Karl Ulrich Garnadt: «Erwarte, dass auch bei der Swiss ein entsprechendes Angebot kommen wird.»

Neue Klasse bei Lufthansa«Glaube an Premium Eco bei Swiss»

Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt erklärt, weshalb Golfanbieter ein Problem sind und warum er auch bei Swiss und AUA eine Premium Eco erwartet.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

strong>Lufthansa führt nach 35 Jahren erstmals wieder eine neue Klasse ein. Warum haben Sie so lange gewartet?

Die Nachfrage hat sich erst im Laufe der Zeit aufgebaut – dadurch, dass wir jetzt in der Business Class einen enorm hohen Qualitätsstandard etabliert haben, mit Lie-Flat Sitzen und den anderen Extras. Der ist inzwischen so weit weg von der Economy, dass da eine große Lücke entstanden ist. Man kann sagen, dass die Premium Economy in etwa dem entspricht, was wir in den 80er-Jahren in der Business hatten. Da sieht man, wie sich die Produktwelt entwickelt hat.

Wann wird es auf jedem Langstreckenflieger eine Premium Economy geben?

Im dritten Quartal des nächsten Jahres werden wir das geschafft haben – mit neuer First, Business und Premium Economy Class.

Kommen die Zielkunden aus der Business oder mehr aus der Economy?

Unsere Zielgruppe fliegt heute Economy und sagt: ‹Naja, wenn ich hier acht Stunden durch die Welt fliege, dann bin ich auch bereit, für den Hin- und Rückflug 500 bis 600 Euro mehr zu zahlen und habe dann mehr Platz, besseren Service, ein etwas exklusiveres Ambiente›.

Wird denn im Gegenzug den Economy-Passagieren etwas weg genommen?

Nein, es geht vor allem um den Platz. Der ist das teuerste Gut an Bord eines Flugzeugs. Premium Economy bietet deutlich mehr Platz als die Economy. Zusätzlich hat man für die Bordunterhaltung größere Bildschirme und wird intensiver betreut.

Spielte bei der Entscheidung für eine Premium Economy auch die Konkurrenz vom Golf eine Rolle?

Natürlich reagieren wir zum Teil auf Angebote, die bei Mitbewerbern schon da sind. Und die Golfairlines oder die asiatischen Anbieter setzen schon sehr hohe Standards, was das Produkt angeht. Da wollen wir nicht zurückstehen, sondern im Gesamtpaket sogar noch besser sein.

Was ist schwierigste, was es zu meistern gilt in Sachen Konkurrenz mit den Golfanbietern wie Emirates, Etihad oder Qatar?

Ich denke das Hauptproblem ist, dass wir es da mit staatlichen Monopolisten zu tun haben, die in ihren Ländern in jeder Beziehung geschützt werden. Bei uns in Deutschland, in Österreich oder auch in der Schweiz ist es eher so, dass Behörden sich über Dinge wie die Luftverkehrssteuer Gedanken machen und uns damit das Leben noch schwer machen.

Etihad hat aber gerade massive Probleme in Deutschland und auch in der Schweiz. In diesem Fall ist Ihnen das Eingreifen des Staates aber sicher recht.

Der Sachverhalt ist da ganz einfach. Es gibt Luftverkehrsabkommen. An diese Verträge müssen sich alle Seiten halten. Und so wie es zu lesen war, geht es ja darum, dass die Airlines entgegen diesen Verträgen Regelungen getroffen haben.

Was sollte die Politik sonst noch tun?

Wir kritisieren, dass eine ausländische Fluglinie mit ausländischem Staatsgeld europäische Unternehmen saniert. Da müssen dieselben Regelungen gelten wie in der EU. Und da geht das einmal und nicht mehr. Im Grunde ist das, was Etihad macht, nichts anderes als Staatshilfe bei einem deutschen Unternehmen.

Wenn die Premium Economy auch ein Mittel gegen die Konkurrenz ist, warum haben denn Ihre Töchter Swiss und Austrian keine entsprechenden Programme geplant?

Die Swiss beispielsweise wird ja mittelfristig andere Flugzeuge bekommen. Da wird man eine Neuerung nicht mehr in die alte Flotte einbauen wollen. Aber wir wünschen uns bei allen unseren Airlines ein ähnliches Angebot. Ich halte das auch für sinnvoll.

Also kommt eine Premium Economy bei der Swiss?

Vielleicht will man in Zürich erst einmal schauen, wie erfolgreich wir bei Lufthansa sind. Und da ich glaube, dass es ein Riesenerfolg wird, erwarte ich, dass auch bei der Swiss ein entsprechendes Angebot kommen wird.

Mehr zum Thema

Emirates und Dubai: Zwei Schwergewichte der Luftfahrt, die zuletzt Passagiereinbrüche verzeichneten.

Wer zählt am meisten Passagiere?

ticker-atc

Europas Luftverkehr erreicht erneut Rekordniveau: 37.640 Flüge an einem Tag

Airbus A330 von Sir Lankan Airlines in Colombo: Die Fluglinie will mehr Langstreckenjets.

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Ryanair: Wie viele Flugzeuge hat die Airline-Gruppe?

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack