Die Antonov An-2 mit dem Kennzeichen D-FOKY am ...

D-FOKYWie fliegt man eine Antonov An-2?

Einst war die Antonov An-2 mit dem heutigen Kennzeichen D-FOKY in der DDR in Spezialmission unterwegs. aeroTELEGRAPH konnte sich das Flugzeug aus der Nähe anschauen - und mitfliegen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Bevor Stephan Ester in sein Flugzeug steigt, muss er Handarbeit leisten. Den Vierblatt-Propeller mit einem Durchmesser von 3,60 Metern dreht er erst im Hangar 20 Blatt weit und dann draußen noch einmal 16 Blatt. «Damit das Öl aus den unteren drei Zylindern läuft», erklärt der 63-Jährige. Aufgefangen wird das Öl von einer einfachen Plastikflasche, die unter einer Klappe befestigt wird, auf der «Motor Vorwärmung» steht.

Ester ist der private Besitzer und Pilot der Antonov An-2 mit dem Kennzeichen D-FOKY. Das 1968 gebaute Flugzeug hat er am Flughafen Paderborn/Lippstadt stationiert. «Es ist eine der am besten erhaltenen An-2», sagt er stolz. «Sie kommt gerade aus der Wartung.»

«Der Kauf einer An-2 ist nicht teuer»

Im Jahr 2007 kaufte Ester die Maschine mit 9-Zylinder-Sternmotor von einem Privatmann aus Hamburg. Den Preis will er nicht verraten. «Der Kauf einer An-2 ist nicht teuer», sagt er aber. «Die größten Kosten entstehen durch den Standplatz im Hangar und den Treibstoff.»

Ester, der auch die letzte in Deutschland zugelassene Raab Krähe IV besitzt, fliegt mit seiner Antonov An-2 rund 20 bis 25 Stunden im Jahr. Zu einem Flug hat er aeroTELEGRAPH eingeladen.

Als DDR-SKY für Erkundung eingesetzt

Was schon beim Rundgang um die 12,5 Meter lange Maschine auffällt: Sie besitzt an der Kabine, in die neun Fluggäste hineinpassen, eine kuppelförmige Verglasung. Das hat mit der Geschichte der D-FOKY zu tun. Ihre erste Betreiberin war nämlich die staatliche Fluggesellschaft der DDR, Interflug.

Sie hatte sie im Bereich Bildflug eingesetzt. Damals unter den Kennzeichen DM-SKY und DDR-SKY. Für die zivile und wohl auch militärische Erkundung konnte einerseits ein Beobachter aus der Glaskuppel herausschauen.

Im Rumpfboden Luke für Spezialkamera

Zum anderen hat das Flugzeug eine Luke im Rumpfboden, die sich elektrisch öffnen lässt. Einst war darin eine MKF-6-Multispektral-Kamera für die Luftbildaufklärung montiert.

Als wir im Cockpit der Antonov An-2 sitzen, prüft Ester die Tanks: «Links haben wir 400 Liter, rechts 380 Liter Treibstoff, das passt.» Bis zu 1200 Liter wären möglich. Ester spritzt Treibstoff ein, der Motor läuft warm, zwei Minuten mit 800 Umdrehungen, dann mit 900 und 1000. Die Leistung des Motors: 1015 PS bei 2100 Umdrehungen pro Minute.

«Ein handwerkliches Fliegen»

«Es ist ein handwerkliches Fliegen», erklärt Ester die Antonov An-2 und nennt ein Beispiel: «Wenn der Schwanz hinten hochgeht, will sie links raus. Das heißt, auch ohne Wind muss man nach rechts gegensteuern.» Kurz vor dem Start heißt es vom Piloten dann: «Fenster bitte ganz zu machen, nach vorne schieben wie beim alten VW-Bus.»

Wie der Rundflug von und nach Paderborn/Lippstadt in der D-FOKY verlief, sehen Sie in der oben stehenden Bildstrecke. Ein Klick aufs Bild öffnet die Fotos im Großformat.

Mehr zum Thema

Die LMS-901 Baikal: Wie viel wird welche Version kosten?

Russischer An-2-Nachfolger wird deutlich teurer als geplant

TVS-2DTS: Sie hatte ihren Erstflug am 10. Juli 2017.

Das Flugzeug, das eigentlich die neue Antonov An-2 werden sollte

Eine Boeing 747 der Corsair am Flughafen Schönefeld.

Schönefeld - vom DDR- zum Billigflieger-Flughafen

Der Airbus A310 mit dem Kennzeichen 10+23 wurde am Morgen des 3. September 2021 in Hannover mit Wasserfontänen verabschiedet: Nun wird er ein Restuarant.

Airbus A310 der Bundeswehr wird zum Tierpark-Restaurant

Video

midway atoll usfws
Die USA müssten mindestens 100 Millionen Dollar investieren, um den Flughafen des Midway Atolls betriebsbereit zu halten. Etliche Airlines und der Flugzeugbauer Boeing werben für die Investition - obwohl es so gut wie keine Starts und Landungen an dem Airport gibt.
Timo Nowack
Timo Nowack
Feuerwerk und Flugzeug: Keine gute Kombination.
Feuerwerk und Flugzeuge sind keine gute Kombination. Das zeigte sich am Flughafen Mundo Maya in Guatemala, als ein Airbus A320 von Avianca zur Landung ansetzte.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der neue Honda Jet: Die Maschine heißt ab sofort Echelon.
Der japanische Businessjet-Hersteller vermeldet Fortschritte beim Bau der ersten Echelon-Maschine, muss aber gleichzeitig eine deutliche Verzögerung einräumen. Erstflug und Zulassung verschieben sich um bis zu drei Jahre.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies