Zeichnung aus den 1990er-Jahren: Boeing sicherte sich ein Patent für einklappbare Flügelspitzen. Damals konnte sich aber kein Kunde dafür begeistern.

Airlines wollten Option nichtKlassische Boeing 777 hatte erst auch Klappflügel

Die 777X ist der erste zivile Passagierjet mit einklappbaren Flügelspitzen. Das Konzept ist aber viel älter. Boeing stieß beim ersten Anlauf bei Airlines jedoch auf Ablehnung.

Top-Jobs

LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

VIP Flight Attendant (f/m/d) (full time)

Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Luftaufsicht, Erlaubnisse

Schönefeld (bei Berlin)
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in örtliche Luftaufsicht (2 Stellen)

Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Schönefeld (bei Berlin)

Zwei Dinge stechen bei Boeings neuem Langstreckenjet 777X direkt ins Auge: Das riesige Triebwerk GE9X und die einklappbaren Flügelspitzen. «Größere Flugzeuge und Flugzeuge mit größerer Spannweite sind tendenziell treibstoffeffizienter», schreibt der Flugzeugbauer.

«Die meisten Flughäfen wurden jedoch nicht mit ausreichend Platz konzipiert, um moderne Flugzeuge mit längeren Flügeln unterzubringen», so Boeing. Die Lösung sollen die Flügel sein, deren Spitzen sich nach oben klappen lassen, wenn sich der Jet am Boden befindet.

Es ist Boeings zweiter Anlauf

Was fast in Vergessenheit geraten ist: Es ist bereits Boeing zweiter Anlauf mit Klappflügeln. Inspiriert durch Kampfjets, die auf Flugzeugträgern durch den Klappmechanismus Platz sparen, ließ sich der Flugzeugbauer schon in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre die Technik für Passagierflugzeuge patentieren. Zu dieser Zeit entwickelte er die klassische 777.

«Die kommerzielle Luftfahrtindustrie ist hart umkämpft, und die Airlines sind ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, das Passagieraufkommen zu erhöhen», schrieb Boeing in Papieren zur Patentierung damals. Eine Einschränkung sei aber der Platz an den Flughäfen.

Airlines hatten kein Interesse

«Durch die Ausstattung der 777 mit klappbaren Flügelspitzen kann eine größere Anzahl dieser Flugzeuge gleichzeitig geparkt oder um ein Terminal herum platziert werden», so Boeing. Man schätze, «dass für eine 777, die auf diese Weise modifiziert wird, fast ebenso viele nutzbare Gates zur Verfügung stehen würden wie derzeit für die 767 und die DC-10».

Boeing bot die Klappflügel den Fluggesellschaften auch tatsächlich als Option für die 777-200 an, allerdings konnte sich kein Kunde dafür begeistern. So ließ der Flugzeugbauer die Pläne heimlich, still und leise wieder in der Schublade verschwinden. Und heutzutage ist es schwierig, einen Beleg dafür in offiziellen Dokumenten zu finden.

Klappbare Spitzen heute kleiner

In einem Zulassungsbericht zur Boeing 777 durch die neuseeländische Luftfahrtbehörde CAA aus dem Jahr 2005 heißt es dann aber doch eindeutig: «Die 777 wurde auch mit optionalen klappbaren Flügelspitzen angeboten, wobei die äußeren 6 Meter/21 Fuß an Flughäfen mit beschränktem Platz nach oben geklappt werden sollten, aber diese Option wurde nie von einem Kunden für das Flugzeug ausgewählt.»

Die klappbaren Flügelspitzen der 777X sind keine Option, sondern Standard. Sie sind nicht nur technisch fortgeschrittener als die Entwürfe aus den 1990er-Jahren, sondern auch kleiner: Statt einst sechs Meter sind es jetzt nur 3,5 Meter, die nach oben geklappt werden.

Fast 72 Meter Spannweite

Die Boeing 777-200 der ersten Generation hatte eine Flügelspannweite von 60,9 Metern. Die 777X bringt es selbst mit eingeklappten Flügelspitzen schon auf 64,8 Meter. Mit ausgeklappten Spitzen erreicht das Flugzeug sogar eine Spannweite von 71,8 Metern.

Mehr zum Thema

Zusammenbau der Rumpfteile der ersten Boeing 777-9 für Lufthansa im Februar 2019 bei Boeing: Geflogen ist das Modell immer noch nicht.

Die 777X-Kunden und ihre Orders

Illustration: Boeing 777-9 am Boden mit Service-Optionen.

Spezialauflagen für Boeings Klappflügel

Prototyp der Boeing 777-9: Außen länger, innen breiter.

Was ist an der Boeing 777X eigentlich alles neu?

Video

Zwei der drei Löschfahrzeuge am Flughafen St. Helena: Weil alle Fahrzeuge defekt sind, darf der Flughafen kein Flüge mehr abfertigen.
Die Atlantikinsel St. Helena ist aktuell nicht mehr per Flugzeug erreichbar. Alle drei Fahrzeuge der Flughafenfeuerwehr sind defekt. Wann der Flugverkehr wieder starten kann, ist unklar.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A350 von Air France nach der Landung in Abidjan: Die Passagiere konnten das Flugzeug über Treppen verlassen.
Kleiner Fehler mit großer Wirkung: Ein Airbus A350 von Air France bog nach der Landung in Abidjan falsch ab und blieb stecken. Er musste aufwändig geborgen werden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Tu-214 in einer Halle: S7 Airlines steht kurz vor der Bestellung von 100 Exemplaren.
Russlands Fluglinien brauchen dringend neue Flugzeuge. Die beiden größten des Landes, Aeroflot und S7 Airlines, reagieren nun mit Großbestellungen - sie wollen 190 Tupolev Tu-214 und Yakovlev MS-21 ordern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies