London Southend: Dorf mit Piste.

Londons Neuer bereit zum Start

Der kleine Southend Airport hat ein neues Terminal. Der Verkehr soll sich nun in den nächsten acht Jahren verfünfzigfachen.

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Zwei Millionen Passagiere sollen den Londoner Southend Airport 2020 benutzen. Das sind fünfzig Mal mehr als letztes Jahr. Schon bald werden vom kleinen Flughafen im Osten der britischen Hauptstadt Flieger in europäische Metropolen fliegen. So wird etwa der Billigflieger Easyjet ab April den Flughafen als zwanzigste Basis nutzen - pünktlich zu den Olympischen Spielen und mit 70 Flügen pro Woche. Und ab April wird auch Air Lingus täglich drei Mal von Southend nach Dublin fliegen. Um den Mehrverkehr zu bewältigen, wurde ein neues Terminal gebaut, das nun am Montag (5. März) offiziell eingeweiht wurde. Zehn Millionen Pfund (rund 12 Millionen Euro/14 Millionen Franken) kostete das neue Glasgebäude. Insgesamt kostet die Erweiterung des Flughafens, der dem Betreiber Stobart gehört, 100 Millionen Pfund. Ein neuer Kontrollturm und ein Bahnhof wurden bereits eröffnet, die Start- und Landebahn von derzeit 1600 Meter Länge wird noch erweitert.

Und für die britische Luftfahrtindustrie ist es eine wichtige Erweiterung, findet zumindest Transportministerin Justine Greening. Bisher habe sich die Diskussion um die Zukunft der britischen Luftfahrt hauptsächlich auf Drehkreuze wie Heathrow und Gatwick konzentriert. «Aber die regionalen Flughäfen spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, den Aviatiksektor wettbewerbsfähig zu halten», so die Ministerin bei der Eröffnung des neuen Terminals in Southend. Der Ausbau in Southend sei eine «gute Nachricht für die Region. Bis im Sommer werden hier 500 Arbeitsplätze geschaffen» meinte sie weiter.

Absage an dritten Heathrow-Runway

Greening verriet auch erste Details über die so genannte «Airport Review» des Ministeriums, einen Bericht zur Situation und Zukunft der Kapazität der Flughäfen in Großbritannien. Und sie war dabei nicht unbedingt nur optimistisch: Momentan stehe ein Fragezeichen dahinter, ob man in der Lage sei, die nötigen Kapazitäten zu bieten. Aber man tue alles und wolle sämtliche Grundlagen nutzen, die man habe, um das zu schaffen, so Greening. Dem Vorschlag, den Flughafen Heathrow, den größten in Großbritannien und von den Passagierzahlen her auch den größten Europas, mit einer weiteren Start- und Landebahn auszustatten, erteilte sie aber eine klare Absage.

Erst am Sonntag hatten sich Wirtschaftsvertreter in einem Offenen Brief an die Zeitung The Sunday Telegraph eindringlich für diese Option ausgesprochen. Aber das sei «nicht die richtige Antwort», so Greening gemäß BBC News. Die Frage nach einem neuen Flughafen für London beantwortete sie weniger klar. Dieser würde auf der Isle of Grain bei der Themsemündung entstehen und vier Start- und Landebahnen haben. Jetzt sei die Zeit, Vorschläge zu diesem Thema einzureichen, so die Ministerin. Viele Kritiker befürchten durch einen neuen Flughafen in der Themse-Metropole eine Kannibalisierung von Heathrow.

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