Letzte Aktualisierung: um 16:37 Uhr
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Avatar Airlines

Nur auf dem Papier existierende Airline will Staatshilfe

Seit neun Jahren sucht Avatar Airlines Geld für den Start. Jetzt hofft sie, vom Hilfsprogramm der Regierung der USA zu profitieren.

Avatar Airlines

Illustration von Avatar Airlines: Geflogen ist die Fluglinie noch nie.

Avatar Airlines ist keine junge Firma mehr. Seit 2011 versucht die Fluggesellschaft, mit Sitz in Las Vegas abzuheben. Der Plan blieb immer unverändert: Rennstrecken in den USA mit Dreiecksflügen zu bedienen.

Die Möchtegern-Fluglinie verspricht dabei rekordtiefe Preise. Flüge von Miami nach New York seien ab 49 Dollar zu haben, so Avatar Airlines auf ihrer Webseite. Versteckte Gebühren werde es dabei keine geben. Sitzplatz, Wifi – alles sei kostenlos, so das Versprechen. Möglich soll das durch rekordtiefe Kosten werden.

Bereits wegen Steuervergehen im Gefängnis

Auch eine Flotte hat Avatar Airlines bereits im Kopf. Im Februar gab das Unternehmen bekannt, eine Absichtserklärung zum Kauf von 30 Boeing 747-8 abgegeben zu haben. Anerkannt vom Flugzeugbauer wurde die freilich nicht. Immerhin saß Gründer Barry Michaels gemäß dem TV-Sender KLAS bereits einmal in Zusammenhang mit einem Airlineprojekt hinter Gittern.

Der umtriebige Mann versuchte in den Neunzigerjahren, Family Airlines zu starten. Er wurde wegen Steuer- und Wertschriftenvergehen verurteilt. Jetzt sucht er 300 Millionen Dollar für sein Projekt Avatar Airlines.

Fehler in der Anrede

Doch Michaels will nicht nur Geld von Investoren. Er will auch welches vom Staat. Zwar sei man nicht von der Corona-Krise betroffen, schreibt das Unternehmen in einem Brief an Finanzminister Steven Mnuchin. Man mache mit den Plänen weiter wie bisher und werde 2000 bis 3000 Leute anstellen und die Luftfahrtbranche umkrempeln.

Trotz allem verlangt Avatar Airlines, in das Unterstützungsprogramm der Regierung der USA aufgenommen zu werden. Der gewünschte Betrag: 15 Millionen Dollar in Form von Zuschüssen und Krediten. Ein kleiner Schönheitsfehler: Den Namen des Finanzministers schrieb die Fluglinie im Brief gleich in der Anrede falsch.



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