Flieger von Virgin: Ärger in Nigeria.

Multimillionenstrafe für Virgin

Wegen unfairer Geschäftspraktiken soll Virgin Atlantic in Nigeria über 100 Millionen zahlen - British Airways ebenso.

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Preistreiberei, unfaire Absprachen, Ausnutzen der Passagiere - harte Vorwürfe erhebt Nigeria gegen British Airways und Virgin Atlantic. Daher hat die Regierung des Landes gegen die beiden britischen Fluggesellschaften hohe Geldstrafen verhängt. British soll 135 Millionen Dollar zahlen, Virgin 100 Millionen Dollar. Sie sollen ihre Marktmacht ausgenutzt haben. Die beiden Airlines betreiben zusammen etwa 90 Prozent der Direktflüge zwischen Nigeria und Großbritannien, wie die nigerianische Luftfahrtbehörde NCAA mitteilte. Damit hätten sie auf den Strecken quasi ein Duopol - das sie offenbar ausnutzen. Wie die Behörde weiter beklagt, verlangen die Fluggesellschaften auf den Flügen zwischen Afrikas bevölkerungsreichstem Land und der britischen Insel weit höhere Preise als auf Strecken in andere afrikanische Länder wie etwa das benachbarte Ghana.

Die Strafe ist Resultat einer Untersuchung der Treibstoffzuschläge auf Flügen von Lagos nach London Heathrow. Die Airlines haben nun zwei Wochen Zeit, um zu reagieren, berichtet das afrikanische Portal MTM News. Sie sollen also ihre Preise für Flüge nach Nigeria denen für Flüge in vergleichbar weit entfernte afrikanische Länder anpassen. Tun sie das nicht, könnten sie sich noch härteren Strafen gegenübersehen - bis hin zu einem totalen Flugverbot nach Nigeria. Offenbar hat British Airways bereits Preisreduktionen um etwa 20 Prozent angeboten - Nigeria war das aber nicht genug. Die Airline hat dafür kein Verständnis: «Wir fliegen seit 75 Jahren in das Land und wollen das auch weiterhin», heißt es in einer Stellungnahme. Man biete guten Service zu wettbewerbsfähigen Preisen und habe sich nichts vorzuwerfen. Auch Virgin Atlantic zeigte sich in einer Reaktion keiner Schuld bewusst.

Keiner Schuld bewusst

Der Streit zieht sich schon seit Monaten hin. Anfang November hatte Nigeria gedroht, die Flüge von British Airways in die Hafenstadt Lagos von sieben auf drei pro Woche zu reduzieren. Der Grund: Man sah die heimische Arik Air sabotiert, nachdem der Flughafen Heathrow der Fluggesellschaft nicht genügend Landeslots zur Verfügung stellte. Damit sei ein bilaterales Abkommen zwischen den beiden Ländern verletzt worden, das seit 1958 besteht (aeroTELEGRAPH berichtete). In der vergangenen Woche konnten die beiden Regierungen jedoch in letzter Minute eine Vereinbarung schließen, laut der bis Ende des Jahres alles beim alten bleibt. Bis dahin erwartet Nigeria allerdings, dass Die britischen Unternehmen sich den Vorwürfen stellen.

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