Ju 52 von Ju Air: Sie war lange ein gewohntes Bild in den Alpen.

Absturz in der SchweizPlötzlich kippte die Ju-52

Die Schweizer Behörden verteidigen Ju-Air. Die Airline verteidigt die Piloten der Ju-52. Aussagen eines Augenzeugen könnten auf ein technisches Problem hinweisen.

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Luftfahrt

Der Schock sitzt immer noch tief. 20 Todesopfer bei einem Flugzeugabsturz in der Alpenregion, das ist schon ungewöhnlich. Wenn dann noch ein so legendäres und weitherum bekanntes Flugzeug wie die Junkers Ju-52 betroffen ist, dann ist die Betroffenheit umso größer. Nach dem Unglück der Maschine mit dem Kennzeichen HB-HOT richtet sich das öffentliche Interesse mitunter auch auf die Rundflugairline Ju-Air.

Die schweizerische Luftfahrtbehörde Bazl beeilte sich am Montag (6. August), die Fluglinie in Schutz zu nehmen. Man überprüfe den Betrieb und den technischen Zustand der Flugzeuge regelmäßig. Ju-Air habe seit der Gründung vor 35 Jahren keinen Unfall mit Verletzten zu verzeichnen, so das Bundesamt für Zivilluftfahrt bei Twitter. Die verunglückte Ju-52 habe am 6. April 2018 die Prüfbestätigung für die nächsten zwei Jahre erhalten. «Bei der Inspektion wurden keine Unstimmigkeiten festgestellt.»

Blackbox nicht Pflicht

Viele wundern sich auch, dass die Ju-52 keine Blackbox besaß. «Die Ausrüstung entspricht den Anforderungen, die für den Sichtflugbetrieb an solche Flugzeuge gestellt werden», so die Schweizer Behörde. Der Einbau zusätzlicher Elemente liege im Ermessen des Betreibers, sei aber gesetzlich nicht vorgeschrieben.

Ju-Air selbst streicht die Erfahrung der beiden Piloten hervor. Der eine war 62 Jahre alt und arbeitete zuvor mehr als 30 Jahre lang als Linienpilot, zuletzt als Kapitän auf Airbus A330 und A340. Bei der Luftwaffe ist er ebenfalls 28 Jahre geflogen. Seit 2004 saß er regelmäßig im Cockpit der Ju-52 mit über 900 Flugstunden. Der zweite Kapitän war 63 Jahre alt und seit 2013 bei Ju-Air. Er hatte schon fast 300 Stunden Flugerfahrung auf der Ju-52. Er war zuvor 30 Jahre Militärpilot bei der Luftwaffe und mehr als 30 Jahre Linienpilot, zuletzt ebenfalls als Kapitän auf Airbus A330 und A340.

Plötzlicher Sturzflug

Viele glauben deshalb an ein technisches Problem als Ursache. Darauf deutet auch die Schilderung eines Augenzeugen hin. Die Maschine sei am Samstag kurz vor 17 Uhr Richtung Norden geflogen, sagte Raini Felder, Chef der Alpenclub-Hütte auf dem Segnespass der Zeitung Tages-Anzeiger. Statt über den Grat zu fliegen, habe das Flugzeug plötzlich eine scharfe Kurve gemacht. Dann sei die Ju-52 unvermittelt gekippt und in einen Sturzflug übergegangen. «Es hat keine 15 Sekunden gedauert», so Felder zum Blatt.

Ein anderer Augenzeuge will zuvor bereits einmal ein Wegkippen der Ju-52 beobachtet haben. Da konnten die Piloten aber wieder die Herrschaft über das Flugzeug erlangen.

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