Kingfisher-Stewardessen: Schon lange kein Gehalt gesehen.

Kingfisher verschwindet stückweise

Die indische Fluggesellschaft ließ eine Frist der Banken tatenlos verstreichen. Nichts passierte. Doch offenbar verlieren nun andere Gläubiger die Geduld.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Rund eine Milliarde Euro Schulden häufte Kingfisher Airlines inzwischen bei mehr als einem Dutzend Banken an. Die Flugzeuge der Fluggesellschaft heben schon seit Oktober nicht mehr ab. Nach einem Streik der Angestellten, die seit Monaten auf ihr Gehalt warteten, folgte das Grounding. Rund drei Wochen später kam dann der Lizenzentzug durch die indische Luftfahrtbehörde Directorate General of Civil Aviation DGCA. Ob Kingfisher je wieder fliegt ist fraglich. In diesem Monat dürfte sich das nun endgültig entscheiden. Doch die Airline mit dm Eisvogel-Logo muss beweisen, dass sie sich nachhaltig wieder aufrappeln kann. Und daran ist sie bisher gescheitert.

Die Behörden wollen einen ordentlichen Geschäftsplan sehen, der zeigt, dass der Betrieb mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen und der nötigen Zuverlässigkeit wieder aufgenommen werden kann. Das Konsortium von 17 Banken, angeführt von der State Bank of India, hatte der Fluggesellschaft von Milliardär Vijay Mallya daher bis Ende November Zeit gegeben, um sich zu beweisen. Mindestens umgerechnet rund 760 Millionen Euro sollte Kingfisher heranschaffen, hieß es. Konsequenzen nannte aber niemand, falls das Ultimatum verstreicht, ohne dass das passiert. Und genau das ist nun geschehen. Die Frist lief still und leise aus. Weder von der Airline noch von den Banken gab es eine Stellungnahme zum Thema.

Kein Geld von United Spirits

Eigentlich hatten die Banken erwartet, das Geld zu bekommen, nachdem der weltgrößte Spirituosenkonzern Diageo einen Milliardendeal mit Vijay Mallyas United Spirits abgeschlossen hatte. Mallyas Bier-und-Schnaps-Imperium gehört wie auch Kingfisher zur UB Group. Doch die Hoffnungen schwanden schnell wieder. Beide Unternehmen würden getrennt behandelt, so Mallya. Quellen aus dem Unternehmen verrieten den Medien, Grund dafür seien «Komplikationen bei den Geldflüssen». Ob das Geld also schlussendlich den Weg zu den Gläubigern von Kingfisher findet, ist zweifelhaft.

Optimistisch klang aber zumindest eine Quelle der indischen Zeitung Business Today. Innerhalb der nächsten 14 Tage dürften sich gemäß dem Banker das Management von Kingfisher und Vertreter der Geldhäuser treffen, um das Thema zu diskutieren. Weniger positiv stimmen Berichte, laut denen die Fluggesellschaft nun ihre Räumlichkeiten im Mumbai räumen muss. Wie die Wirtschaftszeitung Hindu Business Line berichtet, will die Flughafenbetreiberin Kingfisher aus den Büros im Terminal 1A vertreiben, nachdem Schulden in Höhe von rund drei Millionen Euro nicht beglichen worden waren. «Wir haben nichts von Kingfisher gehört. Wir gaben ihnen eine Woche Zeit, um auf unsere Anfrage zu reagieren und das ist nicht passiert» so eine Quelle aus der Umgebung des Flughafens gegenüber der Zeitung.

Quasi nicht mehr existent

Damit hätte Kingfisher an einem der wichtigsten Flughäfen des Landes keine Räumlichkeiten mehr. «Bleibt sie dann überhaupt noch eine Fluggesellschaft?», fragt die indische Zeitung First Post. Und kommt zu dem Schluss, dass Kingfisher damit quasi nonexistent wäre. Doch die Fluggesellschaft ist ohnehin nur noch ein Schatten Flughäfen selbst. Von einst über 60 Fliegern gab sie fast alle zu den Leasinggebern zurück. Zuletzt waren nur noch 10 Flugzeuge abgehoben. Bis zum endgültigen Lizenzentzug dürfte es laut vielen Experten nur noch ein kleiner Schritt sein.

Mehr zum Thema

Air India One Flugverlauf nach Tashkent: Indiens Premierminister musste einen großen Umweg nehmen.

Indiens Premierminister muss 6200 Kilometer langen Umweg nach Usbekistan fliegen

Dassault Rafale C der Indian Air Force: Die Armee will sich modernisieren.

Indiens Milliarden-Poker um eine schlagkräftigere Luftwaffe

ticker-indien

Lockheed Martin, Embraer oder Airbus? Indien will 60 neue Militärtransporter

ticker-star-air

Flughafen Solapur erhält ab August wieder Star-Air-Flüge nach Mumbai

Video

Der neue Honda Jet: Die Maschine heißt ab sofort Echelon.
Der japanische Businessjet-Hersteller vermeldet Fortschritte beim Bau der ersten Echelon-Maschine, muss aber gleichzeitig eine deutliche Verzögerung einräumen. Erstflug und Zulassung verschieben sich um bis zu drei Jahre.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A320 Neo wird bei Tarmac Aerosave zerlegt: Das Unternehmen erweitert seine Zerlegungskapazitäten.
Eigentlich könnten sie noch Jahrzehnte fliegen. Trotzdem werden derzeit auffällig viele junge Airbus A220, A320 Neo und Boeing 737 Max zerlegt. Warum?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Ilyushin Il-96: Das Flugzeug ist am 16. September in Köln gelandet.
Eine Ilyushin Il-96 der russischen Spezialflugstaffel ist heute in Köln/Bonn gelandet. Vermutet wird, dass die Maschine Mitarbeitende des russischen Konsulats in Bonn abholt. Die Landung im Video.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies