Arbeit mit Teilen von Lufthansa Technik (hier in Budapest): Auch in Russland lagern etliche.

RusslandLufthansa Technik fürchtet Verstaatlichung von Ersatzteilen in Russland

Lufthansas Technik hat einen Ableger in Russland. Er versorgte bis vor Kurzem Hunderte Flugzeuge mit Teilen. Jetzt fürchtet die Lufthansa-Tochter um ihr Eigentum.

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Aufgrund der amerikanischen und europäischen Sanktionen gegen Russland hat Lufthansa Technik ihre Serviceleistungen für russische Kunden gestoppt. Schon vergangene Woche erklärte die Lufthansa-Tochter, dass davon Verträge mit etwa einem Dutzend Fluglinien und rund 400 Flugzeuge betroffen sind. Es geht rund 240 Millionen Euro Umsatz.

Bei der Jahrespressekonferenz von Lufthansa Technik am Mittwoch (9. März) erklärte Chef Johannes Bußmann, dass der Geschäftsstopp auch Lufthansa Techniks Logistikleistungen für die italienische Sukhoi-Beteiligung Superjet International betrifft. «Alle Leistungsbeziehungen sind vollständig eingestellt», sagte Bußmann.

Werden Ersatzteile verstaatlicht?

Besorgt zeigte sich der Lufthansa-Technik-Chef über die Ersatzteile, die sein Unternehmen über den Ableger Lufthansa Technik Vostok Services in Russland lagert. «Wie die russische Regierung mit dem Thema Eigentümerschaft von fremdem Eigentum aufstellen wird, bleibt abzuwarten.» Man müsse sehen, ob sich die aktuellen Gerüchte über eine Verstaatlichung der Airline-Industrie sich bewahrheiten würden oder nicht, so Bußmann.

Lufthansa Technik müsse aber durchaus damit rechnen, «dass dieses Material bei einer Verstaatlichung entsprechend enteignet wird», sagte der Manager. Wie Lufthansa Technik mit solch einem Schritt umgehen würde, könne man noch nicht sagen. Um wie viele Teile mit was für einem Wert es dabei geht, verrät das Unternehmen nicht,.

Keine russischen Jets in den Hallen

Klein dürfte der Umfang aber nicht sein. Lufthansa Technik Vostok Services mit Sitz in Moskau ist zuständig für Material- und Komponentenunterstützung für mehr als 300 Flugzeuge verschiedener ziviler Kunden aus Russland und den GUS-Staaten.

Derweil stellte Bußmann klar, dass Lufthansa Technik aktuell keine Flugzeuge russischer Airlines in ihren Hallen weltweit stehen hat. Dagegen habe man an Standorten außerhalb Russlands durchaus Material wie Triebwerke aus dem Eigentum von Leasingfirmen, die zuletzt unter russischen Flugzeugen geflogen seien. «Wir werden sie auch an diese Lessoren zurückgeben», so der Lufthansa-Technik-Chef.

Appell gegen den Krieg in der Ukraine

Bußmann sagte mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen: «All das tritt aber ganz weit hinter das Leid der Menschen in der Ukraine zurück.» Man hoffe, «dass die Waffen bald schweigen und Flugzeuge über der Ukraine wieder das transportieren, was sie eigentlich transportieren müssten, nämlich Menschen statt Bomben».

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