Air Hamburg besitzt eine Flotte von 44 Businessjets: Embraer Lineage 1000E, Dassault Falcon 7X, Embraer Legacy 600/650/650E, Legacy 500, Embraer Praetor 600, Cessna Citation XLS+, Embraer Phenom 300/300E und Cessna Citation CJ3.

Kauf durch Vista GlobalAir Hamburg wird von globalem Riesen geschluckt

Air Hamburg geht zurück auf eine Flugschule, die zwei flugbegeisterte Norddeutsche vor 21 Jahren gründeten. Jetzt kauft Vistajet-Mutter Vista Global den größten europäischen Businesscharteranbieter.

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25.000 Mark gaben sie aus. 1998 kauften die flugbegeisterten Freunde Floris Helmers und Alexander Lipsky eine gebrauchte, 25 Jahre alte Cessna 150. 24-jährig waren die beiden Hamburger damals und begannen mit ihrem Flugzeug Luftbilder im Auftrag von Kunden zu machen.

2001 später gründeten sie eine eigene Firma und begannen, Flugschüler auszubilden. Sie legten damit den Grundstein zu einer Erfolgsgeschichte, die heute unter dem Namen Air Hamburg bekannt ist. Ab 2005 flogen Helmers und Lipsky nebenher auch Fluggäste zu den Nordseeinseln Sylt, Helgoland, Juist, Föhr und Rügen. Und daraus entstand schließlich eine eigene Businesscharterairline, die auch mithilfe von verschiedenen deutschen Investoren laufend weiter wuchs.

Zusammen auf einen Marktanteil von 15 Prozent

Heute beschäftigt die Air-Hamburg-Gruppe 600 Mitarbeitende. Den Kernbereich verkaufen Helmers und Lipsky– inzwischen beide 48 Jahre alt – an den globalen Riesen Vista Global, zu dem Vistajet gehört, wie am Montag (21. Februar) bekannt gegeben wurde. Man übernehme mit Air Hamburg Private Jets den größten Businesscharteranbieter in Europa, so das Unternehmen mit Sitz auf Malta. Es sei «ein fantastisches, gut etabliertes und profitables Unternehmen mit einer langjährigen Erfolgsbilanz in Sachen erstklassiger Kundenbetreuung», kommentiert Vista-Präsident Thomas Flohr.

2021 führte Air Hamburg Private Jets mit insgesamt 44 Flugzeugen – von Cessna Citation C13 mit Platz für sieben Fluggäste bis Embraer Lineage für 18 Passagierinnen und Passagiere – über 18.800 Flüge für seine Kundinnen und Kunden durch und generierte so über 35.000 Flugstunden. Mehr erreichte nur noch Vistajet selbst. Durch die Übernahme könne man die Flugstunden (sie werden der Kundschaft in Rechnung gestellt und sorgen für den Umsatz) um 30 Prozent steigern, so Vista Global. Der globale Marktanteil werde auf 15 Prozent wachsen.

Die Marke Air Hamburg bleibt erhalten

Vistajet übernimmt nicht nur die Businesscharterairline selbst, sondern auch Air Hamburg Executive Handling (Abfertigung von VIP-Fluggästen in Hamburg) und Air Hamburg Technik (Wartung von Embraer- und Cessna-Businnessjets) am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden. Die Marke bleibe dabei genauso erhalten wie das deutsche Luftverkehrsbetreiberzeugnis (Englisch: AOC) erhalten, so die beiden Unternehmen. Auch sonst will der neue Eigentümer darauf achten, die Erfolgsfaktoren von Air Hamburg zu sichern.

«Es sind keine Änderungen geplant: Der Standort Hamburg ist unglaublich wertvoll, denn hier arbeitet ein hoch qualifiziertes Team, das den Erfolg des Unternehmens in den letzten 16 Jahren aufgebaut hat. Die Hauptintegration wird bei den Systemen für das Flottenmanagement beginnen, um sicherzustellen, dass wir jedem Mitglied, Kunden oder Vermittler, den wir betreuen, die 240 Flugzeuge auf der ganzen Welt anbieten können - jederzeit und überall», erklärt Vistas Kommerzchef Ian Moore gegenüber aeroTELEGRAPH.

Gründer Helmers und Lipsky blieben an Bord

Angst vor einem Aufeinanderprallen unterschiedlicher Kulturen hat Moore nicht. «Eine erfolgreiche Übernahme entsteht durch die Auswahl kompatibler Unternehmen. Die Kultur bei Vista ist auf Kundenservice, eine globale Denkweise und Unternehmergeist ausgerichtet - Werte, die wir mit Air Hamburg teilen.» Mit der Übernahme in Deutschland könne man sich in Europa und im Nahen Osten deutlich verstärken, so der Vista-Manager weiter. «In den letzten zwei Jahren hat in Europa ein grundlegender Mentalitätswandel stattgefunden, und die Zahl der potenziellen Kunden für die private Luftfahrt ist exponentiell gestiegen. Sie wünschen sich Bewegungsfreiheit, um das Wachstum ihrer Unternehmen in der ganzen Welt zu gewährleisten», so Moore.

Die beiden Gründer Helmers und Lipsky bleiben nach dem Verkauf als Manager an Bord. In ihrem Eigentum verbleibt die Flugschule Hamburg am Flugplatz Uetersen/Heist und das Café Himmelsschreiber neben dem Geschäftsfliegerzentrum Flughafen Hamburg.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Aufnahmen von Flugzeugen von Air Hamburg.

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