Platz 2 belegt Air Asia X. Die Fluggesellschaft aus Kuala Lumpur hat pro Woche 172 Mal Langstrecke im Angebot. Das sind 16 Flüge mehr als im Vorjahr.

Air AsiaLandung in Australien statt Malaysia

Ein Airbus A330 von Air Asia brachte die Passagiere statt nach Kuala Lumpur nach Melbourne. Grund war eine ganze Reihe von Fehlern bei Besatzung und Fluglinie.

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Es ist eigentlich das perfekte Beispiel für einen Domino-Effekt: Ein Fehler sorgt dafür, dass die Dinge völlig außer Kontrolle geraten. Passiert ist das vergangenes Jahr bei Air Asia X. Die Passagiere von Flug D7 223 vom 10. März 2015 landeten statt in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur im australischen Melbourne. Weder Fluggesellschaft noch Crew kommen beim Zwischenfall gut weg. Das zeigt der Bericht der australischen Untersuchungsbehörde Australian Transportation Safety Board (ATSB).

Angefangen hat alles mit einer falschen Dateneingabe. Der Kapitän tippte die Koordinaten des Flugzeugs, die normalerweise die des Abflugsgates sind, falsch ins System ein. Statt 151° 9.8’ east, oder im System 15109.8 einzutippen, gab er den Längengrad mit 15° 19.8’ east, oder 01519.8 an – und lag damit um 11.000 Kilometer daneben.

Systeme gerieten völlig durcheinander

Dieser Fehler habe die Systeme des Airbus A330 völlig durcheinandergebracht, so die Ermittler. Nicht nur war die Navigation nicht mehr funktionstüchtig, das Flugzeug sendete auch falsche Alarmmeldungen im Cockpit ab. Erst nach dem Start wurde den Piloten klar, was für ein Fehler bei der Vorbereitung geschehen war.

Mehrere Fehlermeldungen im Cockpit ignorierten die Piloten. Der Kopilot gestand sogar ein, eine der Nachrichten gesehen zu haben. Sie sei aber zu schnell wieder weg gewesen, um sie zu interpretieren. Ein weiteres Zeichen dafür, dass irgendetwas nicht stimmen konnte: Nach dem Start erklang im Cockpit plötzlich die Warnung «Terrain! Terrain!», die eigentlich bedeutet, dass der Flieger sich gefährlich schnell dem Boden oder einem Hindernis nähert. Die Piloten gaben zu, dass der Alarm sie «erschreckt» habe. Aber weil sie sehen konnten, dass er unbegründet war, entschieden sie sich, den Flug fortzusetzen.

Autopilot schlug falschen Kurs ein

Dann kam das nächste Problem auf: Als der Autopilot sich auf einer Höhe von 4100 Fuß (etwa 1250 Meter) einschaltete, begab sich der Airbus auf einen falschen Kurs: Er schlug den Weg ein, den eigentlich Flieger nehmen, die auf der parallelen Piste gestartet sind. Aus diesem Grund mussten die Fluglotsen einen anderen Jet, der eigentlich starten wollte, zurückhalten.

Sowohl Kapitän als auch Kopilot versuchten laut ATSB dann, das Problem zu beheben. Doch das habe nur zu «weiterem Schaden bei Navigation und Flugzeugsystemen» geführt. Die Crew entschied sich daher, eine Umkehr nach Sydney zu beantragen. Doch weil sie wegen der Probleme nur auf Sicht landen konnten, wurde ihnen die Landung verweigert – die Wetterverhältnisse in Sydney hatten sich mittlerweile verschlechtert. Der Airbus wurde nach Melbourne geschickt. Dort blieb der Flieger rund drei Stunden am Boden, bis er wieder Richtung Kuala Lumpur abheben konnte – wo er mit sechs Stunden Verspätung landete.

Piloten wurden informiert

Die Moral von der Geschicht', so die ATSB: «Auch erfahrene Crews sind vor Fehlern bei der Dateneingabe nicht gefeit.» Eigentlich hätte es sogar ein Upgrade für das System gegeben, welches den Fehler des Kapitäns erkannt und verhindert hätte. Doch Air Asia hatte das in dem Flugzeug noch nicht installiert. Man habe der Airline empfohlen, die Systeme regelmäßig zu upgraden.

Air Asia hat inzwischen Konsequenzen aus dem Zwischenfall gezogen und in einem Bulletin alle Crews über das Vorgehen in einer solchen Notsituation informiert. Außerdem hat die Fluglinie die Ergebnisse einer internen Untersuchung zum Zwischenfall mit allen Piloten geteilt, um diese für ähnliche Zwischenfälle zu sensibilisieren.

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