Parco Panoramico Paradiso

Wo die Schweiz nach Süden kipptPalmen, Pässe, Grande Emozione

Irgendwo zwischen Lugano und Locarno passiert etwas mit den Menschen. Die Schultern sinken, der Espresso schmeckt besser, und man fragt sich, warum man nicht längst hier war. Das Tessin hat diese Wirkung – und 2026 gibt es besonders viele Gründe, hinzufahren.

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Der Frühling kommt im Tessin früher als anderswo in der Schweiz. Während nördlich des Gotthards noch graue Wolken hängen, blühen in Lugano und Locarno bereits Kamelien und Magnolien. Parks und Seepromenaden verwandeln sich in ein Farbenmeer aus Rosa, Weiß und leuchtendem Violett – in der Luft liegt ein Duft, der sich nur schwer beschreiben lässt: feuchte Erde, Blüten, Süden. Das Tessin zählt mehr als 2170 Sonnenstunden pro Jahr – kein Marketing, sondern Meteorologie.

Der Lago Maggiore und der Lago di Lugano sind kein Beiwerk, sie sind das Herzstück. Im Sommer laden ihre türkisblauen Gewässer zum Baden, Kajakfahren, SUP und Foilen ein. Wer es geselliger mag, findet sie am 16. August 2026 bei der Traversata: dem Seeschwimmen über den Lago di Lugano, das Sport, Gemeinschaft und puren Sommergefühl vereint.

Giro d'Italia, Gravel und Hike & Fly

2026 bringt dem Tessin einen sportlichen Höhepunkt der besonderen Art: Am 26. Mai führt eine Etappe des Giro d'Italia von Bellinzona nach Carì. Wer an diesem Tag in der Kantonshauptstadt ist, erlebt Radsport-Atmosphäre direkt an der Strecke – mit den drei UNESCO-Burgen Castel Grande, Castello di Montebello und Castello di Sasso Corbaro als Kulisse.

Zwei Mountainbiker geniessen die Aussicht beim Foce Magliasina Delta am Luganersee

Abseits der Rennstrecke locken rund 950 Kilometer Bikestrecken und neue Gravel-Routen rund um Bellinzona und in der Region Lugano. Schotter unter den Reifen, Rebhänge und stille Seitentäler: Man startet in der Stadt und ist in wenigen Minuten in der Natur, viele Abschnitte ÖV-tauglich, mit Bike-Shuttles in Capriasca, Monte Bar und Certara. Wer das Tessin von Süd nach Nord durchqueren will, findet mit «Ticino Traverso» ein neues Großprojekt: 330 Kilometer von Chiasso bis zum Gotthardpass – oder umgekehrt – durch einige der ursprünglichsten Regionen des Kantons, abseits der großen Verkehrsachsen, geeignet für Gravelbike und E-Bike, einteilbar in individuelle Etappen. Wer lieber aufsteigt und dann gleitet, findet beim Hike & Fly das vielleicht intensivste Erlebnis der Region: zu Fuß hinauf zum Startplatz am Lago Maggiore oder am Basòdino-Gletscher, dann lautlos ins Tal – begleitet von Patrick von Känel, Red-Bull-Athlet und Botschafter von Ascona-Locarno.

Merlot feiert Geburtstag – und geht neue Wege

120 Jahre Merlot im Tessin: Was 1906 mit den ersten Reben begann, ist heute einer der interessantesten Weine der Schweiz – und 2026 hat er Grund zum Feiern. Weniger bekannt, aber eine Entdeckung wert: Der Tessiner Merlot wird hier oft auch weiß vinifiziert. Gialdi Vini gilt als Pionier dieser besonderen Spezialität – ein Weingut, das zeigt, wie viel Überraschungspotenzial in einer vermeintlich bekannten Rebsorte steckt. Noch überraschender sind die «heroischen Weinberge» – versteckte, kaum zugängliche Lagen wie der Vigneto della Pioda oberhalb von Maggia oder der Weinberg von Brontallo. In Scudellate wächst auf 904 bis 910 Metern der höchste Weinberg des Kantons; seit 2022 gedeiht dort die Sorte Divona als Beweis, dass Tessiner Winzerhandwerk auch nach 120 Jahren Experimentierfreude nicht verloren hat.

Wer tiefer in die Weinkultur eintauchen will: Die «Agriesperienze» – ausgezeichnet mit dem Global Best of Wine Tourism 2025 – bieten geführte Erlebnisse auf Weingütern und Höfen. Im Mai laden die «Cantine Aperte»-Wochenenden dazu ein, Produzenten persönlich kennenzulernen und neue Jahrgänge zwischen Rebbergen und Innenhöfen zu verkosten.

Lugano: Kultur, Geschmack und ein Festival am See

In der Küche des Tessins begegnen sich Schweizer Qualitätsbewusstsein und italienische Sinnlichkeit. Kira Ghidoni etwa kocht in der Osteria Bisnona in Contone mit Erfahrungen aus London, Neuseeland und Australien im Gepäck – und doch ganz nah an der Tessiner Tradition: saisonal, präzise, mit Gespür für lokale Produkte und zero waste. Eine Osteria, neu gedacht. Wer Lugano lieber Bissen für Bissen entdecken will, folgt der Route «Taste my Lugano»: eine selbstgeführte Genusstour mit fünf Stopps, lokalen Spezialitäten und einem Gelato zum Abschluss.

Tisch auf dem Baum im Grotto Milani im Bleniotal

Vom 9. bis 26. Juli 2026 verwandelt das Long Lake Festival die Stadt zur Seebühne: Konzerte, Performances, Themenmärkte, Estival Jazz und Lugano Buskers bespielen das Seeufer und die Innenstadt vom Nachmittag bis tief in die Nacht. Neu ist auch der Culture Pass Lugano, der für drei aufeinanderfolgende Tage Zugang zu Museen und Attraktionen bietet – ideal für alle, die zwischen Ausstellungen, Seeufer und Altstadt flanieren wollen.

Ein Tal, in dem die Zeit stehengeblieben ist

Wer den Kontrast sucht – zur Seepromenade, zum Festivaltrubel, zur mondänen Leichtigkeit von Lugano – findet ihn im Valle Bavona. Das abgeschiedene Seitental gilt als «Tal der Resilienz»: Viele Gebäude stammen aus früheren Jahrhunderten, Strom gibt es keinen, dafür einen Sternenhimmel, der in der Südschweiz seinesgleichen sucht. Noch heute bestehen dort zwölf Siedlungen.

Valle Bavona

Besonders bemerkenswert sind die Splüi – historische Unterfelsbauten, bei denen Häuser direkt unter überhängenden Felsen errichtet wurden. Sie gelten als einzigartiges landwirtschaftliches, kulturelles und ökologisches Erbe des Tessins und sind für alle, die abseits der Touristenpfade nach echten Entdeckungen suchen, ein Pflichtprogramm.

Schlafen unter Sternen – und andere neue Adressen

Wer die Nacht besonders erleben will, findet 2026 gleich zwei Orte zum Staunen: In Capriasca, oberhalb der Weinberge von Cagiallo, liegt eine Bubble Suite zwischen Hügeln und Wäldern – mit Jacuzzi, Sauna und Frühstück mit lokalen Spezialitäten. In Carona, eingebettet in den Parco San Grato, schläft man in einer transparenten Zeltstruktur mit Blick auf den Luganersee – und wacht unter dem Sternenhimmel auf.

Wer es klassischer mag: Das Swiss Diamond Boutique Hotel La Romantica am Seeufer von Melide öffnet mit großzügigen Glasfronten den Blick auf See und Berge aus jedem Zimmer. Das International au Lac in Lugano feiert seinen 120. Geburtstag – vier Generationen Familienhotel an der Seepromenade, mit Gartenpool und eigenem Kulturerbe-Status (ICOMOS/UNESCO). Und im Valle Leventina öffnet das Symphony Hotel & Restaurant im Villaggio della Musica, wo von Juli bis Oktober das Sobrio Festival für klassische Musik stattfindet.

Anreise und Ticino Ticket

Die meisten Reisenden aus der DACH-Region fliegen nach Mailand-Malpensa (103 km von Bellinzona) oder Mailand-Linate (129 km) – beide Airports sind per Direktzug oder Shuttle in rund einer Stunde mit Lugano verbunden. Wer ab Zürich reist, fährt bequem durch den Gotthard-Basistunnel: knapp zwei Stunden bis Bellinzona, etwas mehr bis Lugano. Das Tessin selbst ist kompakt: Von Lugano nach Locarno sind es keine dreißig Minuten mit dem Zug.

Wer in einer der 500 Partnerunterkünfte übernachtet, erhält automatisch das Ticino Ticket – es umfasst die kostenlose Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel sowie Ermäßigungen bei mehr als 170 Attraktionen. Man fährt spontaner, offener, weniger geplant. Und genau das passt zu einem Reiseziel, das seine schönsten Seiten erst dann zeigt, wenn man aufhört, alles kontrollieren zu wollen.

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