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Kapazitätserweiterung

Gatwick will zweite Piste ohne Bau einer zweiten Piste

Der zweitgrößte Flughafen Londons glaubt an eine Rückkehr der guten Zeiten. Daher will Gatwick seine Kapazität erhöhen. Der Weg dazu ist die Verwandlung eines Rollwegs in eine Piste.

Gatwick Airport

Flughafen London-Gatwick: Man Airport glaubt man an eine Rückkehr des Verkehrs.

Er ist nicht der größte Flughafen der Welt. Dennoch kann London-Gatwick einen Weltrekord vorweisen. Kein anderer Airport fertigt mit nur einer Start- und Landebahn so viele Flüge und Reisende ab. 280.700 Flugzeuge starteten und landeten 2019 auf seiner 3316 Meter langen Piste 08R/26L und beförderten insgesamt 46,6 Millionen Passagierinnen und Passagiere.

Das soll sich ändern. Zwar ist der Flughafen auf eine maximale Kapazität von 62 Millionen Fluggäste jährlich ausgelegt. Doch London-Gatwick glaubt an eine starke Erholung nach der Pandemie und will bis im Jahr 2038 schon 75 Millionen erreichen. Dafür muss er umbauen.

Aus Rollweg soll Piste werden

Wie London-Gatwick am Mittwoch (25. August) bekannt gab, startet der Flughafen am 9. September eine öffentliche Anhörung. Dabei geht es um das Projekt der Schaffung einer zweiten Piste. Zwar gibt es die mit der 2565 Meter langen 08L/26R oder Nordpiste bereits. Doch die beiden Start- und Landebahnen liegen zu dicht beieinander und dürfen deshalb nicht gleichzeitig betrieben werden. Die kleinere wird nur bei Bauarbeiten an der größeren benutzt, meist dient sie als Rollweg.


Die Hauptpiste 08R/26L würde künftig für alle Landungen und Starts größerer Flugzeuge benutzt, die Nordpiste 08L/26R für Starts kleinerer Flieger. Bild: Gatwick Airport.

Gatwick plant, die Nordpiste um zwölf Meter zu verbreitern und die Mittellinie ebenso weit nach Norden zu verschieben. Dadurch lägen die beiden Bahnen genügend weit voneinander entfernt und ein paralleler Betrieb würde möglich. «Wir glauben, dass es gegen Ende des Jahrzehnts eine Nachfrage geben wird, die das Angebot an Slots übersteigt. Es handelt sich um eine sehr kosteneffiziente und umweltschonende Lösung, da wir im Wesentlichen die heute bestehende Infrastruktur nutzen», so Flughafenchef Stewart Wingate.

Gatwick ein schlechter Verlierer?

Gegen das Vorhaben, welches das Management vor drei Jahren schon einmal aufgebracht hatte, regt sich jedoch bereits Kritik. Zum einen klagen Umweltverbände, der Flughafen habe nichts gelernt. Angesichts der Klimaproblematik solle man nicht noch mit mehr Verkehr planen. Zum anderen kritisieren Gegner, Gatwick wolle seine Niederlage nicht akzeptieren. 2015 hatte sich eine Regierungskommission und ein Jahr später auch die britische Regierung für einen Ausbau von Heathrow entscheiden, um dem Problem der knappen Kapazitäten in London Herr zu werden.



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