Schon 2012 soll die Privatisierung abgeschlossen sein.

Wird LOT asiatisch?

Die polnische Regierung sucht verzweifelt Käufer für die staatliche Airline. Und plötzlich gibt es zwei Interessenten.

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Bis vor Kurzem sah es gar nicht gut aus. Schon länger arbeitet das polnische Finanzministerium am Verkauf ihres Anteils von 60 Prozent an der nationalen Airline. Doch so richtig schien sich niemand wirklich als Investor anzubieten. Zwar hatten sich öfters potenzielle Käufer für LOT gemeldet – bisher allerdings ohne ein konkretes Angebot abzugeben.

Doch von einem Moment auf den anderen hat der Wind offenbar gedreht. Der stellvertretende Finanzminister Polens, Zdislaw Gawlik, meinte gegenüber der Gazeta Prawna, es gebe nun zwei ernsthafte Interessenten. Einer stamme aus der Europäischen Union und einer von außerhalb Europas. Namen will er allerdings keine nennen. Doch in der Gerüchteküche brodelt es. Als wahrscheinlichster Interessent wird immer wieder Air France-KLM genannt. Als klarste Kandidaten aus anderen Weltregionen gelten Turkish Airlines und Air China.

Börsengang wahrscheinlich

Die Fluggesellschaft will die Namen der Kandidaten bis Ende des Jahres nicht herausrücken. Und das, obwohl die Privatisierung schon Mitte 2012 abgeschlossen sein soll. Offenbar führt man mit allen möglichen Investoren für LOT schon Gespräche. Bis es zu einem Abschluss kommt, muss allerdings noch einiges geklärt werden: Der Umfang der geplanten Kapitalerhöhung, der Kaufpreis und ob es einen Börsengang geben soll. Dieser sei gemäß der Zeitung wahrscheinlich. Vor allem, wenn ein privater Investor einsteige.

Das wäre gemäß Analyst Sebastian Gosciniarek eine gute Wahl. Mit einem Käufer aus der Branche könne man die Airline am ehesten auf einen Wachstumskurs bringen - und die Arbeitsplätze erhalten. Das sei auch entscheidend für die Entwicklung der gesamten Luftfahrt in Polen. Die Flughäfen in Warschau und Lodz sollen bis 2020 für etwa 3,1 Milliarden Euro modernisiert und ausgebaut werden. Wirklich lohnen würde sich das aber gemäß dem Analysten nur, wenn man auch eine große und vor allem wirtschaftlich starke Airline hätte, die dort ihre Basis hätte.

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