Thomas Winkelmann: Er führt nun Air Berlin.

Thomas WinkelmannLufthansa-Manager wird Chef von Air Berlin

Air Berlin wird ab Februar 2017 einen neuen Chef haben. Thomas Winkelmann kommt vom Lufthansa-Konzern.

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Air Berlin kommt einfach nicht zur Ruhe: Wie die Fluggesellschaft am Sonntagnachmittag (18. Dezember) mitteilte, tritt Geschäftsführer Stefan Pichler am 31. Januar 2017 ab. Am 1. Februar übernimmt sein Nachfolger Thomas Winkelmann die Geschicke der deutschen Airline.

Winkelmann arbeitete lange Zeit für die Lufthansa-Gruppe. Er begann seine Karriere 1998. Er war zunächst für die Vertriebsorganisation in Südamerika und der Karibik und später in Nord- und Südamerika verantwortlich. Von September 2006 bis Oktober 2015 war er Geschäftsführer der Lufthansa Lowcost-Tochter Germanwings. Nach der Ankündigung der Integration von Germanwings in Eurowings wurde Winkelmann zum Chef des Lufthansa Drehkreuzes München ernannt.

Etihad-Gruppenchef meldet sich zu Wort

Laut der Pressemitteilung von Air Berlin geht Pichler auf eigenen Wunsch. «Ich danke Herrn Pichler für seine unermüdlichen Anstrengungen den Turnaround zu schaffen. Ich verstehe, dass er jetzt in seine Wahlheimat Australien zurückkehren möchte», wird Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Joachim Körber zitiert. Und auch James Hogan, Chef der Etihad Aviation Group, die 29 Prozent an Air Berlin hält, meldet sich zu Wort: «Stefan Pichler hat erfolgreich eine strategische Lösung für Air Berlin gefunden und einen umfassenden Restrukturierungsplan für die Fluggesellschaft erarbeitet. Ich wünsche ihm für seine Zukunft alles Gute.»

Laut einem Artikel des Manager-Magazins soll auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei Winkelmanns Ernennung seine Finger mit im Spiel gehabt haben. Er schiele darauf, mehr als nur die 38 Flieger im Wet-Lease von Air Berlin zu übernehmen. Der Deal war in der vergangenen Woche offiziell abgesegnet worden. Spohr, so das Magazin, habe auch Interesse am Langstrecken- und Inlandsgeschäft von Air Berlin.

Lufthansa und Etihad enger

Dass Lufthansa zumindest näher an Air-Berlin-Anteilseignerin Etihad herangerückt ist, ist seit vergangener Woche auch kein Geheimnis mehr. Lufthansa und Etihad gaben ein Codeshare-Abkommen bekannt. Und Spohr machte deutlich, dass es dabei nicht bleiben muss. «Wir können uns vorstellen, unsere Zusammenarbeit in der Zukunft auf andere Bereiche auszuweiten», ließ sich der Manager zitieren.

Unter Pichler war Air Berlin zuletzt radikal umgebaut worden. Das Feriengeschäft ging komplett an ein neues Joint Venture von Etihad Airways und Tui über. Die Flotte der Airline soll rund 60 Flugzeuge umfassen und 15 Millionen Sitzplätze im Jahr zur Verfügung stellen. Geplant sind Direktflüge zu den Hauptzielen im europäischen Tourismusmarkt. Flugaufsichtsbehörde und Kartellamt müssen den Zusammenschluss bestätigen.

Air Berlin erfand sich neu

Air Berlin wollte sich dagegen eher als klassischer Netzwerkanbieter positionieren. «Schritt für Schritt entwickelt sich Air Berlin zu einem Netzwerk-Carrier mit Fokus auf innerdeutschen und europäischen Verkehr mit Anschluss an unsere Drehkreuze für die Langstrecke in Berlin und Düsseldorf», ließ sich Pichler dazu zitieren. Als lukrative Kunden sieht Air Berlin in Zukunft vor allem Geschäftsreisende auf diesen Strecken.

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