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Transatlantikflüge

A321 Neo bereiten Primera Air Ärger

Ein A321 Neo von Primera Air meldete nach dem Flug über den Atlantik einen Treibstoffnotfall. Schwierigkeiten bereiten der Fluglinie aber vor allem Verzögerungen bei Airbus.

Airbus

A321 Neo von Primera Air: Hatte in Toronto ein Problem.

«Ein weiterer Meilenstein ist erreicht – gestern ging unser erster Flug über den Atlantik – von London nach New York.» Mit diesem Tweet feierte Primera Air am 20. April ihren Einstieg ins Transatlantik-Geschäft. Nur wenige Tage zuvor hatte die dänische Airline, die auch eine Tochter in Lettland hat, ihren ersten Airbus A321 Neo erhalten.

Mit den relativ kleinen Jets geht es nun von London Stansted nach New York, Boston und und Toronto. Als der A321 Neo von Primera Air am 24. Juli als Flug PF45 aus London in Toronto ankam, gab es einen Zwischenfall. Während des Anfluges auf den Flughafen meldete die Crew einen Treibstoff-Notfall, wie das Fachportal Flightglobal unter Berufung die kanadische Behörde für Transportsicherheit berichtet.

Mehr als vorgeschrieben

Um kurz vor 21 Uhr erklärten demnach die Piloten auf Anfrage der Fluglotsen, man habe noch 2,3 Tonnen Treibstoff an Bord und werde bei der Ankunft noch 2,1 Tonnen haben. Der Flieger mit der Kennung OY-PAA und Leap-1A-Triebwerken von CFM International bekam die Freigabe, mit Priorität auf Piste 23 zu landen. Er tat dies um 21:10 Uhr ohne weitere Vorkommnisse.

Auf Anfrage von aeroTELEGRAPH erklärte die Airline, es habe sich um eine Vorsichtsmaßnahme gehandelt. Die Lotsen hätten die Crew über eine witterungsbedingte Verspätung in Toronto informiert. Nachdem sich die Verzögerung verlängert habe, und dies ohne zeitliche Angaben zu einer möglichen Besserung der Lage, hätten die Piloten als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme ein Priority Landing erbeten. «Das Flugzeug landete mit genügend Treibstoff für etwa 55 Flugminuten oder 2,1 Tonnen, was eine Tonne mehr Treibstoff ist, als von internationalen Standards verlangt», so die Fluggesellschaft.

Warten auf die A321 Neo

Bisher betreibt Primera Air zwei Airbus A321 Neo. Insgesamt soll die Fluglinie drei der Maschinen von Gecas bekommen und fünf weitere von anderen Leasingunternehmen, darunter zwei Exemplare der Langstreckenvariante A321 LR. All das soll noch in diesem Jahr geschehen, erklärte der europäische Flugzeugbauer im April. Allerdings gibt es Schwierigkeiten.

Primera Air teilte Anfang Juni mit: «Weitere Verzögerungen bei der Auslieferung der von Primera Air bestellten A321-Neo-Flotte durch Airbus haben zur Streichung der Linienflüge von Birmingham nach New York und Toronto in diesem Sommer geführt.» Dies gelte ab dem 21. Juni. Chef Andri Már Ingólfsson sprach und einer Enttäuschung für Airline und Airport und sagte, man habe nicht mit solch gravierenden Verzögerungen bei Airbus gerechnet. Im Jahr 2019 wolle man dann aber mit den Langstreckenflüge nach Birmingham zurückkehren.

Order über 20 Boeing 737 Max

Anfang des Jahres hatte die Fluglinie angekündigt, künftig nicht nur von London Stansted und Birmingham aus nach Nordamerika zu fliegen, sondern auch von Paris Charles de Gaulle. Allerdings verlässt sich die Airline bei ihren Zukunftsplänen nicht alleine auf Airbus. Sie hat bei Boeing 20 737 Max 9 geordert.

Schon jetzt betreibt Primera Air zwei 737-700 und acht 737-800. Neben den Langstrecken bietet Primera Air in Europa auch etliche kürzere Routen an.



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