Kingfisher-Stewardessen: Schon lange kein Gehalt gesehen.

Kingfisher verschwindet stückweise

Die indische Fluggesellschaft ließ eine Frist der Banken tatenlos verstreichen. Nichts passierte. Doch offenbar verlieren nun andere Gläubiger die Geduld.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Rund eine Milliarde Euro Schulden häufte Kingfisher Airlines inzwischen bei mehr als einem Dutzend Banken an. Die Flugzeuge der Fluggesellschaft heben schon seit Oktober nicht mehr ab. Nach einem Streik der Angestellten, die seit Monaten auf ihr Gehalt warteten, folgte das Grounding. Rund drei Wochen später kam dann der Lizenzentzug durch die indische Luftfahrtbehörde Directorate General of Civil Aviation DGCA. Ob Kingfisher je wieder fliegt ist fraglich. In diesem Monat dürfte sich das nun endgültig entscheiden. Doch die Airline mit dm Eisvogel-Logo muss beweisen, dass sie sich nachhaltig wieder aufrappeln kann. Und daran ist sie bisher gescheitert.

Die Behörden wollen einen ordentlichen Geschäftsplan sehen, der zeigt, dass der Betrieb mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen und der nötigen Zuverlässigkeit wieder aufgenommen werden kann. Das Konsortium von 17 Banken, angeführt von der State Bank of India, hatte der Fluggesellschaft von Milliardär Vijay Mallya daher bis Ende November Zeit gegeben, um sich zu beweisen. Mindestens umgerechnet rund 760 Millionen Euro sollte Kingfisher heranschaffen, hieß es. Konsequenzen nannte aber niemand, falls das Ultimatum verstreicht, ohne dass das passiert. Und genau das ist nun geschehen. Die Frist lief still und leise aus. Weder von der Airline noch von den Banken gab es eine Stellungnahme zum Thema.

Kein Geld von United Spirits

Eigentlich hatten die Banken erwartet, das Geld zu bekommen, nachdem der weltgrößte Spirituosenkonzern Diageo einen Milliardendeal mit Vijay Mallyas United Spirits abgeschlossen hatte. Mallyas Bier-und-Schnaps-Imperium gehört wie auch Kingfisher zur UB Group. Doch die Hoffnungen schwanden schnell wieder. Beide Unternehmen würden getrennt behandelt, so Mallya. Quellen aus dem Unternehmen verrieten den Medien, Grund dafür seien «Komplikationen bei den Geldflüssen». Ob das Geld also schlussendlich den Weg zu den Gläubigern von Kingfisher findet, ist zweifelhaft.

Optimistisch klang aber zumindest eine Quelle der indischen Zeitung Business Today. Innerhalb der nächsten 14 Tage dürften sich gemäß dem Banker das Management von Kingfisher und Vertreter der Geldhäuser treffen, um das Thema zu diskutieren. Weniger positiv stimmen Berichte, laut denen die Fluggesellschaft nun ihre Räumlichkeiten im Mumbai räumen muss. Wie die Wirtschaftszeitung Hindu Business Line berichtet, will die Flughafenbetreiberin Kingfisher aus den Büros im Terminal 1A vertreiben, nachdem Schulden in Höhe von rund drei Millionen Euro nicht beglichen worden waren. «Wir haben nichts von Kingfisher gehört. Wir gaben ihnen eine Woche Zeit, um auf unsere Anfrage zu reagieren und das ist nicht passiert» so eine Quelle aus der Umgebung des Flughafens gegenüber der Zeitung.

Quasi nicht mehr existent

Damit hätte Kingfisher an einem der wichtigsten Flughäfen des Landes keine Räumlichkeiten mehr. «Bleibt sie dann überhaupt noch eine Fluggesellschaft?», fragt die indische Zeitung First Post. Und kommt zu dem Schluss, dass Kingfisher damit quasi nonexistent wäre. Doch die Fluggesellschaft ist ohnehin nur noch ein Schatten Flughäfen selbst. Von einst über 60 Fliegern gab sie fast alle zu den Leasinggebern zurück. Zuletzt waren nur noch 10 Flugzeuge abgehoben. Bis zum endgültigen Lizenzentzug dürfte es laut vielen Experten nur noch ein kleiner Schritt sein.

Mehr zum Thema

Dassault Rafale C der Indian Air Force: Die Armee will sich modernisieren.

Indiens Milliarden-Poker um eine schlagkräftigere Luftwaffe

ticker-indien

Lockheed Martin, Embraer oder Airbus? Indien will 60 neue Militärtransporter

ticker-star-air

Flughafen Solapur erhält ab August wieder Star-Air-Flüge nach Mumbai

ticker-indien

Alluri Sitarama Raju International Airport: Neuer Flughafen in Indien steht vor der Eröffnung

Video

Lockheed L-1011  03
In Kenias Hauptstadt Nairobi steht eine 45-jährige Lockheed L-1011 Tristar, die wieder abheben und Fracht transportieren soll. aeroTELEGRAPH sprach mit einem, der an dem Projekt beteiligt ist - und auch eine 57-jährige Douglas DC-8 wieder in die Luft bringen will.
Timo Nowack
Timo Nowack
Comac C919 von China Southern Airlines: Außen fix und innen?
Bislang setzt Shenzhen Airlines ausschließlich auf Airbus und Boeing. Nun möchte die mehr als 200 Flugzeuge starke Air-China-Tochter auch die Comac C919 einsetzen. Interesse gibt es auch von Loong Air. Das Problem: Lieferketten und Produktionsgeschwindigkeit bremsen den chinesischen Hersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack
So weist Lufthansa auf die Spielregeln hin: Neues Highspeed-Internet an Bord.
Erstmals hat ein Flugzeug von Lufthansa Passagiere regulär ans Ziel gebracht, in dem das neue Highspeed-Internet installiert ist. Wir waren an Bord und haben das neue Angebot getestet.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin