Niki-Flugzeug: Hebt nicht mehr ab.

Einwände der EULufthansa bläst Niki-Übernahme ab

Deal gescheitert: Die EU-Kommission hat Lufthansa signalisiert, dass eine Übernahme von Niki nicht durchkommt. Darum gibt das Management den Plan auf.

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Die Lufthansa sagt die geplante Übernahme von Niki ab: Die EU-Kommissionen habe «klar signalisiert, dass eine Übernahme und Integration von Niki in die Eurowings-Gruppe aktuell nicht genehmigungsfähig ist», teilte die größte deutsche Fluggesellschaft am Mittwoch (13. Dezember) mit. «Auf Basis dieser Einschätzung wird eine Übernahme von Niki durch Eurowings nicht weiterverfolgt.»

Man habe Air Berlin und ihren Sachwalter informiert, dass Lufthansa «aufgrund dieser zu erwartenden Restriktion die geplante Transaktion ohne den Erwerb von Niki weiterverfolgen wird», heißt es. Die Folge: Am frühen Abend teilte Nikki mit, Insolvenz beantragt zu haben und den Betrieb sofort einzustellen.

EU: Es gab noch keine Entscheidung

Der Sprecher der EU-Kommission in Deutschland, Reinhard Hönighaus, erklärte auf Twitter, die Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen gewesen. «Es gab noch keine Entscheidung», so Hönighaus. «Unsicherheit für Niki-Mitarbeiter und -Passagiere ergibt sich aus Insolvenz von Air Berlin und Entscheidung der Lufthansa, Niki aus der Transaktion herauszunehmen.»

Lufthansa nutze dazu eine mit Air Berlin ausgehandelte vertragliche Option, so der Sprecher. «Das ist bedauerlich, zumal dies nicht das einzig mögliche Ergebnis für Niki seit Beginn des Verkaufsprozesses war», schreibt Hönighaus. Nun sei es Sache des Insolvenzverwalters, die nächsten Schritte festzulegen.

Air Berlin kritisiert EU-Kommission

Die EU-Kommission als Fusionskontrollinstanz hatte sich zuvor skeptisch gegenüber den Plänen der Lufthansa gezeigt. So erklärte auch die Airline am Mittwoch: «In der sogenannten Phase-I-Prüfung hatte Lufthansa bereits umfangreiche Zusagen insbesondere durch den Verzicht auf Slots angeboten. Die Kommission beurteilt diesen Schritt als nicht ausreichend.»

Frank Kebekus, Generalbevollmächtigter von Air Berlin erklärte, Lufthansa sei der einzige Bieter mit einem validen Angebot gewesen und das habe die Kommission auch gewusst. «Air Berlin hatte nach den ersten Bedenken der Europäischen Kommission erneut Kontakt zu den potenziellen Interessenten IAG und dem Bieterkonsortium um den Reiseveranstalter Thomas Cook aufgenommen», erklärte Kebekus in einer Mitteilung. «Das Ergebnis: IAG teilte Air Berlin schriftlich mit, dass sie kein Kaufinteresse mehr an der Niki hat.» Auch die erneuten Gespräche mit dem Bieterkonsortium um den Reiseveranstalter Thomas Cook hätten nicht zur Unterbreitung eines tragfähigen Alternativangebots geführt.

Was wird aus dem 150-Millionen-Kredit?

Mit Blick auf die 150 Millionen Euro schwere Bürgschaft für Air Berlin sagte der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert: «Durch den unerwarteten Ausfall der Erlöse aus dem Niki-Verkauf kann der vom Bund verbürgte Kredit der KfW an Air Berlin möglicherweise nur zum Teil zurückgezahlt werden.» Der Bund werde alles tun, den Schaden für den Steuerzahler zu begrenzen. Auch Generalbevollmächtigter Kebekus sagte: «Eine vollständige Rückzahlung des KfW-Kredits ist unwahrscheinlicher geworden.»

Derweil will die Lufthansa weiterhin die Air-Berlin-Tochter Luftfahrtgesellschaft Walter LGW übernehmen, wie sie betonte. Dabei würde die Gruppe «auf zahlreiche Slots verzichten, um die Freigabe in der Phase I zu erhalten». Die überarbeiteten Zusagen würden heute bei der EU-Kommission eingereicht, so Lufthansa. Auch sonst will sie den Ausbau von Eurowings vorantreiben. Man plane die geplante Ausweitung des Punkt-zu-Punkt Geschäfts verstärkt «durch organisches Wachstum von Eurowings» umzusetzen.

Konkurrenten könnten sich breitmachen

Dafür werde man das Geld einsetzen, das man für Niki ausgegeben hätte. «Wirtschaftlich führt dies für die Lufthansa Group zu einem vergleichbaren Ergebnis», so das Unternehmen. Was sie dabei aber nicht sagt: Organisches Wachstum braucht mehr Zeit. Und Konkurrenten können sich gleichzeitig ebenfalls auf den Strecken breit machen, die wirklich attraktiv sind.

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