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Außerplanmäßige Landung

Landung bei medizinischem Notfall – wer zahlt?

Ein Airbus A340 von Lufthansa musste am Freitag ungeplant in Calgary landen. Einem Passagier ging es sehr schlecht. Solche außerplanmäßige Stopps sind teuer. Wer kommt dafür auf?

Ambulanzfahrzeug: Wenn es um Leben und Tod geht, zählt jede Minute.

Das letzte Mal passierte es am Freitag (8. Januar). Lufthansa-Flug LH452 von München nach Los Angeles kam nicht wie geplant bis ans Ziel. Der Airbus A340-600 landete außerplanmäßig im kanadischen Calgary. Der Grund: Ein medizinischer Notfall an Bord.

Solche Zwischenlandungen passieren immer wieder. Auch Flug LH455 vom 29. Dezember von San Francisco nach Frankfurt musste einen ungeplanten Zwischenhalt einlegen. Wegen eines medizinischen Notfalls landete der Airbus A380 in Minneapolis/St.Paul. Zum Glück von Rosanna R. Die 83-Jährige hatte an Bord einen Herzinfarkt erlitten.

Kosten von mehreren Zehntausend

Dank der Hilfe eines Arztes an Bord und des raschen Handelns des Piloten geht es der Italienerin heute gut. «Ich danke dem Kapitän», erklärte sie dieser Tage gegenüber lokalen Medien. Ohne ihn wäre sie wohl heute im Rollstuhl, so die Passagierin.

Die Landungen wegen medizinischen Notfällen sind unumgänglich. Aber sie kosten viel Geld. Verspätung, allfällige Kompensationen, zusätzliche Flughafengebühren, neue Betankung. Es kann zwischen 20.000 und 40.000 Euro oder mehr kosten. Muss das nun die Patientin bezahlen oder bleiben die Kosten bei Lufthansa hängen? Weder noch. Die Versicherung von Lufthansa übernimmt die Zusatzkosten, wie eine Sprecherin erklärt.

Passagier zahlt bei Mitschuld

Das ist jedoch nicht immer so. Die Versicherung kann dem Passagier die Kosten oder einen Teil der Kosten weiter verrechnen. Das geschieht dann, wenn er eine Mitschuld trägt. Eine solche Situation könnte etwa sein, wenn eine Schwangere ins Flugzeug steigt, obwohl sie weiß, dass sie bald ihren Geburtstermin hat. Muss der Flieger dann landen, weil Wehen einsetzen, kann die Frau belangt werden.



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