Boeing 737 Max 8-200 von Ryanair: Mehr Sitze, mehr Einnahmen.

Mehr SitzeIm Flugzeug wird es künftig noch enger

Die durchschnittliche Anzahl der Sitze im Flugzeug wird laut einer Prognose weiter ansteigen. Das hat zwei Gründe. Einer davon ist nicht angenehm für die Reisenden.

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Ein Mal im Jahr schaut Boeing weit in die Zukunft. Der «Commercial Market Outlook» zeigt die Prognosen des Herstellers dazu, wie viele Flugzeuge von welchem Typ wo auf der Welt in den nächsten 20 Jahren gebraucht werden. Der aktuelle Ausblick geht von 2024 bis 2043.

Eine Grafik darin zeigt die durchschnittliche Sitzanzahl pro Flugzeug, womit kommerzielle Passagierjets mit 30 oder mehr Sitzen gemeint sind. Im Jahr 2003 waren es durchschnittlich 138 Sitze pro Flugzeug, im Jahr 2023 schon 169 und für 2043 prognostiziert Boeing 190.

Zwei Gründe für steigende Sitzanzahl

Sprich: In Zukunft werden Flugzeuge durchschnittlich mehr Sitze haben - obwohl mit dem Airbus A380 der größte Passagierjet der Welt dann größtenteils verschwunden sein dürfte.

Dafür gibt es zwei Gründe. «Wir haben uns das historisch angeschaut und dabei verteilte sich der Anstieg der Sitzanzahl gleichmäßig auf den Umstieg auf größere Schmalrumpf-Modelle und auf Verdichtung, indem man mehr Sitze ins Flugzeug baute», sagte der Boeing verantwortliche Manager Darren Hulst bei der Farnborough Airshow auf Nachfrage von aeroTELEGRAPH. «Und wir glauben, dass genau das erstmal weiterhin passieren wird.»

So funktionieren die beiden Faktoren

Der Umstieg auf größere Schmalrumpf-Modelle ist zum Beispiel seit einigen Jahren gut an der A320-Neo-Familie von Airbus zu sehen: Der größere A321 Neo hat dem kleineren Familienmitglied A320 Neo den Rang abgelaufen und verkauft sich mittlerweile besser.

Die Verdichtung erreichen Fluggesellschaften durch dünnere Sitze, Anpassungen an WCs und Bordküchen und weitere Optimierungen, um den Platz in der Kabine so weit wie möglich auszunutzen. Für die Reisenden bedeutet das meistens: Es wird enger im Flugzeug.

Embraer kündigt Verdichtung an

Als Beispiel für die Verdichtung nennt Hulst Ryanairs Boeing 737 Max 8-200 mit 197 Sitzen, die auch nicht größer sei als Boeings normale Max 8, aber mit niedrigeren Kosten pro Sitz. «Wenn man in Europa Flüge von zwei Stunden oder weniger hat, ist das perfekt», so der Manager. «Ich glaube, davon werden wir in diesem Markt mehr sehen, ob nun mit Boeing- oder Airbus-Jets.» Insgesamt sehe man den Trend zur Verdichtung in allen Regionen.

Nur einen Tag nach Boeings Ausblick meldete Embraer passend dazu: «Eine Kabinenoptimierung der E195-E2 hat es Embraer ermöglicht, in die meisten Konfigurationen eine zusätzliche Sitzreihe mit insgesamt vier Sitzen einzubauen.»

«Weitere Sitze, um die Einnahmen zu steigern»

Bei Embraers Präsentation zum Thema war neben Grafiken zu lesen: «Reducing gaps, adding a row» («Verringerung der Lücken, Hinzufügen einer Reihe») und «More seats to increase revenues» («Weitere Sitze, um die Einnahmen zu steigern»).

Embraer-Präsentation zur Verdichtung. Bild: aeroTELEGRAPH

Allerdings kann das nicht immer so weitergehen, denn irgendwann ist der Platz in der Kabine trotz aller ausgeschöpft. «Langfristig wird man mehr größere Flugzeuge sehen, wenn die Airlines keine weiteren Möglichkeiten mehr zur Verdichtung haben», so Hulst.

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