Kurz vor der weltgrößten Messe für die allgemeine Luftfahrt, der Air Venture in Oshkosh, bringt der Hersteller nun ein komplett neues Flugzeug auf den Markt: Die Trac 10 ist ein grundlegend neuer Entwurf und keine Weiterentwicklung eines bestehenden Modells. Es ist das erste Flugzeug von Cirrus, das speziell für die Bedürfnisse von Flugschulen ausgelegt ist.
Dreisitzer statt Fünfsitzer
«Die Trac 10 ist unsere bislang durchdachteste Antwort darauf, was professionelle Flugschulen zum Erfolg brauchen», sagte Cirrus-Aircraft-Chef Zean Nielsen bei der Vorstellung des Programms am 6. Juli. Die bisherigen Trainingsflugzeuge Trac 20, Trac 22 und Trac 22T, die auf der SR-Baureihe von Cirrus basieren, bleiben laut Nielsen weiterhin im Programm. Die Trac 10 soll das Angebot lediglich ergänzen.
Denn anders als die bisherigen Flugzeuge bietet das neue Modell nur Platz für drei Personen. Neben zwei Vordersitzen gibt es einen erhöhten Beobachtersitz im Heck, der optimale Sicht ins Cockpit bieten soll. Sitze und Pedale sind höhenverstellbar, um unterschiedlich große Flugschüler und Fluglehrer zu bedienen.
Gewohnte Sicherheitsfeatures von Cirrus
Angetrieben wird das neue Schulungsflugzeug vom turboaufgeladenen Vierkolben-Rotax 916 ISC mit 160 PS und Fadec (Full Authority Digital Engine Control), einem digitalen Steuerungssystem, das sämtliche Triebwerksfunktionen von der Leistung über den Kraftstoffverbrauch bis zur Sicherheit automatisch regelt. Bei 65 Prozent Reiseleistung soll der Motor laut Cirrus nur 22,3 Liter Kraftstoff pro Stunde verbrauchen. Zudem kann er mit verschiedenen Kraftstoffen betrieben werden, was für Flugschulen einen möglichen Kostenvorteil bedeutet.
Cirrus stattet die TRAC10 mit mehreren Sicherheitssystemen aus, die zusammen dafür sorgen sollen, dass gefährliche Situationen erst gar nicht entstehen oder glimpflich ausgehen. Herzstück ist das Cirrus Airframe Parachute System (kurz Caps), ein Fallschirm fürs ganze Flugzeug: Im Notfall zieht der Pilot einen Griff, und die komplette Maschine schwebt sicher zu Boden statt abzustürzen. Dazu kommt das Electronic Stability & Protection System ESP von Garmin, das im Hintergrund mitfliegt und automatisch gegensteuert, wenn das Flugzeug in eine gefährliche Schräglage gerät.
Cirrus hat schon über 100 Bestellungen gesammelt
Der sogenannte Blue Level Button kann das Flugzeug zudem auf Knopfdruck wieder gerade ausrichten. Und ein Stick Shaker, eine spürbare Vibration am Steuer, warnt den Piloten rechtzeitig, bevor die Tragflächen ihren Auftrieb verlieren. Zudem wird der neue Trainer auch mit Cirrus IQ ausgerüstet, einer digitalen Plattform, die wie eine Art Flottenmanager funktioniert: Sie überwacht automatisch Kraftstoff, Motorwerte und fällige Wartungen und hält sogar die Navigationsdaten von selbst aktuell, was Flugschulen viel manuelle Arbeit erspart.
Cirrus verlangt für das neue Schulungsflugzeug knapp eine halbe Million Dollar. Nach Angaben des Herstellers haben bereits 13 Flugschulen weltweit mehr als 100 Exemplare bestellt. Die ersten Auslieferungen in den USA sind für kommendes Jahr geplant, internationale Kunden sollen ab 2028 folgen.
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