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Oneworld: Bangen um die Mitglieder

Malev pleite, Kingfisher nicht beitrittsfähig: Die Liste der Probleme der Luftfahrtallianz wird länger.

Oneworld

B737 von Malev: Nach der Pleite ein Oneworld-Mitglied weniger.

Mit dem Grounding der ungarischen Nationalairline war es besiegelt: Oneworld hat ab sofort nur noch elf Mitglieder. Mit Malev verliert das Luftfahrtbündnis außerdem auch einen wichtigen Partner für Ziele in Zentraleuropa und den nahen Osten. Für die europäischen Strecken dürfte mit dem Beitritt von Air Berlin im März allerdings schon bald ein teilweiser Ersatz kommen. Die deutsche Airline kündigte am Freitag (3. Februar) umgehend an, von nun an täglich nach Budapest zu fliegen und so zumindest einen Teil der von Malev verursachten Ausfälle zu kompensieren.

Die Pleite der Ungarn ist nicht das einzige Problem der Allianz: Jetzt ist auch noch der Beitritt von Kingfisher auf Eis gelegt. Eigentlich sollte dieser noch am 10. Februar erfolgen. Damit wäre die verschuldete Fluggesellschaft als erste indische Airline die Mitglied eines großen internationalen Bündnisses geworden. Und Oneworld hätte sich in Asien verstärkt. Doch offenbar will man bei der Allianz um British Airways nicht noch ein weiteres Mitglied, das finanziell alles andere als stabil ist. «Es ist in letzter Zeit immer klarer geworden, dass die Airline mehr Zeit braucht, um ihre Finanzen wieder in den Griff zu bekommen», lässt sich Oneworld-Chef Bruce Ashby in einer Medienmitteilung zitieren. Erst dann könne man die Inder in die Allianz aufnehmen.

Noch weitere Sorgenkinder

Kingfisher-Gründer und Besitzer Vijay Mallya gibt sich ebenfalls optimistisch. Schon in kurzer Zeit rechne man damit, die turbulenten Zeiten hinter sich zu lassen und Oneworld beitreten zu können. Die Nachrichten lassen auf anderes schließen: Erst in der vergangenen Woche flog Kingfisher wegen Zahlungsschwierigkeiten aus dem Abrechnungssystem des internationalen Luftfahrtverbands Iata.

Doch Probleme hat Oneworld auch sonst genug: Mitglied Mexicana fliegt bereits seit August 2010 nicht mehr. Damals musste die mexikanische Airline Insolvenz anmelden und stellte alle Ticketverkäufe ein. Laut eigenen Aussagen auf der Homepage ist sie jedoch optimistisch, schon bald wieder den Flugbetrieb aufzunehmen. Immer wieder gab es Nachrichten, man sei in Gesprächen mit Investoren – wenngleich diese nicht immer besonders seriös klangen. Die Flotte bleibt währenddessen weiterhin am Boden.

Zudem könnte die chilenische LAN dem Bündnis schon bald verloren gehen – wenngleich nicht aus finanziellen Problemen. Sie fusioniert mit Brasiliens TAM zur Latam Airlines Group, der größten Luftfahrtgruppe in Lateinamerika. Doch TAM gehört zum weltgrößten Luftfahrtbündnis Star Alliance. Die Behörden stellen als eine Bedingung auf, dass das neue Unternehmen sich für eine Allianz entscheidet. Sollte die Star Alliance als Gewinnerin hervorgehen, würde der Marktanteil von Oneworld in Lateinamerika gemäß dem Centre for Asia Pacific Aviation (CAPA) von rund 14 auf etwa 7 Prozent fallen. Der von Star Alliance würde sich von 20 auf etwa 40 Prozent verdoppeln. Im umgekehrten Fall wäre Oneworld in der Region der Marktführer mit rund 30 Prozent, die Star Alliance hielte dann nur noch etwa 15 Prozent.



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