Comac-C919-Testflieger: Das Modell soll bis zu 168 Passagieren Platz bieten.

Weitere Verzögerung drohtNeue Probleme plagen Comac C919

Der chinesische Kurz- und Mittelstreckenjet hat schon reichlich Verspätung. Nun sorgen unter anderem falsche Berechnungen für weitere Schwierigkeiten.

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Es wäre aktuell kein schlechter Zeitpunkt, ein neues Kurz- und Mittelstreckenflugzeug auf den Markt zu bringen: Boeings 737 Max darf seit rund zehn Monaten nicht abheben und hat nun ein arg angeschlagenes Image. Airbus' Produktion von A320 Neo und A321 Neo ist schon für Jahre ausgelastet. Der chinesische Flugzeugbauer Comac wird diese Chance mit seiner C919 aber wohl nicht nutzen können. Denn dem Modell, das schon jetzt mindestens fünf Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan liegt, droht eine weitere Verspätung.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet, soll eine Reihe von technischen Problemen für Verzögerungen bei der C919 sorgen. Die zurzeit größte Schwierigkeit liegt demnach in falschen Berechnungen von Comac-Ingenieuren. Sie kalkulierten demnach die Kräfte nicht richtig, die auf die beiden Triebwerke wirken. So wurden unkorrekte Daten an den Triebwerksbauer CFM International übermittelt.

Auch Risse sorgten für Probleme

Über die Folgen sind sich die Informanten der Nachrichtenagentur nicht einig. Mehrere sagen, die Werte seien immer noch nicht vollständig korrigiert worden und es würden wohl Anpassungen am Triebwerk nötig werden. Eine andere Quelle bestreitet das und sagt, es sei nicht ungewöhnlich, dass Kalkulationen während der Entwicklung überarbeitet würden.

Allerdings sind es nicht die einzigen Schwierigkeiten. Laut Reuters erwiesen sich das Höhenleitwerk sowie ein Getriebe am Triebwerk als anfällig für Risse. Einmal sei es dadurch sogar zu einem Triebwerksausfall bei einem Testflug gekommen. Beide Probleme sollen mittlerweile behoben sein, aber für Verzögerungen gesorgt haben.

Lässt Comac sich nicht genug Zeit?

Comac führt mittlerweile mit sechs Prototypen der C919 Testflüge durch. Im vergangenen September hatte das Unternehmen erklärt, man visiere die Zertifizierung des Flugzeuges in den nächsten zwei oder drei Jahren an, also 2021 oder 2022. Dieser Zeitplan könnte laut den Reuters-Quellen nun jedoch gefährdet sein. «Die Dinge funktionieren nicht immer so, wie geplant, aber ich hoffe, dass Comac etwas langsamer macht und nichts überstürzt», sagte einer der Informanten. «Sonst wird es später jede Menge Probleme geben.»

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