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Rekord-Luftdruck über Europa lässt Piloten staunen

Für verlässliche Höhenangaben sind Luftdruckwerte wichtig. In Europa sind sie derzeit erstaunlich hoch.

aeroTELEGRAPH

Flugzeugcockpit: Piloten müssen den Höhenmesser mit dem Luftdruck kalibrieren.

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Merken Sie etwas? Keine Sorge, wenn nicht. Diese kryptische Zeichen sind eine sogenannte Metar. Die Abkürzung steht für Message d’observation météorologique régulière pour l’aviation. Es sind standardisierte Wettermeldungen für Piloten. Das Beispiel zeigt die Angaben für den Flughafen London-Heathrow vergangenen Sonntag.

Wer diese Wettermeldung jedoch lesen kann, dem wird eine Besonderheit auffallen. Das Q1049 gibt den Luftdruck in Hektopascal wieder. Piloten brauchen diese Angabe vor jedem Flug. Mit dem im Fliegersprech als QNH bezeichneten Wert müssen sie ihren Höhenmesser einstellen, da dieser die Flughöhe anhand des Luftdrucks misst. Und genau dieser QNH stieg in Europa in den vergangenen Tagen auf Rekordwerte.

Rekord in Belgien gebrochen

Wie das Portal Wetteronline schreibt, stieg im Vereinigten Königreich der Luftdruck mit 1050 Hektopascal auf den höchsten Wert seit 1992 und könnte sogar den 1902 aufgestellten Rekord von 1053 Hektopascal übersteigen. In Belgien knackte der QNH mit 1048 bereits einen 88-jährigen Rekord.

«Möglicherweise der höchste QNH, den ich je gesehen habe», schreibt ein britischer A320-Pilot bei Twitter. Auch andere Flugzeugführer in Europa wunderten sich auf dem sozialen Netzwerk über den ungewöhnlich hohen Luftdruck. Sogar die europäische Flugsicherungsbehörde Eurocontrol meldete sich zu Wort: «An alle Luftfahrtenthusiasten – erinnert ihr euch an einen höheren Luftdruck als diesen?»

Milderes Wetter

Auch in Deutschland stiegen die Barometer auf ähnlich hohe Werte. Gewöhnlich liegt der Wert im Januar im Durchschnitt bei etwa 1013 Hektopascal. Aktuell sank er wieder ein wenig und liegt er bei rund 1030 Hektopascal.

Auswirkungen auf den Luftverkehr hat der hohe Luftdruck nicht. Ganz im Gegenteil: Er sorgt für mildes Winterwetter.



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