Eigentlich war alles wie immer, als eine 22-jährige Flugschülerin am vergangenen Samstag (4. Juli) mit ihrem 42-jährigen Fluglehrer zu einem Übungsflug startete. Die Schülerin besitzt bereits eine Privatpilotenlizenz, musste aber noch zusätzliche Flugstunden erreichen und daher mit einem Fluglehrer fliegen. Mit ihrer Cessna C-150 hoben die beiden am späten Nachmittag vom Flugplatz Coronel Olmedo in der Nähe der argentinischen Großstadt Córdoba ab.
Der Flug sei laut der Flugschülerin bis 18.00 Uhr ganz normal verlaufen. Der Fluglehrer habe sie dann aber plötzlich gebeten, den Kurs zu halten, und zu ihr gesagt: «Du weißt, was du zu tun hast.» Anschließend habe er seine Kopfhörer abgenommen und seine Sachen geordnet. Im Anschluss habe er seinen Sicherheitsgurt gelöst, die Flugzeugtür geöffnet und sich hinausgestürzt. Die Cessna habe sich da in einer Höhe von 250 Metern über Boden befunden.
Flugschülerin landet Cessna sicher
Die Frau meldete sich bei der Flugsicherung und konnte das Flugzeug sicher landen. Die Polizei fand die Leiche des Fluglehrers auf einem Feld in der Nähe des von der Schülerin beschriebenen Gebietes. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen.
Es war bereits der zweite Flug des Fluglehrers an diesem Samstag. Zuvor hatte er ein Wiederholungstraining mit einem anderen Flugschüler ohne Zwischenfälle absolviert. Der 42-Jährige war seit vier Jahren an der Flugschule in Córdoba tätig und hatte zuvor auch Berufserfahrung in Chile gesammelt.
Fluglehrer mit viel Erfahrung - und psychischen Problemen
Seine Kollegen beschreiben ihn als sehr professionell und humorvoll. Er soll sich kurz zuvor bei einer großen Airline als Linienpilot beworben haben. Gegenüber der Zeitung La Nacion sagte der Geschäftsführer der Flugschule, dass der Fluglehrer sich stetig weitergebildet habe und dadurch eine wichtige Anlaufstelle für Studierende am Anfang ihrer Karriere gewesen sei.
Kolleginnen und Kollegen haben ausgesagt, dass ihnen am Tage des Unglücks nichts Außergewöhnliches aufgefallen sei, außer dass der Fluglehrer nicht mit dem eigenen Auto zur Flugschule gekommen sei. Später wurde bekannt, dass er einige Tage zuvor eine psychiatrische Klinik aufgesucht hatte. Seine Kollegen wussten davon nichts.
Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Mit Freunden, Verwandten oder mit jemandem, der anonym für Sie da ist - etwa die Telefonseelsorge in Deutschland, der Schweiz oder Österreich.