Kingfisher-Stewardessen: Schon lange kein Gehalt gesehen.

Kingfisher verschwindet stückweise

Die indische Fluggesellschaft ließ eine Frist der Banken tatenlos verstreichen. Nichts passierte. Doch offenbar verlieren nun andere Gläubiger die Geduld.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Rund eine Milliarde Euro Schulden häufte Kingfisher Airlines inzwischen bei mehr als einem Dutzend Banken an. Die Flugzeuge der Fluggesellschaft heben schon seit Oktober nicht mehr ab. Nach einem Streik der Angestellten, die seit Monaten auf ihr Gehalt warteten, folgte das Grounding. Rund drei Wochen später kam dann der Lizenzentzug durch die indische Luftfahrtbehörde Directorate General of Civil Aviation DGCA. Ob Kingfisher je wieder fliegt ist fraglich. In diesem Monat dürfte sich das nun endgültig entscheiden. Doch die Airline mit dm Eisvogel-Logo muss beweisen, dass sie sich nachhaltig wieder aufrappeln kann. Und daran ist sie bisher gescheitert.

Die Behörden wollen einen ordentlichen Geschäftsplan sehen, der zeigt, dass der Betrieb mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen und der nötigen Zuverlässigkeit wieder aufgenommen werden kann. Das Konsortium von 17 Banken, angeführt von der State Bank of India, hatte der Fluggesellschaft von Milliardär Vijay Mallya daher bis Ende November Zeit gegeben, um sich zu beweisen. Mindestens umgerechnet rund 760 Millionen Euro sollte Kingfisher heranschaffen, hieß es. Konsequenzen nannte aber niemand, falls das Ultimatum verstreicht, ohne dass das passiert. Und genau das ist nun geschehen. Die Frist lief still und leise aus. Weder von der Airline noch von den Banken gab es eine Stellungnahme zum Thema.

Kein Geld von United Spirits

Eigentlich hatten die Banken erwartet, das Geld zu bekommen, nachdem der weltgrößte Spirituosenkonzern Diageo einen Milliardendeal mit Vijay Mallyas United Spirits abgeschlossen hatte. Mallyas Bier-und-Schnaps-Imperium gehört wie auch Kingfisher zur UB Group. Doch die Hoffnungen schwanden schnell wieder. Beide Unternehmen würden getrennt behandelt, so Mallya. Quellen aus dem Unternehmen verrieten den Medien, Grund dafür seien «Komplikationen bei den Geldflüssen». Ob das Geld also schlussendlich den Weg zu den Gläubigern von Kingfisher findet, ist zweifelhaft.

Optimistisch klang aber zumindest eine Quelle der indischen Zeitung Business Today. Innerhalb der nächsten 14 Tage dürften sich gemäß dem Banker das Management von Kingfisher und Vertreter der Geldhäuser treffen, um das Thema zu diskutieren. Weniger positiv stimmen Berichte, laut denen die Fluggesellschaft nun ihre Räumlichkeiten im Mumbai räumen muss. Wie die Wirtschaftszeitung Hindu Business Line berichtet, will die Flughafenbetreiberin Kingfisher aus den Büros im Terminal 1A vertreiben, nachdem Schulden in Höhe von rund drei Millionen Euro nicht beglichen worden waren. «Wir haben nichts von Kingfisher gehört. Wir gaben ihnen eine Woche Zeit, um auf unsere Anfrage zu reagieren und das ist nicht passiert» so eine Quelle aus der Umgebung des Flughafens gegenüber der Zeitung.

Quasi nicht mehr existent

Damit hätte Kingfisher an einem der wichtigsten Flughäfen des Landes keine Räumlichkeiten mehr. «Bleibt sie dann überhaupt noch eine Fluggesellschaft?», fragt die indische Zeitung First Post. Und kommt zu dem Schluss, dass Kingfisher damit quasi nonexistent wäre. Doch die Fluggesellschaft ist ohnehin nur noch ein Schatten Flughäfen selbst. Von einst über 60 Fliegern gab sie fast alle zu den Leasinggebern zurück. Zuletzt waren nur noch 10 Flugzeuge abgehoben. Bis zum endgültigen Lizenzentzug dürfte es laut vielen Experten nur noch ein kleiner Schritt sein.

Mehr zum Thema

ticker-emirates

Emirates feiert 20 Jahre in Thiruvananthapuram

ilyushin il 114 300

So sollen russische Flugzeuge künftig in Indien gebaut werden

Die Produktion von Embraer in São José dos Campos: Bald auch ein Werk in Indien.

Embraer lässt seine Regionaljets künftig auch in Indien bauen

ticker al hind air

Al Hind Air und Fly Express: Zwei neue Fluglinien können in Indien starten

Video

Dassault Falcon 10X: Die Franzosen haben am 10. März das Rollout gefeiert.
Die Entwicklung verzögerte sich immer mehr. Nun hat Dassault endlich ihren neuesten Ultralangstrecken-Businessjet erstmals öffentlich präsentiert. Die Falcon 10X soll mit Geräumigkeit, Reichweite und Geschwindigkeit punkten.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Raketenabwehr: Ist im Iran-Krieg zentral geworden.
Raketen, Drohnen und Apaches: Mit Jets, Hubschraubern und Flugabwehrsystemen verteidigen sich die Vereinigten Arabischen Emirate und sorgen so auch dafür, dass Flugzeuge von Emirates, Etihad, Flydubai oder Air Arabia wieder starten können.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 777 von Emirates in Dubai: Der Betrieb wurde kurzzeitig gestoppt.
Einen großen Teil ihres Streckennetzes will die Golfairline wieder bedienen – auch Ziele wie Frankfurt, München oder Zürich. Doch ein Drohneneinschlag beim Flughafen Dubai International führte zu einem kurzfristigen Stopp aller Flüge von Emirates. Die Folge sind mitunter große Verspätungen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin