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Vereinigtes Königreich

Quarantäne bereitet britischen Airlines Kummer

Wer mit dem Flugzug einreist, muss in Großbritannien 14 Tage in Quarantäne. Die Regel trifft Fluggesellschaften hart. Sie fordern Staatshilfe.

Luigi Manga/Unsplash

Touristin in London: Wohl noch länger ein eher seltenes Bild.

Boris Johnson trat am Sonntagabend vor die Fernsehkameras und richtete sich an seine Landsleute. «Es ist eine Tatsache, dass wir durch die Einführung dieser Maßnahmen verhindert haben, dass dieses Land von einer Katastrophe heimgesucht wird, bei der im schlimmsten Fall eine halbe Million Tote zu beklagen wären», sagte der Premierminister des Vereinigten Königreichs. Und er bereitete die Bürger auf erste Lockerungen vor.

«Um eine erneute Ansteckung aus dem Ausland zu verhindern, weise ich darauf hin, dass es bald an der Zeit sein wird – bei deutlich geringerer Übertragung – Menschen, die auf dem Luftweg in dieses Land kommen, unter Quarantäne zu stellen», sagte der britische Regierungschef in seiner Ansprache unter anderem. Er nannte dazu keine Frist. Doch allgemein wird erwartet, dass es um 14 Tage gehen wird.

Briten können faktisch «auf absehbare Zeit nicht mehr reisen»

Trotzt Erleichterungen auch für die Wirtschaft erntete Johnson nicht nur Lob. Die Quarantäne bereitet Airlines und der gesamten Tourismusindustrie Kummer. Denn die Regel macht Reisen äußerst unattraktiv – gerade jetzt, wo die Branche dringend auf Kunden angewiesen sind. Wer bucht schon einen Urlaub in Spanien oder einen Städtetrip in Rom, wenn er danach 14 Tage in Quarantäne muss?

«Die Reisebranche erlebt bereits eine Kernschmelze, daher ist es nicht übertrieben zu sagen, dass eine 14-tägige Quarantäne verheerende Auswirkungen hätte», sagte Steven Freudmann, Vorsitzender des Institute of Travel and Tourism der Zeitung The Guardian. Die Regierung sage den Briten im Grunde genommen, dass sie «auf absehbare Zeit nicht mehr reisen können», so Tim Alderslade vom Verband Airlines UK.

Regierung will nicht finanziell helfen

Die Fluggesellschaften würden als Folge ihren Flugstopp verlängern, so Alderslade weiter. «Deshalb benötigen sie dringend zusätzliche Unterstützung der Regierung, um diese wachsende Krise zu überwinden». Was er damit meint, führte der Lobbyist der Fluggesellschaften auch aus. Er fordert, dass alle Gebühren der Flugsicherung und Luftfahrtbehörde, aber auch die Ticketabgabe bis auf Weiteres ausgesetzt wird.

Die Regierung anerkennt, dass es eine «schwierige Zeit» für die Airline ist. Sie will aber keine finanzielle Unterstützung leiste – solange es private Finanzierungsmöglichkeiten gibt.



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