Flughafen Leipzig/Halle: Drei Anflüge mehr pro Stunde.

Neues Verfahren der FlugsicherungLeipzig auf Augenhöhe mit Paris und London

Am Flughafen Leipzig/Halle wenden Fluglotsen ein Verfahren an, das mehr Kapazität bringt - ohne bauliche Maßnahmen. Nur zwei andere europäische Airports sind auch schon soweit.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Seit einem Jahr wurde es getestet, nun führt der Flughafen Leipzig/Halle das neue Verfahren zusammen mit der DFS Deutschen Flugsicherung definitiv ein. Er kann dadurch bis zu drei Anflüge mehr pro Stunde abfertigen als bisher - ohne bauliche Maßnahmen. Der deutsche Airport nimmt damit eine Pionierrolle in Europa ein. Nur die Fluglotsen in Paris Charles de Gaulle und in London Heathrow arbeiten ebenfalls mit dem neuen Prozedere.

Das neue Verfahren nennt sich Recat-EU, was für European Wake Vortex Re-categorisation steht. Dabei geht es darum, dass die Mindestabstände zwischen zwei nacheinander landenden oder startenden Fliegern genauer definiert werden. Die Abstände sind nötig, weil Flugzeuge Wirbelschleppen erzeugen. Das sind gegenläufig drehende Luftwirbel, die sich um Tragflächen und Flügelspitzen bilden. Ihre Stärke hängt vor allem vom Gewicht des Flugzeuges ab.

Unnötig große Abstände

Dieses Phänomen kann nachfolgende Flieger in gefährliche Turbulenzen bringen. Darum definierte die Internationale Zivilluftfahrtorganisation Icao vor 40 Jahren Mindestabstände. Diese basieren auf der Stärke der Wirbelschleppen des vorderen Flugzeuges und der Widerstandskraft des hinteren Fliegers. Diese alten, aber noch geltenden Definitionen sind jedoch überholt und führen oftmals zu unnötig großen Abständen.

Recat-EU schafft Abhilfe, indem die Kategorien von Flugzeugen von vier auf sechs erweitert wurden. Dabei wurden zwei Kategorien weiter unterteilt: Heavy besteht nun aus Upper Heavy (zum Beispiel Airbus A330 oder Boeing 747) und Lower Heavy (McDonnell Douglas MD-11 oder Boeing 767) sowie Medium aus Upper Medium (Airbus A320 oder Boeing 737) und Lower Medium (Embraer E190 oder ATR 42). Die neuen Kategorien wurden aufgrund eines Forschungsprojektes definiert, das die Wirkung von Wirbelschleppen auf verschiedene Flugzeugtypen analysierte.

An weiteren Flughäfen geplant

«Die Einführung von Recat-EU gehört zu einer Vielzahl von Maßnahmen, mit denen wir auf den wachsenden Luftverkehr reagieren», kommentiert die Deutsche Flugsicherung. Das Verfahren werde in Zukunft an weiteren Flughäfen in Deutschland angewendet.

Mehr zum Thema

Behörde warnt vor gefährlichen Wirbelschleppen

Behörde warnt vor gefährlichen Wirbelschleppen

Wo 2040 Ungemach droht: Grüner Punkt = durchschnittliche Verspätung eines Fluges von 5 bis 10 Minuten, gelber Punkt: 10 bis 15 Minuten, orangefarbener Punkt: 15 bis 20 Minuten, roter Punkt: 20 bis 25 Minuten.

Verspätungen: Wird alles noch viel schlimmer?

ticker-deutschland

Deutsche Luftverkehrswirtschaft fordert weitere Entlastungen bei Steuern und Gebühren

ticker-deutschland

Deutsche Regierung ebnet Weg für digitale Fluggastabfertigung

Video

Airbus A380 von Lufthansa: Die D-AIMH wird noch bis Anfang Juni in. Dresden umgebaut.
Noch hängen Kabel aus der Kabine und manche Fußablagen fehlen. Doch der Umbau der Airbus A380 von Lufthansa bei EFW in Dresden zeigt bereits, wie die modernisierte Business Class aussehen wird. Der Zeitplan ist straff – und die Logistik kompliziert.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Der Moment vor dem Absturz: Die Cessna kollidiert mit dem Gleitschirm.
Eine Paragliderin überlebt mit Glück den Zusammenstoß mit einer Cessna. Der Unfall wirft Fragen auf: Wer muss wem ausweichen? Und warum sehen sich Motorpiloten und Gleitschirmpiloten im selben Luftraum oft erst im letzten Moment?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Ramy RC vor seinem Lufthansa-Airbus-A380: Ganz schön groß.
Ein Airbus A380 als Modellflugzeug klingt spektakulär – doch das von Ramy RC sprengt selbst in der Modellbauwelt die Dimensionen. Der Nachbau des Lufthansa-Superjumbos mit Speziallackierung ist fast neun Meter lang und kann tatsächlich fliegen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin