Drei Boeing 777 von Air France: Frankreich hat das Streikrecht für Fluglotsen verändert.

Neues StreikrechtFrankreich weist streikende Lotsinnen und Lotsen in Schranken

Regelmäßig führt der Streik bei der französischen Flugsicherung zu Flugausfällen und Verspätungen in ganz Europa. Nun hat die Regierung reagiert und das Streikrecht für Lotsinnen und Lotsen angepasst.

Top-Jobs

Smartline

Commander / First Officer Cessna Latitude C680A (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna C560XLS (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna 525 (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Interpersonal

Trainer (SFI/TRI/TRE, all genders)

Interpersonal trainerpool
Vollzeit
Hamburg
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Rein statistisch wird zwar in Italien und Spanien öfter und in den USA wesentlich länger gestreikt; aber trotzdem gilt Frankreich als Brennpunkt der Arbeitsniederlegungen. Das Streikrecht hat in Frankreich einen besonders hohen Stellenwert. Legalisiert wurde das Streiken in Frankreich 1864 und damit 20 Jahre bevor Gewerkschaften überhaupt anerkannt wurden.

Anders als in Deutschland, wo nur Gewerkschaften zu Arbeitsniederlegungen aufrufen können und Staatsbedienstete überhaupt nicht streiken dürfen, gilt es in Frankreich bereits als offizieller Streik, wenn zwei Beschäftigte ihre Arbeit niederlegen, um Forderungen gegenüber ihrem Arbeitgeber durchzusetzen. Im Land streiken besonders gern Fluglotsen - immer mit starken Auswirkungen auf den europäischen Flugverkehr.

Mehr als elf Millionen Reisende betroffen

Laut dem europäischen Airline-Verband Airlines for Europe A4E wurden in Frankreich im vergangenen Jahr aufgrund zahlreicher Fluglotsenstreiks mehr als 4.000 Flüge gestrichen. Es kam zu 24.000 Verspätungen. Insgesamt waren mehr als elf Millionen Flugreisende, neben Passagieren von und nach Frankreich, auch alle Reisenden, die im französischen Luftraum unterwegs waren, betroffen.

Die Auswirkungen waren besonders groß, weil das Streikrecht bisher vorsah, dass Flugsicherungsgewerkschaften ihren Streik zwar fünf Tage im Voraus ankündigen mussten. Die Streikenden mussten selbst aber nicht erklären, ob sie teilnehmen werden oder nicht. Dadurch konnte die  französische Zivilluftfahrtbehörde keine zuverlässigen Schätzungen zur Anzahl der für Linienflüge verfügbaren Fluglotsen vorlegen.

Mitarbeitende müssen Streikteilnahme ankündigen

Das ist seit dem 28. Dezember anders, wie der Nachrichtensender RFI berichtet. Die französische Regierung hat das Streikrecht für Flugsicherungspersonal reformiert. Mitarbeitende, deren Abwesenheit voraussichtlich unmittelbare Auswirkungen auf den Flugbetrieb haben wird, müssen ihre Streikabsicht spätestens zwei Tage vorher um 12.00 Uhr einzeln erklären, heißt es im Journal Officiel, dem Amtsblatt der Regierung, in dem neue Gesetze und Verordnungen bekannt gegeben werden.

Frankreichs Verkehrsminister Clément Beaune begrüßte das Gesetz als einen wesentlichen Fortschritt für Fluggesellschaften und Flugreisende und respektierte gleichzeitig das in der französischen Verfassung garantierte Streikrecht.

Gespaltenes Echo der Gewerkschaften

Positiv aufgenommen hat die Gesetzesänderung die führende Gewerkschaft der Fluglotsen SNCTA, weil sie Missbrauch durch andere Gewerkschaften einschränke, was zu einer Verschlechterung des Images des Berufs geführt hat. Die drittgrößte Vertretungsorganisation der Fluglotsen USAC-CGT lehnt die Reform dagegen als Angriff auf das Streikrecht ab und fügte hinzu, sie sei «undurchführbar und ineffektiv».

Mehr zum Thema

Airbus A320 von Swiss: Damit Flugzeuge pünktlich abfliegen können, muss im ganzen Luftverkehrssystem alles perfekt funktionieren.

Noch nie musste Swiss wegen Streiks so viele Flüge annullieren

Flug von British Airways an einem Streiktag: Großer Umweg, große Zusatzkosten.

Ryanair will streikende Fluglotsen austricksen

London-Heathrow aus der Luft: Auch hier droht Ungemach.

Europas Luftfahrt droht Streikwelle zu Ostern

Kontrollturm am Flughafen Paris Charles de Gaulle Airport: Die französische Flugsicherung braucht Veränderung.

Frankreichs Flugsicherung verursacht mehr als zwölf Jahre Verspätung - in einem Jahr

Video

Airbus A350 F bei den Bodenschwingungstests: Der Flieger wird kräftig durchgeschüttelt.
Vor dem Einsatz muss ein neues Flugzeug zahlreiche Erprobungen bestehen. Airbus hat nun die Bodenvibrationstests des A350 F abgeschlossen. Sie liefern wichtige Erkenntnisse über das Schwingungsverhalten des Frachters und bilden die Grundlage für die Flugerprobung.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
alaska airlines missionarin
Eine christliche Influencerin hielt in einem Flugzeug von Alaska Airlines unaufgefordert eine Rede über Gott und Jesus - und das nicht zum ersten Mal. Nun musste sie am Gate weiterpredigen.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a321 neo jetsmart sprayer
Sprayer haben am Flughafen Santiago de Chile einen Airbus A321 Neo besprüht, der noch nicht mal ein Jahr alt ist. Es handelt sich um einen von drei Jets im Besitz von Jetsmart, die Wizz-Air-Farben tragen.
Timo Nowack
Timo Nowack