Air-India-Flieger in Kalkutta: Der Flughafen ist überlastet.

ErmittlungenIndische Piloten logen über Treibstoffknappheit

Die Flughäfen in Indien sind zum Teil maßlos überlastet. Piloten griffen zu einer fragwürdigen Methode, um bevorzugt landen zu dürfen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Indien ist einer der am schnellsten wachsenden Luftfahrtmärkte der Welt – und genau das wird teilweise zum Problem. Flughäfen sind mit den Wachstumszahlen überfordert und können die wachsende Zahl an Starts und Landungen nur noch schwer bewältigen. Das führt dazu, dass Flugzeuge teils längere Zeit vor der Landung kreisen müssen. Die Airlines leiden darunter, weil sich ihre Pünktlichkeit verschlechtert.

Offenbar griffen aus diesem Grund einige Piloten zu ungewohnten Mitteln. In mindestens drei Fällen sollen Cockpitcrews großer Fluggesellschaften fälschlicherweise Treibstoffknappheit gemeldet haben, um bevorzugt landen zu dürfen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen Vertreter der indischen Luftfahrtbehörde Directorate General of Civil Aviation DGCA berichtet, ereigneten sich die Fälle am 30. November am Flughafen von Kolkata, dem früheren Kalkutta.

Drei Flieger hintereinander

Piloten eines Jets von Indigo meldeten dem Tower, sie hätten zu wenig Treibstoff und müssten daher bevorzugt landen und vor einem halben Dutzend anderer kreisender Flieger an die Reihe kommen. Das hörten Piloten eines Fliegers von Air India – und fanden es offenbar eine gute Idee. Sie meldeten ebenfalls Treibstoffmangel. Nur kurz darauf meldeten sich auch Piloten der Billigairline Spicejet zu Wort.

Die Ermittlungen haben aber ofenbar ergeben, dass alle Flugzeuge noch genügend Kerosin im Tank hatten, um entweder mindestens eine weitere halbe Stunde über Kalkutta zu kreisen oder zu einem alternativen Flughafen zu fliegen und dort zwei Landungen zu versuchen. Dazu sei aber gesagt: Eine halbe Stunde an Reservetreibstoff ist die Mindestmenge, die Piloten gemäß Icao als Pflichtreserve mitführen müssen.

Alle Piloten suspendiert

Alle Piloten seien suspendiert worden, so der DGCA-Vertreter. Ihr Verhalten hätte zu ernsthaften Problemen geführt, falls es tatsächlich ein Flugzeug mit wirklichem Treibstoffmangel gegeben hätte.

Spicejet leugnet, dass der Zwischenfall sich so ereignet haben soll. Weder Indigo noch Air India haben sich zu den Vorwürfen geäußert. Doch dass die Wartezeiten für Landesamts in Indien zum Problem werden, ist bekannt. 45 Minuten lang kreist ein Flugzeug im Durchschnitt, bevor es in Mumbai landen kann – in Singapur sind es 25 Minuten, in Katar null, so Bloomberg.

Mehr zum Thema

Vorfeld Flughafen Leipzig/Halle: Der Flughafen belegt beim Flughafencheck Platz 1.

Flughafencheck hat neuen Spitzenreiter und neues Schlusslicht

Grünes Licht aus einem Tower: Lichtsignale können den Funk ersetzen.

Tower half Pilot in Bern mit der Lichtpistole bei der Landung

Schnee am Flughafen München: Hunderte Flüge mussten am ersten Dezemberwochenende gestrichen werden.

Das sind die größten Flughäfen Europas

Ladestation am Flughafen Gatwick: Ladestationen gelten als Hotspot für Noroviren.

Diese Orte an Flughäfen sind besonders mit Noroviren belastet

Video

Der Moment vor dem Absturz: Die Cessna kollidiert mit dem Gleitschirm.
Eine Paragliderin überlebt mit Glück den Zusammenstoß mit einer Cessna. Der Unfall wirft Fragen auf: Wer muss wem ausweichen? Und warum sehen sich Motorpiloten und Gleitschirmpiloten im selben Luftraum oft erst im letzten Moment?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Ramy RC vor seinem Lufthansa-Airbus-A380: Ganz schön groß.
Ein Airbus A380 als Modellflugzeug klingt spektakulär – doch das von Ramy RC sprengt selbst in der Modellbauwelt die Dimensionen. Der Nachbau des Lufthansa-Superjumbos mit Speziallackierung ist fast neun Meter lang und kann tatsächlich fliegen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
condor flughafen zeichnen
Wer am Flughafen warten muss, kann einen künstlerischen Zeitvertreib ausprobieren. Zeichner Kevin Zych gibt eine kurze Videoanleitung dafür.
Timo Nowack
Timo Nowack