Unglücksflug PK8303Airbus A320 stürzt in Karachi auf Wohngebiet

Ein Flugzeug von Pakistan International Airlines ist beim Anflug auf Karachi in ein Wohngebiet gestürzt. Beim Unglück starben mindestens 80 Menschen.

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Auch in Pakistan ist der Flugverkehr aufgrund der Corona-Krise sehr eingeschränkt. Heimische Fluggesellschaften dürfen lediglich einige wenige Inlandsflüge durchführen. Und genau auf einem solchen ist es nun zu einer Katastrophe gekommen.

Flug PK8303 startete am Freitag (22. Mai) um 13 Uhr in Lahore. Sein Ziel war der Jinnah International Airport von Karachi. Doch der Airbus A320 von Pakistan International Airlines PIA kam dort nicht an.

Zweiter Landeversuch

Wie die Fluggesellschaft bestätigte, stürzte er vor der Landung über dem Stadtteil Model Colony von Karachi ab. Der liegt rund fünf Kilometer vom Flughafen von Karachi entfernt. Wie der Chef von Pakistan International gegenüber der Zeitung Dawn erklärte, teilte der Pilot dem Kontrollturm offenbar mit, er werde die Landung abbrechen. Als Grund nannte er ein «technisches Problem».

Das auf Unfälle spezialisierte Portal Aviation Herald spricht von Problemen mit dem Fahrwerk. Während des zweiten Landeanfluges sollen dann beide Triebwerke des Airbus A320 ausgefallen sein. Daraufhin habe der Flieger an Höhe verloren.

Schneller Sinkflug

Bilder einer Überwachungskamera zeigen denn auch, wie die 16-jährige Maschine mit dem Kennzeichen AP-BLD viel zu schnell nach unten gleitet. Sie berührte dabei gemäß Augenzeugen zuerst eine Mobilfunkantenne. Dann stürzte das Flugzeug auf Gebäude. Die Absturzstelle im Stadtteil Model Colony ist gemäß dem Provinzgouverneur «dicht bevölkert».

Offenbar hat der Pilot zuvor noch gefunkt: «Wir gehen direkt weiter - wir haben einen Motor verloren» («We are proceeding direct, sir — we have lost engine»). Der Loste habe geantwortet: «Bestätige Versuch einer Bauchlandung» («Confirm your attempt on belly»). Zudem habe er eine Landebahn zugewiesen. Dann aber folgte aus dem Cockpit: «Sir - mayday, mayday, mayday, mayday Pakistan 8303.»

Staudruckturbine ausgefahren

Auch Bilder, die angeblich kurz vor dem Unfall aufgenommen wurden, weisen auf ein technisches Problem hin. Sie zeigen den Airbus A320 mit ausgefahrener Staudruckturbine (Englisch: Ram Air Turbine oder kurz RAT). Sie kommt nur im äußersten Notfall zum Einsatz: Wenn alle Triebwerke ausfallen und der Notstromgenerator versagt, braucht es zum Steuern noch Strom – und den erzeugt der Propeller der RAT, der in diesem absoluten Notfall ausgefahren wird.

Genützt hat das aber offensichtlich nichts mehr. Bilder von der Unfallstelle zeigen dunklen Rauch, der aufsteigt. Ebenso sind zerstörte Häuser zu sehen. Die lokalen Behörden sprechen von mindestens sechs betroffenen Häusern. Es werden deshalb auch Opfer am Boden befürchtet. Vor Ort waren vor allem Frauen, da die Männer gerade das Freitagsgebet in der Moschee besuchten.

Wenig Hoffnung auf Überlebende

In lokalen Medienberichten wird von 13 Passagieren berichtet, die in Krankenhäuser gefahren wurden sowie 25 bis 30 Bewohner des Stadtteils. Offiziell bestätigt sind bis jetzt 80 Todesopfer.

An Bord des Airbus A320 befanden sich gemäß Pakistan International Airlines 91 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Bisher ist von zwei überlebenden Insassen die Rede.

Der Artikel wird laufend aktualisiert.

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