Unheimlicher Anblick: So sah die Tragfläche nach dem lauten Knall aus.

Pannenflug AF66Gestrandeter A380 fällt bis Januar aus

Seit Ende September steht im kanadischen Goose Bay ein Airbus A380 von Air France. Nun ist klar, wann er wieder zurück kann.

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Goose Bay ist zumindest wettermäßig nicht der freundlichste Ort. Dieser Tage schneit es heftig und tagsüber liegen die Temperaturen nie über drei Grad, nachts wird es bis zu minus 9 Grad kalt. Und doch macht hier der Airbus A380 von Air France mit dem Kennzeichen F-HPJE Urlaub – Zwangsurlaub, allerdings. Am 30. September musste er auf dem Weg von Paris nach Los Angeles nach einer heftigen Triebwerkspanne außerplanmäßig auf der Canadian Forces Base Goose Bay notlanden.

Seither steht der Superjumbo auf dem Flughafen in der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador. Seine Rückführung nach Paris dauert viel länger als gedacht. Die französische Untersuchungsbehörde Bureau d'Enquêtes et d'Analyses BEA musste zuerst ihre Arbeit vor Ort erledigen.

Wohl Anfang Januar wieder im Dienst

Nun hat Air France aber grünes Licht von ihr zur Rückführung des A380 erhalten. Das werde in den «nächsten Tagen oder Wochen» passieren, so Vorstandsvorsitzender Franck Terner dieser Tage bei einer Pressekonferenz. Den Dienst wieder antreten werde der Superjumbo wohl Anfang Januar, so Terner. Wirklich festlegen wollte er sich aber nicht. Immerhin müsse man noch die Reparaturen abschließen und analysieren.

Die ersten Schritte dazu wurden bereits unternommen. Am Mittwoch (21. November) flog eine Antonov An-124 von Antonov Airlines nach Goose Bay. Sie führte ein Ersatztriebwerk für den gestrandeten A380 von Air France an Bord. Eswird während des Rückführungsfluges zwar am Flieger angebracht sein, wahrscheinlich aber gar nicht laufen. Dass es sich am Flugzeug befindet, ist aber für die Gewichtsverteilung wichtig. Wie das funktioniert, lesen Sie unter «Mehr zum Thema».

Das defekte Triebwerk wird der Frachtriese zu GE nach Cardiff transportieren. Dort wird es eingehend untersucht, wie das Bureau d'Enquêtes et d'Analyses bereits im Oktober angekündigt hatte.

FAA gab Sicherheitsanweisung heraus

Der Zwischenfall von AF066 hat auch die amerikanische Federal Aviation Administration (FAA) beschäftigt. hat eine dringende Sicherheitsanweisung zu dem Thema veröffentlicht. Es gebe «unsichere Zustände» die «wahrscheinlich auch in anderen Produkten desselben Designs existieren oder sich entwickeln könnten», heißt es darin.

GP7200-Triebwerke, die bereits mehr als 3500 Flüge hinter sich hatten, mussten innerhalb von zwei Wochen untersucht werden, schreibt die FAA. Triebwerke mit weniger als 3500 aber mehr als 200 Flügen auf dem Buckel mussten innerhalb von fünf Wochen untersucht werden.

Fotos von den Trümmerteilen und vom defekten Triebwerk sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie.

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