Das Heck ist abgetrennt worden.

Japanisches RegionalflugzeugMitsubishi Spacejet lässt milliardenhohen Schuldenberg zurück

Der japanische Industriekonzern beerdigte im vergangenen Jahr das Spacejet-Projekt endgültig. Das Flugzeug wurde verschrottet, die Firma umbenannt, aber die Schulden sind geblieben.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Der erste jemals gebaute Mitsubishi Spacejet wurde im März 2023 in den USA zerlegt. Das war ein fast tragisches Symbol für das endgültige Scheitern des japanischen Regionalflugzeugs. Ewige Verzögerungen, technische Schwierigkeiten und explodierende Kosten führten dazu, dass die Verantwortlichen das Programm im Februar 2023 beendeten.

Nur einen Monat später war auch der Firmenname Geschichte: aus Mitsubishi Aircraft wurde im April des vergangenen Jahres MSJ Asset Management. Nun will der Mutterkonzern, der Technikriese Mitsubishi Heavy Industries, auch dieses Kapitel endgültig beendet. Am 31. März wurde die Auflösung der Firma beschlossen und am 4. Juli beim Bezirksgericht Tokio eine Sonderliquidation beantragt.

3,7 Milliarden Euro Schulden

Doch noch gibt es ein Problem: die Schulden. Laut dem japanischen Luftfahrtportal Aviation Wire drückt MSJ Asset Management eine Schuldenlast von 641,3 Milliarden Yen, was rund 3,7 Milliarden Euro entspricht. Die Summe entspricht fast zwei Drittel der Gesamtausgaben von 1 Billion Yen für das einstige Projekt.

Wo das Geld für die Begleichung der Schulden herkommen soll, ist unklar. Mitsubishi teilte lediglich mit, dass die Situation «bearbeitet» werde. Einer der größten Gläubiger ist der japanische Staat, dessen Erfahrungen mit dem Spacejet die Lust auf ein eigenes Regionalflugzeug offenbar nicht gedämpft haben. Ganz im Gegenteil: Im März dieses Jahres präsentierte das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie Meti ein Konzept für ein zukünftiges inländisches Passagierflugzeug, das bis 2035 oder später entwickelt werden soll.

Neuauflage ab 2035

Diesmal setzt man jedoch nicht alles auf eine Karte, wie den gescheiterten Mitsubishi Spacejet. Angesichts des Debakels fördert das Ministerium nun die Kooperation mehrerer Unternehmen, um aus den Fehlern zu lernen und die nächste Generation japanischer Flugzeugtechnologie zu sichern.

Mehr zum Thema

Fertig, Schluss: Der erste Spacejet wird zerlegt.

Hier wird der Stolz Japans verschrottet

Prototyp des Mitsubishi Spacejet im Flug: Wird nichts als eine Erinnerung bleiben.

Mitsubishi begräbt den Spacejet definitiv

Mitsubishi Spacejet M90: Vorerst die einzige Variante.

Mitsubishi legt Projekt des kleinen Spacejets auf Eis

ticker lufthansa group

Lufthansa kehrt mit Boeing 787 nach Nagoya zurück und fliegt täglich nach Tokio-Narita - auch Swiss stockt auf

Video

Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Kampflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 747-8 von Lufthansa: Am 10.Oktober wäre es fast zu einem Tailstrike in Los Angeles gekommen.
Eine Boeing 747-8 von Lufthansa musste in Los Angeles durchstarten. Dabei kam das Heck des Jumbo-Jets der Piste bedenklich nahe.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Szene aus «111 - Echoes from Halifax»: Der Film zeigt die Tragödie anhand menschlicher Schicksale nach.
Anne Walser ist Produzentin des Kinofilms «111- Echoes from Halifax». Im Interview erklärt sie, weshalb das Thema Absturz von Swissair-Flug SR111 auch nach mehr als 25 Jahren noch aktuell ist, wieso sie bewusst auf einen Katastrophenfilm verzichtete und wie sich das Team vorbereitete.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin