Lufthansa baut ihre Tochter Eurowings kräftig aus. Ihre Flotte wird größer und künftig aus zwei Flugzeugtypen von Airbus bestehen.

Eurowings geht auf die Langstrecke

Lufthansa hat sich entschieden. Das neue Langstrecken-Billigangebot wird auf Eurowings aufgebaut – mit Basis Köln-Bonn und drei A330.

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Man könnte nicht meinen, dass gerade der härteste Streik in der Unternehmensgeschichte tobt. Schon am Montag und Dienstag, nun aber auch am Donnerstag werden die Piloten der Lufthansa die Arbeit niederlegen. Inzwischen geht es um Grundsatzfragen. So sind die Piloten etwa gegen die Lufthansa-Pläne einer Langstrecken-Interkontinentalairline. «Das kann nicht funktionieren, weil wir unsere eigenen Preise kannibalisieren», kritisiert Jörg Handwerg, Vorstand der Pilotengewerkschaft Cockpit.

Lufthansa lässt sich davon nicht aufhalten. Bei der Aufsichtsratsitzung vom Mittwoch (3. Dezember) stimmte die Mehrheit für die Maßnahmen, welche der Vorstand für 2015 plant. Dazu gehört auch eine neue Langstreckenairline mit Billigpreisen. Diese soll unter der Marke Eurowings operieren, wie Konzernchef Carsten Spohr nun bekannt gab. In Zusammenarbeit mit der deutsch-türkischen Fluggesellschaft Sun Express soll sie ab Ende 2015 günstige Langstreckenangebote anbieten.

Crew von Sun Express Deutschland

Dazu habe man mit Sun Express, einem Joint-Venture von Lufthansa und Turkish Airlines, eine Absichtserklärung unterzeichnet. Nach diesem Vor-Abkommen werden die Interkontinentalflüge unter der Marke Eurowings mit dem Luftverkehrsbetriebszeugnis (AOC) der Sun Express Deutschland fliegen. Auch Cockpit- und Kabinencrews stammen von Sun Express Deutschland.

Die Ziele sind vor allem auf Ferienreisende ausgerichtet. Die ersten interkontinentalen Destinationen sollen laut Lufthansa unter anderem in Florida, dem Indischen Ozean und im südlichen Afrika liegen. Dafür setzt Lufthansa zunächst drei Airbus A330-200 mit je 310 Sitzen ein. Die Langstreckenflotte soll in den kommenden Jahren auf bis zu sieben Flugzeuge des gleichen Typen anwachsen. Die Maschinen werden geleast.

Tarifkonzept wie Germanwings

Die Tarife orientieren sich am Konzept von Germanwings. Kunden können zwischen den Tarifen Best, Basic und Smart wählen. Heimatbasis für den Start der neuen Langstreckenflotte wird der Flughafen Köln-Bonn. In Köln wird zudem die kommerzielle Steuerung der Wings-Fluggesellschaften angesiedelt, teilt Lufthansa mit.

Michael Garvens, Chef des Kölner Flughafens, nennt die Ansiedelung der Langstreckenairline einen «historischen Erfolg». «Darüber freuen wir uns sehr, denn es ist ein Beleg für die Standortqualität dieses Flughafens», erklärt er. Auch Kölns Oberbürgermeister freut sich. «Die günstigen Langstreckenverbindungen zu weltweiten Destinationen geben der internationalen Ausrichtung unseres Wirtschaftsstandorts einen weiteren Schub», so Jürgen Roters.

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