Unfallträchtige LuftfahrtIndonesiens chronische Probleme mit der Sicherheit

Fliegen ist in Indonesien deutlich risikoreicher als anderswo. Denn das Land erfüllt die Minimalstandards bei der Sicherheit nicht. Bloss: Die Alternativen sind nicht unbedingt sicherer.

Top-Jobs

Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs

Das Land erstreckt sich über rund tausend Inseln. Auf ihnen leben insgesamt 255 Millionen Menschen. Der Transport ist deshalb für Indonesien von zentraler Bedeutung. Flugverbindungen nehmen dabei eine wichtige Rolle ein. Rund 50 Fluggesellschaften operieren im Land und befördern Fracht und Passagiere auch in entlegenere Gebiete. Um die Sicherheit ist es dabei aber nicht besonders gut gestellt.

Der Absturz der ATR 42-300 von Trigana Air Service auf Flug IL267 vom Sonntag wirft ein neues Schlaglicht auf die pitoyablen Zustände in der indonesischen Luftfahrt. Die amerikanische Luftfahrt-Aufsichtsbehörde FAA stuft das Land in der Kategorie II ein. Das heißt, es erfüllt die minimalen Sicherheitsstandards der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation Icao nicht. Die Hürde wurde nicht nur knapp verfehlt. In allen Teilbereichen schneidet Indonesien schlecht ab und liegt markant unter dem weltweiten Durchschnitt.

Fast tausend Tote in den letzten 15 Jahren

Das zeigt sich leider auch in der Unfallstatistik. In den vergangenen 15 Jahren gab es in Indonesien nur ein Jahr, in dem es keinen tödlichen Flugunfall gab. Insgesamt starben dabei 978 Menschen. Die Europäische Union sperrt denn auch alle indonesischen Fluglinien mit Ausnahme von Airfast Indonesia, Ekspres Transportasi Antarbenua, Garuda Indonesia, Indonesia Air Asia und Mandala Airlines von ihrem Luftfaum aus. Das britische Außenministerium rät seinen Landsleuten von Reisen mit den gesperrten Airlines ab.

Die Alternativen sind nicht unbedingt besser. «Öffentliche Busse sind auf den relativ schlecht ausgebauten Straßen meist mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs, sodass es immer wieder zu schweren Unfällen kommt», schreibt etwa das österreichische Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres. Die Verkehrsinfrastruktur leide häufig an technischen Mängeln und generell am mangelnden Risikobewusstsein der Verkehrsteilnehmer. Die Sicherheitsanforderungen und -vorkehrungen lägen deutlich unter europäischem Niveau, schreibt das deutsche Auswärtige Amt.

Bus, Fähre und Auto ebenso unsicher

«Der Straßenverkehr, insbesondere außerhalb der Großstädte, ist unfallträchtig». Selber fahren solle man deshalb unter keinen Umständen. Und auch auf dem Wasser ist es heikel. «Die Sicherheitsausrüstungen der Fähren zwischen den Inseln sind oft unvollständig», so das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten.

Mehr zum Thema

Ramechhap Airport in Nepal: Die Sicherheit im Lane lässt zu wünschen übrig.

Nepal freut sich zu früh über Streichung von EU-Liste

Flughafen Chisinau: Nur noch wenige Airlines dürfen von hier aus in die EU fliegen.

Europäisches Land kommt auf Schwarze Liste

Airbus A340 von Avior Airlines: Die Fluglinie ist nun aus Europa verbannt.

Avior darf nicht mehr nach Europa

Mozambiques Nationalairline LAM: Darf wieder in die EU.

Benin und Mozambique schaffen es von Schwarzer Liste

Video

Sonex Onex im Formationsflug: Der Hersteller ist insolvent.
Sonex Aircraft hat seit 1998 Selbstbaukits für Flugzeuge hergestellt. Nun ist das Unternehmen pleite. Inhaber Mark Schaible wendet sich in einem emotionalen Video an seine Kundinnen und Kunden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
1784
Menschen sind wieder auf dem Weg zum Mond - zum ersten Mal seit mehr als einem halben Jahrhundert. Den Raketen-Start der Mission Artemis 2 sahen Passagiere eines Delta-Air-Lines-Fluges aus der Luft.
Timo Nowack
Timo Nowack
parallel landing san francisco
Am Flughafen von San Francisco sind parallele Landungen künftig tabu. Die neue Regel der US-Luftfahrtbehörde sorgt nicht nur für das Ende eines spektakulären Anblicks – sondern auch für deutlich mehr Verspätungen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg