Qatar Executive hat zwei Gulfstream G700 übernommen. Die Flugzeuge haben die Kennzeichen A7-CHB und ...

Blick ins FlugzeugQatar Executive zündet bei Gulfstream G700 den Turbo

Gulfstreams G700 ist seit Ende März in den USA zertifiziert. Erstbetreiberin Qatar Executive hat die ersten zwei Exemplare des Ultralangstreckenbusinessjets übernommen und will schnell mehr.

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Qatar Airways gilt als besonders pingelig, wenn es um die Übernahme neuer Flugzeuge geht. Die Fluggesellschaft ist berühmt dafür, jeden noch so kleinen Mängel zu ahnden. Berühmt geworden ist ein Streit mit Airbus, der erst nach anderthalb Jahren gelöst werden konnte. Dabei ging es um Lackschäden am Airbus A350.

Ob die Businesscharter-Sparte der Airline ähnlich agiert, ist nicht bekannt. Es bleibt zu hoffen, dass ihre Freude über Gulfstreams neuestes Topmodell überwiegt. Denn Qatar Executive ist Erstebetreiberin der G700. Am 22. Mai hat sie die ersten beiden G700 der Öffentlichkeit präsentiert.

FAA und Easa zertifiziert

Auf sein neues Flaggschiff musste die Businesscharterairline aus Doha deutlich länger warten als geplant. Ursprünglich war die Zertifizierung für Ende 2022 vorgesehen, dann erst für Mitte dann für Ende 2023. Letztlich kam die erlösende Nachricht der US-Luftfahrtbehörde FAA Ende März. Mitte Mai hat auch die Easa nachgezogen und das Flugzeug zertifiziert.

Qatar Executive wolle mit der Gulfstream G700 das nächste Kapitel der Business Aviation aufschlagen, erklärt Chef Badr Mohammed Al-Meer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gulfstream-Präsident Mark Burns. Die Maschine biete den größten Luxus weltweit und werde Wirtschaftszentren mit Schlüsselmetropolen, wie beispielsweise Doha mit New York in kürzester Zeit verbinden, so Al-Meer.

Verhandlungen um Lieferslots

Qatar Executive hat insgesamt neun G700 bei Gulfstream bestellt und legt jetzt den Turbo ein, was die Auslieferungen angeht. Den dritten Ultralangstreckenbusinessjet erwartet die Airline Ende der kommenden Woche. Mitte des Sommers will sie bereits fünf G700 im Einsatz haben, so der Qatar-Executive-Chef. Derzeit sei man sogar in Verhandlungen, Lieferslots anderer Kunden zu übernehmen.

«Wir sehen eine enorme weltweite Nachfrage nach Businessjet-Reisen», so Al-Meer. Alle neun G700 werden die bereits bestehende Flotte erst einmal ergänzen. «In ein bis zwei Jahren könnte es passieren, dass wir unsere G650 gegen G700 oder G800 tauschen», so Al-Meer. Noch sei das aber nur eine Option. Die ersten beiden G700 starten Mitte Juni den Dienst. Der Andrang, auch der erste Kunde der G700 zu sein, war groß.

Zwei Konfigurationen

Was die Reisenden erwartet, zeigt ein exklusiver Blick in die Gulfstream G700. Qatar Executive wird sie in zwei Konfigurationen betreiben. Einmal für 13 und einmal für 15 Reisende. Laut dem Hersteller könnten bis zu 19 Personen im rund 17 Meter langen Flieger reisen. In beiden Varianten ist im hinteren Teil der Kabine ein Badezimmer und ein Schlafzimmer mit einem Doppelbett verbaut. Beides lässt sich durch Türen von der Hauptkabine abtrennen.

Im vorderen Teil der Kabine finden Clubsessel, ein Sofa, das zu einem Doppelbett umgeklappt wird sowie ein Bildschirm Platz. Die Kabine ist hell und modern gestaltet. Auch die Kabinencrew schätzt die G700, weil der Ruheraum für die Crew deutlich größer ist, als in der G650.

Schnellstes Gulfstream-Flugzeug

Der Preis für die G700 liegt bei rund 81 Millionen Dollar. Was sich der Anbieter das Chartern pro Stunde kosten lässt, verrät Qatar Executive nicht. Geschätzt werden Kosten von circa 17.000 Dollar pro Stunde.

Die Gulfstream G700 ist mit einer maximalen Geschwindigkeit von Mach 0.935 das aktuell schnellste Flugzeug der Flugzeug-Familie und es ist auf dem gesamten Langstreckenbusinessjetmarkt neben der Bombardier Global 7500 das Flugzeug mit der höchsten Reichweite von  14.353 Kilometer bei einer Reisegeschwindigkeit von Mach 0.85 und mit acht Passagieren sowie vier Crewmitgliedern.

Erstkundin der Global 5000

Das Flugzeug überzeugt mit viel Licht, dank 20 großer Fenster. Die Kabine ist mit 1,91 Meter auch sehr hoch. Laut dem Hersteller entspricht der Kabinendruck einer Höhe von 866 Meter) während das Flugzeug in einer Höhe von 12.497 Meter (41.000 Fuß) fliegt. Damit hat die G700 den niedrigsten Wert aller Businessjets.

Qatar Executive ist die Businesscharterabteilung der Qatar-Airways-Gruppe und wurde 2009 gegründet und betreut heute 21 Flugzeuge: zwei Airbus ACJ319, 2 Global 5000 von Bombardier, 15 G650ER und jetzt zwei G700. Sie war schon mal Erstbetreiberin für ein weltweit neues Modell: bei der Global 5000 von Bombardier.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Bilder der neuen Gulfstream G700. Ein Klick aufs Foto öffnet die Galerie im Großformat.

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