotin am Steuerhorn oder dem Sidestick zieht, um die Flugzeugnase anzuheben. Das Bugfahrwerk hebt ab, das Flugzeug geht in den Steigflug über - normalerweise ohne Kontakt des Hecks mit dem Boden.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung erklärt, dass - wie bei solchen Untersuchungen üblich - auch Behörden anderer Länder einbezogen sind: Die Sicherheitsuntersuchungsstellen von Vietnam, wo die beteiligte Fluggesellschaft zuhause ist, und der USA, wo die Boeing 787 entwickelt und gebaut wurde.

Ermittlungen zu Mensch, Technik und Organisation

«Die Flugschreiber werden bei der BFU in Braunschweig ausgelesen», schreibt die Behörde und erklärt ohne konkretere Angaben, das Auslesen und die Analyse der Daten werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem müssten «noch weitere Fakten zu den Bereichen Mensch und Technik sowie den organisatorischen Einflussfaktoren ermittelt werden».

Vietnams Zivilluftfahrtbehörde CAAV hatte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vom Montag (17. August) schon zuvor erklärt: «Nach dem Start wurden Warnmeldungen ausgelöst, die auf einen Kontakt zwischen dem Heck des Flugzeugs und der Startbahn sowie auf zu niedrigen Reifendruck hinwiesen.» Die Fluggesellschaft sprach bisher nur unspezifischer von einem «technischen Problem» als Grund für die Umkehr des Jets.

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