Flughafen Beirut aus der Luft: Die Lage ist angespannt.

Risikodestination Libanon

Nach der Entführung zweier Piloten von Turkish macht sich die Tourismus-Industrie des Landes Sorgen. Auch Lufthansa und Co. beobachten die Situation.

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Die Situation ist angespannt. Nachdem Rebellen am Freitag zwei Piloten von Turkish Airlines entführten, riet die Türkei ihren Bürgern, das Land möglichst zu verlassen. Denn die Entführung war gezielt auf die Landsmänner gerichtet. Grund ist der Syrien-Konflikt, in dem die Türkei gute Kontakte zu syrischen Rebellen pflegt. Die Gruppe Zuwwar al-Imam Rida, die auf der Seite von Präsident Bashar Al Assad steht, erklärte, die Geiseln würden wieder freigelassen, wenn die Rebellen im Gegenzug neun schiitische Libanesen freigäben, die 2012 verschleppt wurden.

Die Außenministerien in der Türkei und im Libanon beschäftigen sich mit dem Fall. Doch auch bei Turkish Airlines hat man gehandelt. Zum einen berichtet die Zeitung The Daily Star, dass die Airlines sich aus den Büros im Stadtzentrum von Beirut zurückgezogen habe und nun vom Flughafen aus operiere. «Wir versichern, dass Turkish Airlines alle nötigen Maßnahmen getroffen hat, um Sicherheit von Passagieren und Crew zu garantieren», sagt Ali Genc, Sprecher der Fluggesellschaft gegenüber aeroTELEGRAPH. Doch Details werde man eben aus Sicherheitsgründen nicht verraten.

Keine Layover-Flüge

Auch die Lufthansa fliegt noch nach Beirut. «Die Flüge finden auch weiter planmäßig statt», so eine Sprecherin. Dennoch stehe man in Kontakt mit den Behörden. Die Lufthansa-Flüge sind zudem keine «Layover»-Flüge. Das heißt, die Crew übernachtet nicht in der Stadt sondern fliegt wieder zurück. Die Maschine der Lufthansa landet mitten in der Nacht gegen 2 Uhr und fliegt etwas mehr als eine Stunde später wieder zurück. So hält es auch Edelweiss Air aus der Schweiz. Die Ferien-Airline fliegt die Strecke im Auftrag der Swiss. «Unsere Besatzung hat keine Nightstops in Beirut. Die Situation wird von unseren Spezialisten laufend überwacht», so Edelweiss-Geschäftsführer und Pilot Karl Kistler.

In der Tourismus-Industrie sehen die meisten schon schwarz. Das könne der letzte Nagel im Sarg der Branche sein, so Tourismusminister Fadi Abboud nach dem Vorfall. Die Landesgrenzen seien so gut wie zu und die Flugtickets würden immer teurer. Außerdem sinkt die Zahl der Besucher aus den Golf-Ländern stetig, weil diese Reisewarnungen für das Land ausgestellt haben. Im ersten Halbjahr 2013 fiel die Zahl der Touristen gegenüber dem Vorjahr um 6,5 Prozent. Nur im Juli waren es ganze 27 Prozent. Und schon 2012 sah es nicht so gut aus. 1,5 Millionen Touristen reisten in das Land – 500'000 weniger als noch vor dem Ausbruch der Konflikte.

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