Eine Boeing 747-200 von Iran Air: Hier im Bild zu sehen ist EP-IAG, die schon nicht mehr zur Flotte gehört. Nur EP-ICD ist noch aktiv.

32 Jahre altIran Air bringt letzte Boeing 747 auf Vordermann

Die iranische Fluglinie hat einen letzten Jumbo-Jet in der Flotte. Die Kombi-Version der 747-200 fliegt seit 32 Jahren Fracht für Iran Air - und wurde nun fit gemacht.

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Hat ein Flugzeug einen Defekt, ordert die betroffene Airline Ersatzteile und repariert die Maschine. Bei Bedarf zieht sie auch Experten des Flugzeugbauers hinzu. Für Iran Air ist das nicht so einfach.

Die staatliche iranische Fluglinie unterliegt Sanktion der USA. Im Juli 2019 machten die Vereinigten Staaten deutlich, dass auch Dritte mit Konsequenzen rechnen müssen, die mit sanktionierten iranischen Luftfahrtfirmen kooperieren. Damit ist Zusammenarbeit mit Iran Air bei Wartung und Ersatzteilversorgung untersagt.

32 Jahre alter Jumbo-Jet

So erklärt sich, dass Iran Air nun gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Mehr etwas verkündet, das Agenturen in anderen Ländern kaum eine Meldung wert wäre. Die Fluglinie hat ihre Boeing 747 von Grund auf überholt und repariert. Was an der 32-jährigen Maschine mit dem Kennzeichen EP-ICD genau defekt war, ist nicht bekannt.

Die Arbeiten am letzten Jumbo-Jet der Iran-Air-Flotte dauerten den Angaben zufolge zwei Monate und wurden von iranischen Spezialisten durchgeführt. Die Fluggesellschaft erklärt, auch Ersatzteile würden aus iranischer Produktion stammen.

Frachter mit vielen Fenstern

Die 747-200 von Iran Air ist eine Kombiversion, die mit Passagierfenstern ausgestattet ist, aber auch eine hochklappbare Nase besitzt. Sie kann als Passagier- oder Frachtflieger eingerichtet werden oder auch beides gleichzeitig. Iran Air nutzt die Maschine als Frachter.

Die Nachrichtenagentur Mehr spricht von einem strategisch wichtigen Flugzeug für das Land. Die Airline erklärt, man habe damit schon wichtige Güter transportiert, etwa nach Erdbeben, Überflutungen und zuletzt auch in der Corona-Krise.

Ein Flugzeug namens Claus

EP-ICD ging im Jahr 2008 von der damaligen türkischen Charterfluggesellschaft Anka Air an Iran Air über. Weitere Betreiber waren zuvor Qantas und die niederländische Frachtfluggesellschaft Martinair. Dort trug der Jumbo-Jet den Namen Prins Claus.

In der Vergangenheit nutzte Iran Air Boeing 747 auch als Passagierflieger. So gehörten zur Flotte einst schon vier der kürzeren Version Boeing 747 SP sowie acht Boeing 747-100 und acht weitere Boeing 747-200, teilweise Frachter, teilweise Passagierjets.

Alte Flieger zu verkaufen

Kürzlich hat Iran Air mehrere ausrangierte Flugzeuge zum Verkauf ausgeschrieben. Auf der Verkaufsliste stehen auchModelle wie die Boeing 747 SP, die  bereits vor einigen Jahren außer Dienst gestellt worden waren.

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