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Qatar Airways beruhigt Airbus und will A321 Neo

Die Golfairline hält an ihrer Order fest. Qatar Airways will statt Airbus A320 Neo aber lieber den größeren A321 Neo – und erst später. Einen Verlierer gibt es dennoch.

Airbus

Airbus A320 Neo: Air Astana hat schon einen, Qatar Airways noch immer nicht.

Es war ein kleiner, aber harter Seitenhieb. «Boeing baut einfach die besten Flugzeuge», sagte Qatar-Airways-Chef Akbar Al Baker im Oktober öffentlich. Die Golfairline unterzeichnete damals eine Absichtserklärung zum Kauf von bis zu 60 Boeing 737 Max 8. Viele sahen das als Vorbote eines Wechsels weg vom Airbus A320 Neo. An dem nörgelt Qatar Airways nämlich seit Langem herum.

Mehrmals hat Al Baker deshalb schon mit einer Annullierung der gesamten Order von 80 Airbus A320 Neo gedroht. Kurz vor Weihnachten 2015 hätte Qatar Airways als erste Fluggesellschaft der Welt das erste Exemplar des neuen Kurz- und Mittelstreckenfliegers erhalten sollen. Doch die Golfairline verweigerte wegen Problemen mit den Triebwerken die Annahme – bis heute. Die PW1100G-Triebwerke von Pratt & Whitney müssen zuerst zwischen zwei und sechs Minuten im Leerlauf gelassen werden, bevor sie genug Schub entwickeln, damit ein Flugzeug von alleine rollen kann.

CFM statt Pratt & Whitney

Nun ist immerhin eines klar: Qatar Airways hält an der Order fest. Denn Al Baker erklärte am Montag bei einer Veranstaltung verschiedenen Nachrichtenagenturen, dass er statt dem Airbus A320 Neo lieber die größere Variante A321 Neo wolle. Zudem habe er das Auslieferungsdatum auf 2018 verschoben. Mit Airbus habe man diesbezüglich Verhandlungen aufgenommen.

Airbus kann also aufatmen. Mit der Boeing-Absichtserklärung und der Abbestellung von drei A320 Neo hatte Al Baker den Druck auf den europäischen Flugzeugbauer laufend erhöht. Dennoch gibt einen Verlierer. Statt den Triebwerken von Pratt & Whitney will Qatar Airways nun auf das Konkurrenzmodell Leap-1A von CFM International setzen.

Probleme mit der Hitze

Bereits im Frühjahr hatte die Golfairline erklärt, man habe mit dem Joint Venture der französischen Snecma mit der amerikanischen General Electric gesprochen und abgeklärt, ob es Motoren liefern könne. Die Probleme der Triebwerke von Pratt & Whitney treten vor allem bei hohen Umgebungstemperaturen auf. Und in Katar ist es immer heiß. Das erklärt, weshalb andere Fluglinien den A320 Neo ohne Zögern übernehmen.



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