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Mutter von Korean Air wirft Auge auf kriselnde Asiana

Asiana Airlines ist in einer Dauerkrise. Nachdem der Einstieg eines neuen Hauptaktionärs platzte, gibt es nun neue Optionen. Die Muttergesellschaft von Korean Air zeigt Interesse

Simeon Lüthi / aeroTELEGRAPH

Boeing 787 von Korean Air: Die Muttergesellschaft befindet sich in Gesprächen zu Asiana Airlines.

Südkorea gehörte  zu den ersten Ländern, die von der Pandemie betroffen waren. Schon bevor sich Covid-19 in Europa und anschließend Amerika ausbreiten konnte, gab es im ostasiatischen Land viele Infektionsfälle. Und so brach die Nachfrage nach Flugreisen schnell zusammen.

Das spürten die zwei großen südkoreanischen Fluggesellschaften. Korean Air und Asiana steckten schon vor der Corona-Krise in Problemen. Jetzt kämpften sie plötzlich akut ums Überleben.

Auf Investorensuche

Asiana hatte nach einem Verlust von umgerechnet rund 75 Millionen Euro im Jahr 2018 Sparmaßnahmen ergriffen, darunter eine Verkleinerung der Flotte und des Streckennetzes. Zur Stützung erhielt die Fluggesellschaft von einer staatlichen Bank zudem frisches Kapital in Höhe von umgerechnet 388 Millionen Euro. Doch um langfristig zu überleben, brauchte sie einen neuen, kapitalkräftigen Investor.

Hyundai Development kündigte im Frühjahr 2019 an, bei Asiana Airlines einzusteigen – mit einem Anteil von 31,05 Prozent. Dieser Anteil wurde zuvor vom selbst in Schieflage geratenen Hauptaktionär Kumho Industrial zum Verkauf gestellt. Doch mit der Corona-Pandemie kam eine Hürde auf. Hyundai Development forderte im September eine Neuverhandlung der Bedingungen und ließ die Übernahme von Asiana schließlich ganz platzen.

Corona macht alles schlimmer

In Reaktion darauf gewährte die südkoreanische Regierung der Fluggesellschaft Rettungsgelder in Höhe von 2,4 Billionen Won (umgerechnet 1,8 Milliarden Euro). Durch die Corona-Krise haben sich die Verluste von Asiana massiv erhöht. Die Airline sucht darum nach einem neuen Investor. Und einen Interessenten gibt es zumindest bereits.

Laut einem Bericht der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap befindet sich die Korea Development Bank KDB, derzeit Hauptgläubiger von Asiana Airlines, in Gesprächen mit der Hanjin KAL Group. Sie ist der Mutterkonzern vom Konkurrenten Korean Air. «Die Idee stammt ursprünglich von der KDB, die beiden Parteien verhandeln seit etwa zwei Monaten», heißt es von einer internen Quelle.

Staatsbank sucht nach Optionen für Asiana

Laut dem Bericht verhandeln die zwei über eine Lösung, bei der die Staatsbank der Hanjin Gruppe Geld bereitstellt, das dann für eine Investition in Asiana Airlines genutzt würde. Dabei geht es um einen Anteil von 30,77 Prozent. Damit würde Hanjin zum größten Aktionär von Asiana Airlines werden, die Korea Development Bank wiederum zum drittgrößten Aktionär von Hanjin.

Aufgrund der Tatsache, dass Hanjin bei erfolgreichen Verhandlungen deutlich weniger als die Hälfte an Asiana besitzen würde, wäre ein Zusammenschluss der beiden Airlines unrealistisch. Die Korea Development Bank weist derweil darauf hin, dass man sich mehrere Optionen bezüglich einer Rettung von Asiana Airlines ansieht und noch nichts entschieden ist. Auch ist unklar, ob das Zusammenrücken der beiden größten Konkurrenten überhaupt grünes Licht der Regierung und der Behörden bekommen würde.

Ergänzung vom 16. November: Korean Air hat inzwischen offiziell bekannt gegeben, bei Asiana einzusteigen.



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