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Verhandlungen gescheitert

Lufthansa vor dem 14. Pilotenstreik

Auch die letzte Verhandlungsrunde ist gescheitert. Nun drohen die Piloten von Lufthansa und Lufthansa Cargo mit Streik - es wäre der 14. in zwei Jahren.

Simeon Lüthi/aeroTELEGRAPH

Airbus A380 von Lufthansa: Im Cockpit wächst die Unzufriedenheit.

Das Unheil nahm im Frühjahr 2012 seinen Lauf. Damals lief der alte Tarifvertrag zwischen Lufthansa und den Gewerkschaften für die Piloten der Stammairline aus. Ein neuer wurde nie vereinbart. Die beiden Parteien konnten sich über all die Jahre nicht auf eine gemeinsame Lösung einigen – bis heute nicht.

Auch die letzten Verhandlungen sind erfolglos geblieben, wie am Montag (14. November) bekannt wurde. Die Vereinigung Cockpit als Vertretung der rund 5400 Kapitäne und Kopiloten erklärte das offizielle Scheitern der Gespräche. Seit mehr als fünf Jahren habe man keine Gehaltsanpassung mehr bekommen, moniert sie. Dabei habe der Konzern in dieser Zeit über 5 Milliarden Euro Gewinn eingefahren. «Reallohnverzicht ist in Zeiten, in denen ein Unternehmen Gewinne schreibt, nicht akzeptabel», kommentiert Ilja Schulz, Präsident der Gewerkschaft.

Gewerkschaft gibt Lufthansa die Schuld

Die Vereinigung Cockpit hatte eine Lohnnachforderung von 3,66 Prozent pro Jahr seit 2012 gefordert. Lufthansa hatte dagegen zuletzt eine Lohnerhöhung von 2,5 Prozent bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings angeboten. «Wir gewährleisten mit unserer Professionalität sichere Flüge und tragen so zum Erfolg der Lufthansa ganz wesentlich mit bei. Dass Lufthansa so stur reagiert, während wir mit unserer Forderung unter den Forderungen anderer Gewerkschaften in Deutschland liegen, ist mir unbegreiflich», so Schulz. Auch bei Altersversorgung und Übergangsrenten gibt es ungelöste Punkte.

Nun droht der 14. Pilotenstreik bei Lufthansa seit 2014. Die Vereinigung Cockpit bedauert zwar, «gerade auch wegen der Unannehmlichkeiten für unsere Kunden und unsere Kolleginnen und Kollegen des Kabinen- und Bodenpersonals, dass diese Maßnahmen unvermeidlich werden». Sie gibt die Schuld aber dem Lufthansa-Management. Ab sofort sei bei Lufthansa und Lufthansa Cargo mit Arbeitskampfmaßnahmen zu rechnen, droht die Gewerkschaft. Dauer und Umfang werde jeweils 24 Stunden im Voraus bekannt gegeben.

Hoffnung auf Schlichtung

Lufthansa wiederum hofft auf eine Lösung in letzter Minute. Man habe der Gewerkschaft zwei Schlichter vorgeschlagen. Auch sie macht der Gegenseite harte Vorwürfe. «Es ist absolut unverständlich, warum die Vereinigung Cockpit Streiks androht, anstatt mit uns in eine Schlichtung zu gehen», so Personalchefin Bettina Volkens. Damit werde das Problem erneut auf dem Rücken der Kunden ausgetragen.

Beim Kabinenpersonal hat dieses Vorgehen funktioniert. Unter der Schlichtung des ehemaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck kam im Juli eine Einigung zustande.



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