Cathay-Jet in Hongkong: Die Einreiseregeln sind hart.

Strikte Regeln in HongkongQuarantäneregeln führen zu Kündigungen bei Cathay Pacific

Die Quarantäneregeln in Hongkong machen es der Heimatairline schwer. Crews verbringen teils Wochen in Hotelzimmern und bei der Arbeit - davon haben sie mitunter genug.

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Hongkong verfolgt noch immer eine Null-Covid-Strategie. Um die Infektionszahlen gering zu halten, muss jede Person, die einreist, zwei bis drei Wochen in Quarantäne. Das muss zwingend in einem Hotel oder einer staatlichen Einrichtung erfolgen.

Für Besatzungen von Airlines gibt es gewisse Ausnahmen. Doch dafür müssen die Pilotinnen und Piloten sowie die Kabinencrews auf ihren Reisen strikte Vorgaben befolgen. Dazu gehört etwa, bei Aufenthalten im Ausland das Hotel nicht zu verlassen. Nicht immer hat das funktioniert. Erst kürzlich wurde bekannt, dass sich bei einem Aufenthalt in Frankfurt drei Piloten mit dem Coronavirus infiziert haben.

Dutzende Kündigungen

Daraufhin wurden 270 Besatzungsmitglieder, die ebenfalls in Frankfurt einen Stopp hatten, in eine staatliche Quarantäneeinrichtung verlegt. Die drei Piloten wurden entlassen, weil sie offenbar ihre Hotelzimmer verlassen hatten. Die restlichen Mitarbeitenden in Quarantäne wurden schließlich früher aus der staatlichen Einrichtung entlassen.

Doch die drei Piloten sind nicht die einzigen Abgänge bei der Fluggesellschaft. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, haben in den vergangenen Wochen Dutzende Pilotinnen und Piloten gekündigt. Der Grund: Die strengen Regeln in Hongkong erschweren den Job massiv.

Fünf Wochen am Stück zwischen Hotel und Cockpit

Teilweise, so berichtet ein Pilot der Agentur, habe er fünf Wochen am Stück in einer Art Blase verbracht und sei nur zwischen Hotelzimmer und Cockpit hin und her gewechselt. Danach gab es zwar zwei Wochen Freizeit, doch auch in diesen sind die Crews eigentlich angewiesen, sich zu isolieren. Ähnliches berichten auch andere Piloten.

Viele suchen nach Jobs bei Fluggesellschaften in Ländern, die keine Zero-Covid-Strategie mehr verfolgen. Die mentale Belastung durch die Isolierung von jeglichem Sozialleben sei schlicht zu groß. Man ist sich auch in der Führungsebene von Cathay Pacific bewusst, dass die Anforderungen zum Problem werden. In einer Aufzeichnung, die AFP vorliegt, sagte der Leiter des Flugbetriebs von Cathay, Chris Kempis, diese Woche zu den Beschäftigten, dass es «derzeit eine höhere Kündigungsrate unter den Piloten» gebe.

Andere verlagern Personal

Einer der von AFP befragten Piloten bemängelt angesichts der zusätzlichen Belastung gar die Sicherheit. «Viele Jungs sind am Ende ihrer Kräfte», wird er zitiert. «Es ist eigentlich erstaunlich, dass wir noch keinen Unfall hatten.» Andere Fluggesellschaften haben bereits begonnen, sich aus Hongkong zurückzuziehen.

Fedex siedelte vergangenen Mobnat Piloten aus Hongkong wegen der Quarantänebestimmungen nach Kalifornien um. Auch British Airways setzte vorübergehend Flüge aus, nachdem einige Besatzungsmitglieder von der Regierung isoliert worden waren. «Wenn die Fluggesellschaften erst einmal ihre Infrastruktur wie Techniker, Bodenpersonal und Piloten aus Hongkong an Orte wie Seoul und Bangkok verlagert haben, werden sie nicht mehr zurückkommen», sagte ein Pilot. Cathay selbst sagt gegenüber AFP, man müsse sich an die Regeln von Hongkong halten.

Cathay sagt, Crews können sich abmelden

«Wir sind uns voll und ganz bewusst, dass diese Vorschriften und die lange Zeit, die sie in Kraft sind, eine Belastung für unser Flugpersonal darstellen, das sich in dieser schwierigen Zeit vorbildlich und professionell verhalten hat», so die Airline. Alle, die sich nicht flugtauglich fühlten, könnten die Arbeit verweigern, «ohne sich in Gefahr zu begeben und sind rechtlich geschützt.»

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