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Eröffnung Flughafen Kukes

Vom albanischen Gebirge nach Köln, Stuttgart und Zürich

Albanien hat einen zweiten internationalen Flughafen. Der Kukës International Airport will Billigfluglinien anlocken und träumt von Flügen nach Deutschland und in die Schweiz.

Air Albania

Kukës International Airport: Der ungenutze Militärflughafen wurde zu einem internationalen Airport ausgebaut.

Kukës erlangte im Kosovokrieg 1999 traurige Berühmtheit. Zehntausende vertriebene Kosovaren flohen damals über die Grenze ins benachbarte Albanien. Innerhalb kürzester Zeit bahnte sich eine humanitäre Katastrophe in den überfüllten Flüchtlingscamps im Ort an.

Es benötigte daher rasch einen richtigen Flugplatz, um die Tausenden Flüchtlinge mit Hilfsgütern versorgen zu können. Das unbefestigte Flugfeld, das noch während des Zweiten Weltkrieges Soldaten der italienischen Armee errichtet hatten, wurde dazu innerhalb kürzester Zeit behelfsmäßig instand gesetzt.

Mit Geld aus Arabien

Kukës liegt rund 150 Kilometer nordöstlich von Tirana im nordalbanischen Gebirge. Lange Zeit lag die 16.000 Einwohner zählende Kleinstadt sehr abgeschieden vom restlichen Albanien. Seit 2009 gibt es aber eine Autobahn, welche die Reisezeit radikal verkürzte. Und jetzt hat Kukës auch einen richtigen Flughafen.

Air-Albania-Flug ZB9003 aus Tirana landete am Sonntagnachmittag (18. April) unter dem Jubel hunderter Ehrengäste am neuen Kukës International Airport Zayed-North Wings. Er ist der zweite internationale Flughafen des Landes, in Vlora an der Küste entsteht bis 2022 ein dritter. Der Name ist eine Referenz an Mohamed bin Zayed bin Sultan Al-Nahyan, Kronprinz von Abu Dhabi. Er unterstützte den Ausbau des Flugfeldes zum Militärflughafen finanziell, aus dem nun ein internationaler Airport wurde.

Konzession für 35 Jahre

Premierminister Edi Rama ließ es sich nicht nehmen, beim Festakt dabei zu sein. Sportlich leger in weißen Sneakers und mit Baseballcap trat der ehemalige Künstler auf. Zwar wurde der Flughafen schon eröffnet, den internationalen Betrieb wird er aber erst  später  aufnehmen, wie der Politiker erklärte. In «50 bis 60 Tagen» sei es soweit, so Rama. Bislang fehlen noch diverse Genehmigungen, darum gibt es für Kukës auch noch kein Iata-Code.

Flughafen-Geschäftsführer Ridgers Mema erklärt im Gespräch mit aeroTELEGRAPH, dass der mit der Hilfe der Vereinigten Arabischen Emirate gebaute Militärflughafen nach dessen Eröffnung nicht genutzt wurde: «13 Jahre lang wurden keine Flüge in Kukës durchgeführt. Deshalb hat die albanische Regierung eine Konzession für den Betrieb des Flughafens ausgeschrieben». Das albanische Konsortium Bami und Global Technical Mechanics bekam 2018 den Zuschlag. 35 Jahre lang kann es den Airport führen.

750.000 Passagiere pro Jahr

Mehr als 23 Millionen Euro wurden seither investiert. So wurden etwa nicht mehr benötigte Gebäude abgerissen. Die bestehende Piste wurde auf 2200 auf 45 Meter verlängert und ein 3500 Quadratmeter großes Terminal  mit einer Kapazität von jährlich 750.000 Passagieren errichtet.

Aktuell sind noch keine Linienflugverbindungen nach Kukës angekündigt. Geht es jedoch nach den Wünschen von Chef Mema, soll sich dies bald ändern. Er will sich auf den Lowcostmarkt fokussieren. Mehr als 3,5 Millionen Albaner leben im Ausland und sorgen für regen Verkehr: «Ein Großteil der Nordalbaner ist in die Schweiz oder nach Deutschland und Großbritannien ausgewandert, Märkte auf die wir uns speziell konzentrieren werden», sagt er.

Gespräche mit in- und ausländischen Airlines

Gespräche dazu finden derzeit nicht nur mit albanischen, sondern auch mit zahlreichen internationalen Billigfluglinien statt, wie der Manager bestätigt. Ziel sei es, Verbindungen zu Zielen wie Stuttgart, Köln und Zürich aufzubauen.



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