Letzte Aktualisierung: 7:16 Uhr

Suche nach neuem Besitzer

Nepal Airlines sucht Aktionär im Nahen Osten

Die nepalesische Nationalairline rappelt sich auf. Um nachhaltig Erfolg zu haben, sucht Nepal Airlines aber einen neuen Investor. Sie spricht mit zwei Fluglinien aus dem Nahen Osten.

Hansueli Baumgartner

Boeing 727 der damaligen Royal Nepal Airlines: In den Siebziger- und Achtzigerjahren erlebte die Fluglinie einen Boom.

Zwölf Jahre nach der Gründung holte die Regierung in Kathmandu Hilfe. 1970 übernahmen Vertreter von Air France die Führung der damaligen Royal Nepal Airlines. Sie führten moderne Managementmethoden ein und modernisierten die Flotte mit einer Boeing 727. Es war der perfekte Zeitpunkt. Denn mit der Entdeckung Nepals als exotischer Urlaubsdestination und dem darauf folgenden Touristenboom wurde die Fluggesellschaft zur Goldgrube.

Heute ist Nepal Airlines – das Royal wurde nach dem Sturz des Königs aus dem Namen gestrichen – nur noch ein Schatten ihrer selbst. Nach der Liberalisierung des Luftverkehrs im Land 1992 wurden gegen vierzig neue Airlines gegründet. Hinzu kamen ein laufend sinkendes Serviceniveau und schlampige Wartung bei der Staatsairline sowie gravierendes Missmanagement. Der Martktanteil von Nepal Airlines sank darum im Inland bis zur Bedeutungslosigkeit, bei den Auslandsverbindungen haben indische Anbieter und Golfairlines längst die Nase vorne.

Anteil von 51 Prozent steht zum Verkauf

Jetzt rappelt sich Nepal Airlines langsam wieder auf. Vergangenes Jahr wurde die Flotte mit zwei neuen Airbus A320 gestärkt. Im kommenden Dezember werden zwei A330 übernommen, um die Langstrecke zu stärken und die verbleibende 28-jährige Boeing 757 zu ersetzen. Als erste neue Ziele werden dann Tokio und Seoul in den Flugplan aufgenommen.

Doch Management und Regierung glauben nicht, dass Nepal Airlines es mittelfristig alleine schafft. Sie führen deshalb Gespräche mit zwei Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten, wie Geschäftsführer Sugat Ratna Kansakar bei einer Pressekonferenz erklärte. Die Regierung ist bereit, dem strategischen Investor bis zu 51 Prozent der Aktien zu verkaufen.

Neue Destinationen im Visier

Es ist bereits der dritte Anlauf. Schon 2007 versuchte die Regierung Nepal Airlines zu privatisieren. Das Vorhaben scheiterte. 2014 nahm Nepal einen neuen Anlauf. Auch damals wurde nichts daraus. Nun soll es endlich klappen.

Mit dem frischen Kapital aus einem erfolgreichen Verkauf will Nepal Airlines weitere Flieger kaufen, um weiter zu expandieren. Chengdu, Kunming, Lhasa (Tibet), Peking, Shanghai in China, Rangun in Burma, Colombo in Sri Lanka sind weitere Ziele, die man beim Management prüft. Derzeit fliegt Nepal Airlines nach Bangalore, Bangkok, Delhi, Doha, Dubai, Hongkong, Kuala Lumpur und Mumbai.



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