Vielflieger: Ein Upgrade lohnt sich nicht immer.

MeilenkönigWann lohnen sich Meilen-Upgrades wirklich?

Meilenupgrades haben den Ruf, den Komfort der Business oder First Class günstig zu ermöglichen. Schaut man genauer hin, sind sie oftmals teuer.

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Bei fast allen Fluggesellschaften ist es möglich, einen Platz in einer höheren Kabinenklasse durch den Einsatz von Meilen zu erhalten. Die Handhabung der Upgrades könnte bei den einzelnen Airlines kaum unterschiedlicher sein, weshalb Passagiere genau hinschauen müssen, ob ein Upgrade wirklich lohnenswert ist. So muss man bei Lufthansa für Upgrades tief in die Tasche greifen. Zwar sind die Steuern und Gebühren für Prämientickets, die komplett mit Meilen bezahlt werden, vergleichsweise hoch. Da allerdings nur Economy-Class-Tickets der beiden teuersten Buchungsklassen upgradefähig sind, relativieren sich diese Kosten wieder.

Darüber hinaus wird das Meilenkonto durch ein Upgrade beinahe genauso schnell geleert wie durch die Buchung eines kompletten Prämienflugs, weshalb letzterer meist die bessere Wahl ist. Ein Meilenupgrade bei Lufthansa lohnt sich zum Beispiel nur dann, wenn es sich um einen bereits bezahlten Geschäftsflug in der Economy Class handelt, der durch den persönlichen Meileneinsatz komfortabler gestaltet werden soll.

Air Berlin attraktiver

Deutlich fairere Meilenpreise hat hingegen der Konkurrent Air Berlin zu bieten. Für ein Upgrade muss nur etwa die Hälfte der Meilen eingesetzt werden, die für einen Prämienflug benötigt werden. Zudem können beinahe alle Economy-Class-Tickets upgegradet werden. Lediglich Schnäppchen-Tickets sind von der Option ausgeschlossen. Doch auch hier gibt es einen Wermutstropfen: die Verfügbarkeit. Für die Buchung eines günstigen Upgrades bedarf es bei Air Berlin nicht nur eines vollen Meilenkontos, sondern auch einer großen Portion Glück – und Reiseplänen, die außerhalb der gut frequentierten Zeiten liegen.

Besser sieht es bei British Airways aus. Die Verfügbarkeiten sind gut, die Meilenpreise akzeptabel und beinahe alle Buchungsklassen werden anerkannt. Aber Achtung: Ein Meilenupgrade ist bei British Airways immer nur in die nächst höhere Buchungsklasse möglich. Wer also international Business Class fliegen möchte, muss dazu ein Ticket in der Premium Economy Class kaufen. Fixe Preise für das Meilenupgrade gibt es bei der britischen Fluggesellschaft übrigens nicht, stattdessen werden die aktuellen Preisunterschiede für ein Prämienticket in der gebuchten und in der gewünschten Buchungsklasse als Berechnungsgrundlage herangezogen.

Emirates mit hohen Steuern

Im arabischen Raum ist das Meilenupgrade oftmals eine Gratwanderung. Ob es sich lohnt, sollte individuell für jeden Flug geprüft werden. So kann es bei Etihad durchaus sinnvoll sein, Meilen für ein Upgrade einzusetzen – allerdings nur, wenn ein günstiger Economy Saver Tarif zugrunde liegt. Bei Qatar Airways sind die Preise für Upgrades durchweg fair, die Verfügbarkeit ist auf den meisten Strecken gut und auch günstige Tickets, mit Ausnahme der Promotiontickets, können für ein Upgrade genutzt werden. Damit hat Qatar Airways die wenigsten Restriktionen für Meilenupgrades. Da die Steuern und Gebühren für Prämientickets bei der Airline aus Katar sehr gering sind, ist es jedoch meist attraktiver, auf diese Option zurückzugreifen.

Emirates berechnet für Prämientickets hingegen sehr hohe Steuern und Gebühren, wodurch das Meilenupgrade interessant wird. Zudem sind lediglich Economy-Special- und Saver-Tarife von einem Upgrade ausgeschlossen. Den Flug in der Business oder First Class durch ein Meilenupgrade zu realisieren, ist bei Emirates daher meist günstiger, als Meilen für ein Prämienticket einzusetzen – insbesondere da auf diese Weise auch weitere Meilen gesammelt werden.

In greifbarer Nähe

Betrachtet man die verschiedenen Szenarien wird klar: Meilen für ein Upgrade einzusetzen, lohnt sich häufig dann, wenn die Steuern und Gebühren für Prämientickets besonders hoch sind. Zudem steigen Passagiere vergleichsweise günstig in die nächste Klasse auf, wenn Tickets in niedrigen Buchungsklassen upgegradet werden können, wie es zum Beispiel bei Air Berlin, British Airways oder Qatar Airways der Fall ist.

Ist ein Upgrade jedoch nur mit einem teuren Economy-Class-Ticket möglich, macht dies meistens wenig Sinn. In diesem Fall ist es meistens günstiger, das komplette Prämienticket in der gewünschten Kabinenklasse mit Meilen zu erwerben. Dennoch sollte man einen großen Vorteil von Meilenupgrades nicht außer Acht lassen: Für den bezahlten Flug werden dem Konto wieder Meilen gutgeschrieben, sodass das nächste Upgrade in greifbare Nähe rückt.

Alexander Koenig ist freier Kolumnist von aeroTELEGRAPH. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Vielfliegerberatung First Class & More. Seit vielen Jahren berät er seine Kunden insbesondere zum Thema optimale Ausnutzung von Meilenprogrammen, um damit den gewünschten Vielfliegerstatus und Freiflüge in Business und First Class zu erhalten. In seinem First Class & More Blog und auf seiner Facebook-Seite stellt er täglich die besten exklusiven Flug-, Hotel- und Meilen-Deals zusammen. Die Meinung der freien Kolumnisten muss nicht mit der der Redaktion übereinstimmen.

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