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Letzte Chance für Lot

Die polnische Nationalairline braucht erneut frisches Geld vom Staat. Zudem verkauft sie Jets, vermietet Dreamliner und streicht Flüge - etwa nach Berlin und Zürich.

Lot

Dreamliner: Lot muss zwei Stück vermieten.

Wlodzimierz Karpinski ist deutlich. «Das ist der letzte Versuch Lot zu retten», sagte der polnische Finanzminister am Donnerstag (20. Juni). Denn wegen den EU-Vorschriften zu Beihilfen an Staatsunternehmen ist danach während zehn Jahren keine weitere Unterstützung mehr erlaubt. Die polnische Fluggesellschaft bekam bereits Ende 2012 einen Kredit über 400 Millionen Zloty (92 Millionen Euro/113 Millionen Franken) aus der Staatskasse, um die Insolvenz abzuwenden. Nun bat sie die Regierung in Warschau nochmals um 381 Millionen. Dabei wurde die erste Auszahlung von der EU noch nicht einmal endgültig gebilligt. Brüssel machte ein Ja dazu von nötigen Sparmaßnahmen abhängig.

Die werden nun getroffen – und zwar gleich in großem Stil. Wie die polnische Tagesezeitung Gazeta Wyborcza kürzlich berichtete, streicht Lot auf kommendes Jahr das Streckennetz massiv zusammen. Um ein Viertel soll das Angebot reduziert werden. So fallen die Flüge vom Warschau nach Athen, Barcelona, Beirut, Berlin, Düsseldorf, Helsinki, Kairo und Zürich weg. Zugleich streicht die Airline weitere 800 Stellen.

Verkauf von Embraer

Das ist aber längst nicht alles. Lot will auch 15 ihrer Embraer verkaufen. Zugleich will sie zwei ihrer Dreamliner aus dem Verkehr ziehen und an andere Fluggesellschaften vermieten. Kein Wunder: 2012 verlor die staatliche Airline 400 Millionen Zloty. Im laufenden Jahr rechnet sie erstmals seit mehr als fünf Jahren wieder mit einem betrieblichen Gewinn. Im ersten Quartal schrieb Lot aber noch immer rote Zahlen.



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