Abfertigung eines Flugzeuges: Die Swissport-Tochter in Belgien ist am Ende.

Swissport Belgien insolventBrussels Airlines verliert vor Neustart Abfertiger

Am 15. Juni startet die belgische Lufthansa-Tochter ihre Flüge wieder. Nur zehn Tage davor meldet Swissport Belgien Insolvenz an - und damit der Abfertiger von Brussels Airlines.

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Seit fünf Jahren hat Swissport einen chinesischen Eigentümer. Für umgerechnet rund drei Milliarden Euro kaufte damals die HNA Group den Bodenabfertigungskonzern, der an 300 Flughäfen in 47 Ländern weltweit aktiv ist. Mit dem neuen Aktionär wollte er weiter expandieren.

Doch als Folge einer gigantischen globalen Einkaufstour schlitterte die HNA Group in eine tiefe Krise. Mehr als 90 Milliarden Euro an Schulden türmten sich Ende 2017 auf. Trotz erster Sanierungsmaßnahmen ist der chinesische Tourismusriese noch nicht definitiv gerettet. Die Covid-19-Pandemie erschwerte seine Lage weiter.

Kein Geld vom Staat und keines vom Eigentümer

Im März übernahmen deshalb Vertreter der Provinz Hainan das Zepter, um das Überleben des Konglomerates zu sichern. Das wiederum brachte auch die HNA-Tochter Swissport in die Bredouille. Denn auch sie leidet stark unter dem globalen Flugstopp. Vier Fünftel des Umsatzes brachen weg.

Im März beantragte der Konzern Staatshilfe. Doch die Schweizer Regierung lehnte ab - weil Swissport chinesische Eigentümer hat. Und HNA wiederum hat kein Geld, um Swissport zu helfen. «Unser Eigentümer hat bisher kein Geld eingeschossen, und ich gehe nicht davon aus, dass er es noch tun wird» sagte Konzernchef Eric Born der Zeitung Tages-Anzeiger.

Zwei defizitäre belgische Töchter

Swissport verhandelt deshalb mit Kreditgebern und Investoren über Finanzhilfen. Die Gespräche seien «auf einem guten Weg», erklärt eine Sprecherin  aeroTELEGRAPH. «Swissport ist zuversichtlich, die notwendige Liquidität innerhalb des verfügbaren Zeitrahmens aufzubringen.» Dennoch überleben nicht alle Konzernteile die Krise.

Am Freitag (5. Juni) meldete Swissport, dass sie zwei ihrer belgischen Töchter in die Insolvenz schickt. Dadurch stelle man auch die Abfertigungs- und Reinigungsdienste am Flughafen Brüssel ein, so der Konzern in einer Mitteilung. Die beiden streikgeplagten Gesellschaften mit rund 1500 Angestellten seien sei langer Zeit defizitär. Alle früheren Versuche, sie profitabel zu machen, seien gescheitert. Nur die Frachtabfertigung wird weitergeführt.

Zehn Tage vor Neustart von Brussels Airlines

Zur Unzeit kommt die Ankündigung für Brussels Airlines. Die belgische Lufthansa-Tochter startet am 15. Juni ihren Betrieb wieder. Und ihre Flugzeuge werden von Swissport abgefertigt. Man habe einen Notfallplan aufgestellt, heißt es von der Fluglinie. Man suche nach einem Ersatz, der Neustart sei nicht gefährdet.

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