Platz 4: Emirates, Dubai - 9569 Millionen  Tonnenkilometer

Drei Boeing 777 F wenigerEmirates Skycargo reduziert Flotte um ein Fünftel

Der globale Luftfrachtmarkt schwächelt. Darauf reagiert Emirates Skycargo und nimmt vorsorglich nun drei Boeing 777F aus dem Dienst.

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Die Luftfrachtbranche schwächelt weltweit. Während der boomende E-Commerce den Express-Gesellschaften derzeit eine gute Nachfrage beschert, sorgen Handelskriege und Währungsschwankungen bei den klassischen Anbietern für rückläufiges Wachstum. Emirates Frachtsparte Skycargo kann sich dem nicht entziehen.

Die Frachtgesellschaft aus Dubai schaltet darum vorsorglich einen Gang hinunter. Von ihren bisher 15 Boeing 777 F wird Emirates Skycargo vorerst nur noch 12 Stück betreiben. «Wir warten auf ein Jahr, das ohne Probleme vorbeigeht» fasst Vize-Chef Nabil Sultan Al Murr die Schwierigkeiten seiner Branche im Gespräch mit Journalisten zusammen.

Keine guten Aussichten für Hauptmärkte

«Die größten Herausforderungen des letzten Jahres waren die dramatisch steigenden Kerosinkosten.» Zudem bremsten auseinanderdriftende Wechselkurse in Europa, Indien und China den Handel zwischen Emirates Skycargo wichtigsten Märkten. In genau diesen Kernmärkten kommt es für die Fluggesellschaft nun auch in diesem Jahr wieder zu Herausforderungen.

Man beobachte derzeit, dass der drohende Brexit sowie der Handelskrieg zwischen den USA und China für einen «Einbruch in diesen Märkten» gesorgt habe, so Sultan Al Murr. Mit jüngsten Sanktionen gegen den chinesischen Telekommunikations-Konzern Huawei sowie der Aufhebung von Zollvergünstigungen für Indien seitens der USA, könnte sich die Lage in Emirates bedeutsamsten Frachtmärkten nun weiter verschärfen.

Management erwartet Abflachen des Wachstums

«Natürlich hoffen wir, dass sich die Handelsstreitigkeiten sich früher oder später beruhigen. Sie sind das letzte, was die Wirtschaft gerade braucht», so Sultan Al Murr. Bei Emirates Skycargo spüre man die daraus folgenden Verunsicherungen im globalen Handel bereits. Im Vergleich zu den bereits schlechten Vormonaten ging die Zahl der transportieren Autos im April beispielsweise deutlich zurück.

Für Emirates' Frachtdivision ist der schnelle Transport von Luxus-Karossen kein unwichtiges Standbein. Das Management sah das Einknicken der Frachtzahlen nun als Warnzeichen für ihre gesamte Nachfrage und nahm die drei Boeing 777 F nun aus der Flotte, um die Kapazitäten anzupassen. Die nicht mehr benötigen Flugzeuge werden an deren Leasinggeber zurückgegeben.

A330 Neo-Order auch für Fracht wichtig

Die geringere Zahl der Frachtflieger muss für Emirates jedoch nicht unbedingt direkt Einbußen bedeuten. Vermehrt transportiert die Gesellschaft auch Fracht in ihren Airbus A380 und Boeing 777-300 ER Passagierfliegern. Mit dem Zulauf des Airbus A330 Neo sieht Sultan Al Murr gute Chancen, dieses Nebengeschäft weiter auszubauen, da der Typ einen großen Frachtraum mitbringt, so der Vize-Chef.

Insgesamt erwartet Sultan Al Murr, dass seine Frachtgesellschaft ab dem Herbst wieder wächst. Die Zeit bis dahin will das Management nun auch nutzen, um sich selber auch als Plattform für den E-Commerce der Golfregion weiter auszubauen. Bereits im letzten Jahr vereinbarte Emirates Skycargo eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Online-Giganten Alibaba. Der Deal sieht vor, dass Emirates künftig als Alibabas Lieferarm in den Nahen Osten fungiert.

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