Boeing 747 von British Airways: Bis zu 12.000 Jobs in Gefahr.

Corona-KriseJetzt bauen Europas Airlines Zehntausende Jobs ab

Dass die Corona-Krise eine Menge Arbeitsplätze kosten wird, war klar. Doch wie viele Jobs wegfallen, blieb bisher offen. Nun nennen Europas Fluggesellschaften erste Zahlen. Die sind erschreckend.

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Seit die Corona-Krise Europas Flugzeugflotten zu Boden brachte, lief die Kommunikation der meisten Fluglinien in etwa so: Zuerst verkündeten sie schrittweise die Reduzierung ihrer Flugpläne sowie erste Sparmaßnahmen. Dann zeigten sie, was sie trotzdem noch leisten, vor allem Rückführungsflüge mit Passagieren sowie Frachtflüge mit dringenden medizinischen Gütern. Schließlich kündigten sie weitere Maßnahmen an, etwa Kurzarbeit.

Was bisher nur die wenigsten Airlines konnten oder wollten: Die Zahl der Arbeitsplätze beziffern, die sie in der Krise streichen. Doch das ändert sich nun. So teilte der britisch-spanische Luftfahrtkonzern IAG am Dienstag (28. April) mit, dass alleine bei seiner Tochter British Airways durch eine Restrukturierung im Zeichen der Corona-Krise bis zu 12.000 von 42.000 Jobs wegfallen. Man werde Jahre brauchen, um wieder Passagierzahlen wie 2019 zu erreichen.

10.000 Jobs bei Lufthansa in Gefahr

Lufthansa-Chef Spohr hatte seine Beschäftigen bereits Ende vergangener Woche in einer Mitteilung darauf eingestellt, dass die Flotte um rund 100 Flugzeuge schrumpfen werde. Daraus ergebe sich ein rechnerischer Überhang von etwa 10.000 Mitarbeitenden, so der Manager.

Auch bei SAS Scandinavian Airlines droht vielen Mitarbeitenden der Jobverlust. Man plane, bis zu 5000 Vollzeitstellen zu streichen, so die Airline am Dienstag. Das ist fast die Hälfte der 10.400 Arbeitsplätze. Rund 1900 dieser Jobs würden in Schweden wegfallen, 1300 in Norwegen und 1700 in Dänemark.

2000 Entlassungen bei Icelandair

Ebenfalls am Dienstag erklärte Icelandair: «Die Arbeitsverhältnisse von rund 2000 Mitarbeitenden werden gekündigt.» Der Jobabbau betreffe alle Bereiche des Unternehmens, so die isländische Fluggesellschaft. Allerdings seien Crews sowie Mitarbeiter aus der Wartung und vom Bodenpersonal am meisten betroffen. Die Gruppe zählte Ende letzten Jahres rund 4000 Angestellte.

Norwegian hatte bereits vergangene Woche vier Tochtergesellschaften in die Insolvenz geschickt. Über die drei dänischen Firmen und ein schwedisches Unternehmen hatte die Airline Piloten und Flugbegleiter angestellt. Insgesamt beschäftigten Norwegian Pilot Services Sweden, Norwegian Pilot Services Denmark, Norwegian Cabin Services Denmark und Norwegian Air Resources Denmark mehr als 1500 Piloten und 3100 Flugbegleiter.

Ryanair streicht bis zu 20 Prozent der Jobs

Ryanair-Chef Michael O'Leary sagte im Gespräch mit der Zeitung Handelsblatt, er rechne mit dem Abbau von 10 bis 20 Prozent der Stellen. Der irische Billigflieger beschäftigt nach eigenen Angaben rund 19.000 Mitarbeitende. Bei Ryanairs polnischer Chartertochter Buzz gibt es bereits Entlassungen. So heißt es in einem Schreiben der Firma Warsaw Aviation, über welche die Buzz-Piloten angestellt sind, man müsse die Verträge mit einer gewissen Anzahl Piloten auflösen.

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