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Ölpreis steigt

Ist die Schonzeit beim Kerosinpreis vorüber?

In den letzten zwei Jahren profitierten Fluggesellschaften von sinkenden Kerosinpreisen. Nun scheint der Trend zu drehen. Schwächere Fluglinien kann das vor Probleme stellen.

lalabell68/Pixabay/CC

Ölpumpe: Der Abwärtstrend ist vorerst gebrochen.

Der Satz von Wladimir Putin hat es in sich. «Russland ist bereit, die Maßnahmen zur Reduktion der Ölproduktion mitzutragen und ruft andere Erdölexporteure auf, dasselbe zu tun», erklärte der russische Präsident am Montag (10. Oktober). Der Preis der Nordesee-Sorte Brent stieg darauf hin kräftig. Er kletterte erstmals seit einem Jahr wieder über 53 Dollar pro Fass.

Schon in den neun Monaten zuvor ist der Rohstoff markant teurer geworden. Mitte Januar kostete Erdöl noch weniger als 30 Dollar. Das spüren auch die Fluggesellschaften. Auch das im Gleichschritt mit Öl gehandelte Kersoin ist seither rund 60 Prozent teuerer geworden. Noch ist das kein Grund zur Sorge. Der Treibstoff ist weiter verhältnismäßig billig, musste die Branche bis im Sommer 2014 doch mit Ölpreisen von über 100 Dollar leben.

Treibstoffanteil steigt stark an

Der Absturz auf unter 30 Dollar verhalf Airlines danach zu enormen Einsparungen. Doch ewig wird die Schonzeit nicht mehr anhalten. Für eine Umkehr des Preistrends beim Öl spricht einiges. In den vergangenen Monaten schienen sich die Ölexporteure nie so einig zu sein. Machen sie nun wirklich ernst mit der Produktionsdrosselung, ist das Überangebot schnell weg. Kommt hinzu, dass die Vorräte in den USA so niedrig sind wie lange nicht mehr. Experten sehen das als klares Anzeichen für einen Übergang zum Preisanstieg.

Ein Vergleich mit der Periode von 2003 bis 2008 zeigt, wie hart die Auswirkungen davon für die Fluggesellschaften sein können. Damals stieg der Ölpreis von 34 auf 125 Dollar pro Fass. Das hatte gemäß einer Analyse der Iata zur Folge, dass der Anteil der Treibstoffkosten an den Gesamtkosten der Airlines von 14 Prozent auf 33 Prozent kletterte.

Kosten können nicht genug schnell sinken

Trotz des Einsatzes sparsamerer Flugzeuge droht bei einem nachhaltigen Anstieg des Ölpreises auch in den kommenden Monaten und Jahren ein ähnliches Szenario. Bleibt der Wettbewerb gleich heftig, können Airlines in einer solchen Lage die Preise nicht genug stark erhöhen. Die anderen Kosten – vor allem Personal, Leasingraten, Gebühren – können sie ebenfalls oftmals nicht entsprechend stark senken.

Die Folge sind schnell sinkende Gewinne und Reserven. Bei schwächeren Unternehmen resultieren da rasch Verluste. Und manch eine Fluglinie, die sich jetzt über Wasser halten konnte, wird dann wieder aufgeben müssen.



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