Letzte Aktualisierung: um 7:06 Uhr

Pläne in Deutschland, Österreich und Schweiz

Rückkehr von Ryanair nach Frankfurt? «Sag niemals nie»

In Österreich sieht sich der Billigflieger der Konkurrenz enteilt. In Deutschland und der Schweiz gibt er sich bescheidener. Ryanair über die Pläne in den drei Ländern, die Konkurrenz in Wien und die Boeing 737 Max.

Mit
aeroTELEGRAPH

Mit 19 stationierten Jets ist Ryanair die Low-Cost-Marktführerin am Flughafen Wien. Von den Bemühungen der Konkurrenz zeigt sich Andreas Gruber wenig beeindruckt. Er ist Chef der österreichischen Ryanair-Tochter Laudamotion und Ryanair-Sprecher für die gesamte Region Deutschland, Österreich, Schweiz. «Easyjets einzige Route, die nach Berlin, ist nicht mehr buchbar», so Gruber. «Damit ist die Airline nicht mehr präsent in Wien und spielt kaum eine Rolle in Österreich.»

Wizz Air wird ein fünftes Flugzeug in Wien stationieren, aber über die Routen der Ungarn sagt Gruber: «Das Wizz-Air-Portfolio mit Saudi-Arabien, Ägypten, Abu Dhabi und Dubai tangiert uns wenig. Das sind Strecken, die wir nicht bedienen und nicht vorhaben zu bedienen.»

40 Prozent Marktanteil in Wien anvisiert

Am Ziel, Austrian Airlines als generellem Platzhirsch den Rang abzulaufen, hält Gruber fest. «Wir sehen am Flughafen Wien Potenzial für 30 bis 40 Flugzeuge», so der Manager. Damit visiere man perspektivisch einen Marktanteil von 40 Prozent an statt aktuell 25. Einen konkreten Zeitplan dafür gebe es aber nicht.

Weniger selbstbewusst gibt sich Ryanair in Deutschland und der Schweiz. «Deutschland ist der einzige signifikante Markt, auf dem wir kleiner geworden sind», so Gruber. «Da
hatten wir vor der Krise 21,4 Millionen Passagiere im Jahr und nun sind es 15 Millionen.»

Rückkehr nach Frankfurt? «Sag niemals nie»

Grund sei, dass man sich von den teuren deutschen Flughäfen Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart zurückgezogen habe, so Gruber. «Wir haben stattdessen Angebote mit wettbewerbsfähigeren Kostenstrukturen aus dem Ausland genutzt, wo es Wachstumsdeals von Flughäfen gab, zu denen wir unsere Flugzeuge umgeschichtete haben.»

Und gibt es eine Chance auf Rückkehr – etwa zum geplanten Billigflieger-Flugsteig G am Flughafen Frankfurt? «Sag niemals nie», so Gruber. Aber: «Konkrete Gespräche mit dem Flughafen Frankfurt gibt es im Moment nicht.»

Nur zwei Routen ab der Schweiz – und keine Pläne

In Deutschland ist Ryanair aktuell an 13 Flughäfen vertreten, an sieben davon mit Basen. Bei allen außer Berlin und Köln/Bonn handelt es sich um regionale Airports.

Auch dem Flughafen Zürich fehlt es laut Gruber aus Ryanair-Sicht an einer «wettbewerbsfähigen Kostenstruktur». In der Schweiz betreibt die Airline nur zwei Routen ab Basel – nach Dublin und Zagreb. Ein Ausbau in dem Land ist dem Manager zufolge aktuell nicht geplant.

Bisher keine 737 Max in deutschsprachigen Ländern

Von ihren rund 70 Boeing 737 Max – die Ryanair nicht Max nennt, sondern Gamechanger – hat die Airline bisher keine in Deutschland, Österreich oder der Schweiz stationiert. Lediglich wenn die Jets von Flughäfen wie London-Stansted, Warschau oder Bergamo einfliegen, steigen Reisende in den deutschsprachigen Ländern in das Flugzeugmodell ein.

Bis zum kommenden Sommer erwartet Ryanair 30 weitere der Flugzeuge. Werden dann welche in Deutschland, Österreich oder der Schweiz stationiert? «Im Moment gibt es keine konkreten Pläne», so Gruber. «Wir evaluieren gerade die kommende Sommersaison.»

O’Leary-Gespräch mit Boeing über Liefertempo

Entscheidend für die Frage, wo man die Boeing 737 Max einsetze, sei einerseits, ob die Wartungspartner vor Ort dafür bereit seien. Und andererseits, ob eine außerordentlich gute Auslastung der Flieger absehbar sei, die je acht Sitze mehr haben als die Boeing 737-800 von Ryanair.

Gruber betont, dass man mit dem Tempo der Max-Auslieferungen nicht zufrieden ist. «Wir würden uns freuen, wenn Boeing etwas verlässlicher die Liefertermine einhalten würde.» Er kündigt an: «Es wird in den nächsten Wochen ein Treffen von Ryanair-Group-Chef Michael O’Leary mit den Verantwortlichen von Boeing geben – das wird die Auslieferungen hoffentlich beschleunigen.»